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Wigmore

Vereinigtes KönigreichEnglandSchafmilchSchaf
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Wigmore duftet sanft nach Pilzrinde, warmer Schafmilch und frischer Butter. Sein Teig wirkt zart, cremig und zugleich überraschend tief.

Der Sommelier empfiehlt

Wigmore ist ein halbweicher Schafmilchkäse mit zarter Rinde und üppig-cremigem Teig. Die Textur reicht von weich und glänzend unter der Rinde bis etwas fester im Kern. Im Duft liegen Hefe, Champignon, Sahne und eine feine Fruchtsüße. Am Gaumen zeigt er milde Schafmilchfülle, Nuss, Butter und je nach Reife auch herzhafte Tiefe. Er bleibt elegant und nicht scharf. Das Finish ist weich, rund und angenehm lang.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Zu Wigmore passt ein Chenin Blanc, ein nicht zu schwerer Chardonnay oder ein englischer Schaumwein. Die Säure balanciert die Fettfülle der Schafmilch, während Hefe- und Brioche-Noten die Rinde aufnehmen. Ein Saisonbier mit feiner Würze kann ebenfalls sehr gut funktionieren. Kräftige, tanninreiche Rotweine sollten vermieden werden.

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Beilagen & Speisen

Als Begleiter eignen sich helle Trauben, Birne, Mandeln und feines Sauerteigbrot. Ein sehr milder Honig kann die Schafmilchsüße betonen. Auch Fenchel, junge Karotten oder leicht bittere Salate passen gut. Auf einer Käseplatte wirkt Wigmore besonders schön zwischen mildem Kuhmilch-Weichkäse und gereiftem Hartkäse.

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Rezeptidee

Für gebackenen Wigmore den Käse in einer kleinen Ofenform mit Thymian, etwas Honig und gerösteten Mandeln bei 170 °C kurz erwärmen. Er soll weich werden, aber nicht vollständig zerfließen. Mit geröstetem Brot und Birnenspalten servieren. Die Kombination hebt die cremige Schafmilch und die feine Rinde hervor.

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Wissenswertes

Käserei: Village Maid Cheese, gegründet 1986 Milch: pasteurisierte Schafmilch laut Hersteller Durchschnittsalter: ca. 2 Monate World Cheese Awards: Super Gold 2023/24 Top 16 Käse der Welt: 2023/24 Laibgewicht: ca. 700–800 g

