In den sanften Hügeln des St. Galler Rheintals, wo die Alpenluft mit der Poesie der Wiesen tanzt, entstehen Schweizer Käsespezialitäten von unvergleichlicher Güte. Hier, zwischen den majestätischen Bergen und den blühenden Tälern, vereinen sich jahrhundertealte Traditionen mit der Reinheit der Natur zu kulinarischen Meisterwerken.
Der Wiesenblumenkäse präsentiert sich als wahre Augenweide mit seiner bunten Blütenrinde aus getrockneten Ringelblumen, Heidelbeeren und Rosenblüten, die gelbe, blaue und rote Tupfen auf der natürlichen Käserinde bilden. Zwölf verschiedene alpine Kräuter - darunter Bergbohnenkraut, Minze und Wacholderbeeren - umhüllen den cremig-festen Käseteig wie ein aromatischer Mantel. Der Geschmack entfaltet sich in eleganten Wellen: zunächst mild und sahnig, dann würzig-nussig mit feinen Kräuternuancen. Die Textur ist geschmeidig und leicht körnig, mit einer angenehmen Cremigkeit, die auf der Zunge zergeht. Nach sechs Monaten Reifung entwickelt sich ein delikat-würziges Aroma mit einem Hauch von Almwiesen und Bergkräutern. Im Abgang bleibt eine subtile Süße mit floralen Anklängen, die an Sommertage in den Schweizer Bergen erinnert.
Der Wiesenblumenkäse harmoniert perfekt mit fruchtigen Weißweinen aus der Ostschweiz oder einem samtigen Pinot Noir aus dem Wallis. Ein frischer Sauvignon Blanc unterstreicht die floralen Noten der Blütenrinde, während ein Gewürztraminer die würzigen Kräuteraromen wunderbar ergänzt. Für Liebhaber alkoholfreier Getränke empfehlen sich kräftige Schwarztees oder ein aromatischer Kräutertee aus alpinen Wildkräutern.
Zu diesem außergewöhnlichen Käse passen knuspriges Walnussbrot, frische Birnen und goldgelber Blütenhonig aus der Region. Getrocknete Aprikosen und geröstete Haselnüsse verstärken die nussigen Noten des Käses, während frischer Rucola und Wildkräuter die floralen Aromen der Blütenrinde aufgreifen. Ein Glas hausgemachte Quittenmarmelade oder ein Chutney aus regionalen Äpfeln runden die Geschmackssinfonie ab.
Für ein authentisches Rheintaler Käse-Gericht den Wiesenblumenkäse in dünne Scheiben hobeln und auf getoastetem Nussbrot anrichten. Mit frischen Wiesenblüten, gerösteten Pinienkernen und einem Spritzer Alpenhonig garnieren. Alternativ den Käse in kleine Würfel schneiden und mit getrockneten Blütenblättern, gehackten Walnüssen und einem Hauch Thymian zu einem aromatischen Salat verarbeiten. Bei Zimmertemperatur servieren, damit sich die komplexen Aromen voll entfalten können.
• Reifezeit: 6 Monate mindestens in Kräutersulz gelagert • Hergestellt seit mehreren Generationen in der Dorfkäserei Oberriet • Produktionsmenge: Teil der 4.000 Tonnen jährlicher Käseproduktion der Imlig Käserei • 12 verschiedene Kräuter und Wildblüten in der Rindenveredlung • Exportanteil: 50% des Gesamtabsatzes der Käserei • Fettgehalt: 50% Fett i.Tr.
Die Tradition des Wiesenblumenkäses wurzelt tief in der Geschichte der Dorfkäserei Oberriet im St. Galler Rheintal, wo seit mehreren Generationen nach einem überlieferten Rezept produziert wird. Die Käserei selbst wurde 1956 gegründet und 1962 vom Innerschweizer Alois Imlig erworben, der damit den Grundstein für eine Käsedynastie legte, die bis heute Bestand hat.
Nach jahrzehntelanger Verpachtung übernahm 1962 Urs Imlig die Käserei in der zweiten Generation und investierte kontinuierlich in den technologischen Fortschritt sowie die Modernisierung der Käsefertigung und Käsereifung. Diese Entwicklung spiegelt die typische Evolution einer traditionellen Schweizer Dorfkäserei wider, die ihre handwerklichen Wurzeln bewahrte, während sie sich den Anforderungen der Moderne stellte.
