Urfa Peyniri ist ein seltener Schatz der tuerkischen Kaesetradition, der in den sonnendurchfluteten Ebenen der historischen Stadt Şanliurfa geboren wird. Dieser einzigartige Kaese vereint jahrhundertealtes Handwerk mit dem besonderen Terroir des suedoestlichen Anatoliens, wo das heisse und trockene Klima der Region eine ganz besondere Geschmacksfuelle hervorbringt.
Urfa Peyniri praesentiert sich als halbfester Kaese mit einer charakteristisch glatten, leicht glaenzenden Oberflaeche und einer cremig-weissen bis hellgelben Farbe. Die Textur ist angenehm elastisch und laesst sich gut schneiden, ohne zu zerkruemeln. Im Aroma entfalten sich warme, nussige Noten mit einem Hauch von Buttermilch und einer subtilen saeuerlichen Frische. Am Gaumen zeigt sich eine milde, leicht salzige Geschmacksfuelle mit dezenten pflanzlichen Nuancen, die an die kraeuter-reichen Weiden Südostanatoliens erinnern. Der Abgang ist angenehm rein und hinterlaesst eine cremige Mundgefuehl. Beim Erhitzen entwickelt der Kaese eine wunderbare Schmelzfaehigkeit und wird zu langen, elastischen Faeden - ideal fuer die beruehmte Kuenefe oder andere warme Gerichte. Seine besondere Eigenschaft liegt in der Balance zwischen Cremigkeit und Struktur, die ihn sowohl als Tischkaese als auch als Zutat fuer traditionelle Desserts auszeichnet.
Zu Urfa Peyniri harmonieren besonders gut kraeuterreiche tuerische Teesorten wie Çay oder der regionale Biyanbalı-Trank aus Suessholzwurzel. Die salzigen und nussigen Noten des Kaezes bilden eine perfekte Bruecke zu leichten Rotweinen aus der Oesttuerkei oder einem milden Raki. Bei Bier empfiehlt sich ein ungefilterertes Weissbier oder ein malzbetontes Maerzen, das die cremige Textur des Kaezes unterstreicht.
Traditionell wird Urfa Peyniri mit frischem Fladenbrot und den feurigen Urfa-Pfefferflocken (İsot) serviert, die dem Kaese eine besondere Schaerfe verleihen. Ideal passt er zu gebratenem Lamm oder in der beruehmten Kuenefe, einem suessen Dessert mit Teigfaeden. Auch zu gegrillten Auberginen, Oliven und frischen Tomaten mit Olivenoel bildet er eine authentische mezze-Kombination nach Urfa-Art.
Fuer eine traditionelle Kuenefe nehmen Sie 500g Urfa Peyniri und zerkruemeln ihn grob. Legen Sie eine Schicht Kadayıf-Teigfaeden in eine Pfanne, verteilen den Kaese darueber und bedecken ihn mit weiteren Teigfaeden. Braten Sie die Kuenefe bei mittlerer Hitze goldbraun und betraeufeln sie anschliessend mit einem Sirup aus Zucker, Wasser und Zitronensaft. Mit gehackten Pistazien garnieren und heiss servieren - ein unwiderstehlicher Genuss der Urfa-Tradition.