Geschichte & Wissenswertes

Wigmore ist der namensprägende Schafmilchkäse von Village Maid Cheese in Riseley, Berkshire, und eng mit der Gründerin Anne Wigmore verbunden. Anne begann 1984 am National Institute for Research in Dairying in Shinfield Käse herzustellen, nachdem sie dort bereits mikrobiologisch gearbeitet hatte. 1986 gründete sie Village Maid Cheese. Diese Kombination aus Forschung, Mikroflora-Verständnis und Hofhandwerk macht Wigmore zu einem der wichtigen modernen britischen Weichkäse aus Schafmilch. Geografisch ist Wigmore ein Berkshire-Käse, also kein alpiner oder mediterraner Schafkäse, sondern ein Produkt der südenglischen Artisan-Bewegung. Village Maid arbeitet in einem ländlichen Umfeld und produziert heute mehrere ausgezeichnete Käse wie Waterloo, Spenwood und Barkham Blue. Wigmore wird als semi-soft ewe’s milk cheese beschrieben. Aktuelle Herstellerangaben nennen pasteurisierte Schafmilch und vegetarisches Lab; ältere Händlertexte führen teils Rohmilch an, deshalb ist für aktuelle Daten die Herstellerquelle maßgeblich. Technologisch wird Wigmore häufig als washed-curd Käse bezeichnet. Die Methode führt zu einem besonders milden, süßen und cremigen Charakter, weil die Säure gemildert wird und die Schafmilch ihre volle Fett- und Eiweißfülle zeigen kann. Exakte Vattemperaturen, Waschmengen oder Pressparameter veröffentlicht der Hersteller nicht. Sicher dokumentiert sind jedoch Stil, Milchtyp, vegetarisches Lab und eine weiche bis halbweiche Struktur mit zarter Rinde. Neal’s Yard Dairy nennt als durchschnittliches Alter etwa zwei Monate. Sensorisch liegt Wigmore zwischen Camembert-Assoziation und eigenständigem Schafmilchcharakter. Unter der Rinde kann der Teig weich, glänzend und fast üppig werden, während das Zentrum fester und heller bleibt. Die Aromen reichen von mild-milchig über fruchtig und nussig bis zu fleischigeren, hefigen Noten bei reiferem Zustand. Schafmilch gibt mehr Süße und Dichte als Kuhmilch, ohne die Ziegenmilchfrische. Das macht Wigmore besonders elegant und zugänglich. Die Auszeichnungsgeschichte hebt seine Bedeutung deutlich hervor. Village Maid meldete, dass Wigmore bei den World Cheese Awards 2023/24 Super Gold erhielt und von der Super Jury unter die Top 16 Käse der Welt gewählt wurde. Händler führen ganze Laibe ungefähr im Bereich von 700 bis 800 g, während ältere Fachangaben auch 750-g- und 350-g-Formate nennen. Solche Zahlen zeigen, dass Wigmore ein kleiner, handhabbarer Laib für Theken, Käsewagen und sorgfältige Affinage ist. Heute ist Wigmore ein Referenzkäse für britische Schafmilch-Weichkäse. Er beweist, dass Schafmilch nicht nur in Hartkäsen wie Pecorino, Berkswell oder Spenwood brilliert, sondern auch in einem zarten, cremigen, rindengereiften Format. Für eine Wissensseite ist er zudem ein gutes Beispiel für Quellenkritik: Weil ältere Texte und aktuelle Herstellerangaben bei der Pasteurisierung auseinandergehen können, muss die gegenwärtige Herstellerinformation Vorrang haben. So bleibt der Datensatz korrekt und zugleich fachlich transparent. Für die Arbeit an einer öffentlichen Käse-Wissensseite ist bei Wigmore entscheidend, zwischen belegten Herstellerangaben und allgemein üblicher Käsetechnologie zu unterscheiden. Kleine britische Käsereien veröffentlichen häufig Sensorik, Milchherkunft, Gewichte, Auszeichnungen oder Reifezeit, aber nicht immer vollständige Vat-Protokolle mit jeder Temperaturstufe, Säuerungskurve oder Presslast. Deshalb werden hier nur Zahlen verwendet, die in Hersteller-, Händler- oder Schutzspezifikationen greifbar sind. Wo Temperaturen fehlen, ist das keine Schwäche des Käses, sondern ein Hinweis darauf, dass handwerkliche Betriebe ihre genaue Führung oft als Erfahrungswissen behandeln. Für die Beschreibung ist wichtiger, wie sich Herkunft, Milch, Reife und Form im fertigen Käse zeigen: im Duft der Rinde, in der Dichte des Teigs, im Salzgefühl, in der Länge des Nachgeschmacks und in der Frage, ob ein Käse eher frisch, cremig, mürbe, pikant oder schmelzend auftritt. Kulinarisch steht Wigmore damit für die neue Vielfalt des Vereinigten Königreichs, die nicht mehr nur über große historische Namen erzählt werden kann. Neben Stilton, Cheddar oder klassischem Wensleydale sind seit den 1980er- und 1990er-Jahren viele Hofkäsereien, Familienbetriebe und kleine Spezialisten entstanden, die alte Formen wiederbeleben oder kontinentale Techniken in eine britische Landschaft übersetzen. Diese Bewegung erklärt, warum selbst ein einzelner Käse heute mehrere Rollen erfüllen kann: Er ist regionale Identität, landwirtschaftliche Wertschöpfung, Produkt für Feinkosttheken und zugleich ein erzählerischer Anker für Verkostungen. In der Theke lässt sich diese Geschichte gut nutzen, weil sie nicht abstrakt bleibt. Man kann sie am Stück zeigen, am Anschnitt riechen, mit Brot, Apfel, Bier oder Wein kombinieren und dabei spürbar machen, dass Käse immer ein verdichteter Ausdruck von Milch, Ort, Handwerk und Zeit ist.

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Wigmore Käse aus England