Die Herstellung des Wiesenblumenkäses folgt einem puristischen Ansatz mit nur vier Grundzutaten: Schweizer Milch, Kulturen, Lab und Salz. Diese Einfachheit in der Rezeptur steht im Kontrast zur Komplexität des Reifeprozesses, bei dem der Käse nach traditioneller Methode in Kräutersulz eingelegt wird. Die charakteristische Blütenrinde entsteht durch die sorgfältige Umhüllung mit zwölf verschiedenen Wildkräutern und getrockneten Blüten, die dem Käse nicht nur sein unverwechselbares Aussehen, sondern auch sein einzigartiges Aromaprofil verleihen.
Die geografische Lage der Käserei im St. Galler Rheintal bietet ideale Voraussetzungen für die Käseherstellung. Das Rheintal, als eine der fruchtbarsten Regionen der Schweiz, profitiert von einem milden Klima und reichhaltigen Alpweiden, die den Kühen qualitativ hochwertige Nahrung bieten. Die verwendete Milch stammt ausschließlich von lokalen Höfen, die höchste Qualitätsstandards und Tierwohl praktizieren, was sich direkt auf die Qualität des Endprodukts auswirkt.
Als 2003 mit der Umsetzung des EU-Freihandelsabkommens die Exportschranken für Schweizer Käse fielen, nutzte die Imlig Käserei diese Chance zum internationalen Wachstum. Urs Imlig erweiterte 2003 die Kellerkapazitäten für 50.000 Käselaibe und gründete 2007 die Imlig Käserei Oberriet AG. In einer zweiten Ausbauphase entstanden zusätzliche Lagerkapazitäten für weitere 120.000 Käselaibe.
Der Herstellungsprozess des Wiesenblumenkäses beginnt mit der schonenden Erhitzung der Rohmilch auf exakt 32°C, bevor die Milchsäurekulturen zugesetzt werden. Nach einer Reifezeit von etwa 45 Minuten wird tierisches Lab hinzugefügt, wodurch die Milch bei konstanter Temperatur zu gallertartigem Dickjoghurt gerinnt. Der entstandene Käsebruch wird vorsichtig mit der traditionellen Käseharfe geschnitten und langsam auf 42°C erwärmt, um die optimale Molkenabscheidung zu gewährleisten. Nach dem Pressen in speziellen Käseformen beginnt die mehrtägige Salzbadbehandlung, bei der die Käselaibe in 22%iger Salzlake gewendet werden.
Die anschließende Reifung erfolgt bei konstanten 12-14°C und 85% Luftfeuchtigkeit in den traditionellen Käsekellern der Käserei. Die gereiften Käse werden für einige Zeit in eine spezielle Kräutersulz gelegt, wodurch die Rinde leicht aufweicht und perfekt zum Verzehr geeignet wird. Dieser Veredelungsprozess ist charakteristisch für die Rheintaler Käsetradition und verleiht dem Wiesenblumenkäse seine unverwechselbare Identität.
Heute ist aus der kleinen Dorfkäserei ein erfolgreiches Schweizer KMU mit 50 Mitarbeitenden geworden, das jährlich 4.000 Tonnen Käse produziert. Zwei Drittel der Produktion bestehen aus Eigenmarken wie dem Imlig Heidiland-Käse, während 50% des Gesamtabsatzes in den Export gehen. Diese Entwicklung unterstreicht die erfolgreiche Balance zwischen Tradition und Innovation, die für moderne Schweizer Käsereien charakteristisch ist.
Der Wiesenblumenkäse steht exemplarisch für die Renaissance handwerklicher Käsespezialitäten in der Schweiz. Im 21. Jahrhundert entstanden zahlreiche neue Käsesorten, oft in kleinen, lokalen Käsereien, als Reaktion auf die Herausforderungen des freien Weltmarktes. Diese Entwicklung führte zu einer stärkeren Gewichtung auf Qualität und zur Herstellung von Spezialitäten, insbesondere im Bio-Bereich.
Heute verkörpert der Wiesenblumenkäse die perfekte Synthese zwischen jahrhundertealter Schweizer Käsetradition und zeitgemäßer Kulinarik. Seine bunte Blütenrinde macht ihn zu einem Botschafter für die Vielfalt und Innovationskraft der Schweizer Käsekultur, während die kompromisslose Qualität und die traditionelle Herstellungsweise die tiefen Wurzeln der alpinen Milchwirtschaft widerspiegeln.
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