Geografische Schutzregistrierung durch tuerisches Patent- und Markenamt am 27. Juli 2021 Traditionelle Herstellung in Doerfern mit einfachen Methoden und geringen Hygienestandards Industrielle Grossproduktion begann erst in den letzten Jahrzehnten Produktion hauptsaechlich aus Schaf- und Ziegenmilch Keine standardisierte Herstellungsmethode daher schwankende Qualitaet Verwandtschaft zu anderen regionalen Kaesesorten wie Diyarbakir Oergue oder Maras-Sıkma
Urfa Peyniri ist tief in der jahrtausendealten Kultur der historischen Stadt Şanlıurfa verwurzelt, die als eine der aeltesten kontinuierlich bewohnten Staedte der Welt gilt und oft als Geburtsort Abrahams verehrt wird. Die Kaeseherstellung in dieser Region geht auf die Zeit der ersten Hirtenvoelker zurueck, die die fruchtbaren Ebenen zwischen Euphrat und Tigris besiedelten und dort ihre Schaf- und Ziegenherden weideten. Schon in der Antike war das Gebiet um Urfa fuer seine aussergewoehnlichen Milchprodukte bekannt, da das heisse, trockene Klima und die mineralreichen Boeden den Weidetieren eine besonders naehrhafte Vegetation boten. Die traditionelle Herstellung von Urfa Peyniri folgt seit Generationen einem ueberlieferten Verfahren, das ohne industrielle Hilfsmittel auskommt. Die Milch wird direkt nach dem Melken bei einer Temperatur von etwa 35 Grad Celsius mit natuerlicher Milchsaeure oder Lab zum Gerinnen gebracht, wobei die Gerinnungszeit je nach Temperatur zwischen zwei und vier Stunden betraegt. Der entstehende Bruch wird vorsichtig geschnitten und bei maximal 45 Grad Celsius erwaermt, um die Molke abzutrennen. Anschliessend wird der Kaese von Hand geknetet und in traditionelle Formen gepresst, wo er 24 bis 48 Stunden lang abtropft. Diese handwerkliche Methode, die noch heute in vielen Doerfern der Provinz praktiziert wird, erzeugt einen Kaese mit charakteristischer Textur und einem unverwechselbaren Geschmack. Das geografische Gebiet um Şanlıurfa bietet ideale Bedingungen fuer die Kaeseherstellung: Die Region liegt auf einer Hoehe von etwa 500 Metern ueber dem Meeresspiegel und ist gepraegt von heissen, trockenen Sommern mit Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius und milden Wintern. Die Harran-Ebene, eine der fruchtbarsten Gegenden der Tuerkei, bietet den Tieren eine Vielzahl von wilden Kraeutern und Gruensorten, die dem Kaese sein charakteristisches Aroma verleihen. Besonders die mineral-reichen Quellen der Region und die uralten Bewasserungssysteme, die noch aus mesopotamischer Zeit stammen, tragen zur besonderen Qualitaet der lokalen Milch bei. In der modernen Zeit hat Urfa Peyniri eine Renaissance erfahren: Nachdem er lange Zeit nur lokal konsumiert wurde, erkannten Kaeseexperten und Gourmets seine einzigartigen Eigenschaften und begannen, ihn als Spezialitaet zu schaetzen. Am 27. Juli 2021 erhielt Urfa Peyniri offiziell eine geografische Schutzregistrierung durch das Tuerkische Patent- und Markenamt unter der Nummer 807, womit seine Herkunft und traditionelle Herstellungsweise rechtlich geschuetzt wurden. Diese Anerkennung bedeutete einen wichtigen Meilenstein fuer die lokalen Produzenten und half dabei, die jahrhundertealte Tradition vor dem Vergessen zu bewahren. Heute wird Urfa Peyniri sowohl in traditionellen Dorfbetrieben als auch in modernen Molkereien hergestellt, wobei die industrielle Produktion erst in den letzten Jahrzehnten begonnen hat und strenge Qualitaetskontrollen eingefuehrt wurden. Der Kaese spielt eine zentrale Rolle in der regionalen Kueche und ist unverzichtbarer Bestandteil zahlreicher traditioneller Gerichte, von der beruehmten Kuenefe bis hin zu herzhaften Fleischgerichten. Seine Bedeutung geht weit ueber die reine Ernaehrung hinaus - er verkörpert die kulturelle Identitaet der Region und verbindet die Menschen von Urfa mit ihrer jahrtausendealten Geschichte als Zentrum von Handel, Handwerk und Gastfreundschaft.
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