Aus den sanften Huegeln Suedboehmens stammt ein Kaese, der die tschechische Kaesemachertradition mit der puren Kraft der Bergweiden verbindet. Šumavský eidam verkörpert die ruhige Gelassenheit des Böhmerwaldes und erzaehlt von alten Kaesereien, die ihre Kunst über Generationen perfektioniert haben. Dieser semi-harte Kuhmilchkaese vereint die Praezision der hollaendischen Eidamtradition mit der authentischen Handwerkskunst der Region Sumava.
Šumavský eidam praesentiert sich als klassischer semi-harter Schnittkäse mit einer glatten, goldgelben Rinde und einem gleichmaessig cremig-weissen Inneren. Die Textur ist fest, aber geschmeidig, mit einer feinen Körnigkeit, die an die handwerkliche Herstellung erinnert. Im Aroma entfalten sich dezent nussige Noten, begleitet von einer milden Suessse und leichten Salzigkeit. Der Geschmack ist wunderbar ausbalanciert – weder zu mild noch zu intensiv – mit einem angenehmen Nachklang von frischer Milch und einem Hauch von Heuwiesen. Die leichte Tanninstruktur verleiht dem Kaese eine gewisse Eleganz, die typisch für qualitätsvolle Eidamkäse ist. Beim Schmelzen entwickelt er eine samtige Konsistenz, die ihn zum idealen Bratkaese macht.
Zu Šumavský eidam harmoniert ein fruchtiger Gruener Veltliner aus Mähren besonders schön, dessen Frische die nussigen Aromen des Kaeises unterstreicht. Ein helles tschechisches Lagerbier wie Pilsner Urquell bietet einen klassischen Kontrast zur cremigen Textur. Bei Weinen empfiehlt sich auch ein leichter Riesling aus der Region, der die mineralischen Noten des Kaeises betont, oder ein junger Müller-Thurgau, der die milde Suesse ideal ergaenzt.
Die traditionelle Begleitung zu Šumavský eidam sind warmes Landbrot mit Kümmel und eingelegte Gürkchen, wie sie in tschechischen Wirtshäusern serviert werden. Besonders authentisch wird es mit geröstetem Schwarzbrot und einer Prise grobem Meersalz. Suedboehmische Spezialitäten wie gedünstetes Sauerkraut oder hausgemachte Nudeln mit Mohnstreuseln passen hervorragend dazu, ebenso wie frische Tomaten mit Zwiebeln und Dill aus dem Hausgarten.
Für den perfekten Šumavský eidam als gebratenen Käse schneiden Sie den Kaese in 1,5 cm dicke Scheiben und tauchen diese nacheinander in Mehl, verquirlte Eier und Paniermehl. In heissem Oel von beiden Seiten goldbraun braten, bis die Huelle knusprig ist und das Innere geschmolzen. Servieren Sie das Smaženýsýr mit tschechischer Tatarsauce und knusprigen Kartoffelspalten. Alternativ können Sie den Kaese in dünne Scheiben hobeln und über warme Kartoffelknödel mit Speck und Zwiebeln geben – ein klassisches Sonntagsessen aus Südbohmen.
Reifezeit mindestens 4 bis 6 Wochen in speziellen Reifekellern Fettgehalt von nur 20% in der Trockenmasse Herstellung ausschliesslich aus pasteurisierter Kuhmilch Produktion hauptsaechlich durch Mlékárna Klatovy seit 1950er Jahren Temperaturkontrollierte Lagerung bei 10 bis 12 Grad Celsius Traditionelle Verwendung für tschechisches Smazený sýr seit 1960er Jahren
Die Geschichte des Šumavský eidam ist untrennbar mit der jahrhundertealten Kaesemachertradition in den Ländern der böhmischen Krone verbunden, die ihre Wurzeln bereits in der Zeit des Königreichs Böhmen hat. Die Tradition der Käseherstellung in den tschechischen Ländern reicht bis ins Mittelalter zurück, als Bauernkäse zunächst ausschließlich für den Eigenverbrauch hergestellt wurden. Mit der Entwicklung der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts begann eine bedeutende Entwicklung in der Käseherstellung, die den Grundstein für die moderne tschechische Käseindustrie legte. Der Name Šumavský eidam verweist auf die Region Šumava, den Böhmerwald im südlichen Teil Böhmens, wo die besonderen klimatischen Bedingungen und die Qualität der Weiden ideale Voraussetzungen für die Milchproduktion schaffen. Die Bezeichnung eidam selbst ist die tschechische Adaption des niederländischen Edamer Käses, dessen Herstellungstechnik im 19. Jahrhundert in die böhmischen Länder eingeführt wurde. Die Käseherstellung nach holländischer Art etablierte sich in der Region durch die systematische Übertragung der Edamer Käsetechnologie, bei der der Käsebruch in erbsengroße Körner geschnitten, lange gerührt und ein Teil der Molke abgelassen wird. Anschließend wird heißes Wasser hinzugefügt, um eine niedrige Erhitzungstemperatur von etwa 37 Grad Celsius zu erreichen, gefolgt von intensivem Rühren. Die Käsekörner werden dann in perforierte Pressformen für die Molkenentfernung überführt und ein bis zwei Tage gesalzen. Die Reifung dauert mindestens einen Monat und kann bis zu zwei Jahre betragen. In der Region Šumava entwickelte sich eine besondere Variante des Eidams, die sich durch die Verwendung der lokalen Kuhmilch von Kühen auszeichnet, die auf den mineraireichen Bergweiden des Böhmerwaldes grasen. Diese Weiden, geprägt von der besonderen Geologie des Böhmisch-Mährischen Hochlands, verleihen der Milch einen charakteristischen Geschmack und eine besondere Qualität. Das kontinentale Klima der Region mit seinen warmen Sommern und kalten Wintern sowie die Höhenlage zwischen 400 und 800 Metern über dem Meeresspiegel schaffen optimale Bedingungen für die langsame Reifung des Käses. Die moderne industrielle Produktion des Šumavský eidam begann in den 1950er Jahren, als die Mlékárna Klatovy als einer der Hauptproduzenten etabliert wurde. Diese Molkerei, die ihre Wurzeln in der traditionellen südbömischen Käseherstellung hat, perfektionierte die Herstellungsmethoden und entwickelte einen Eidam mit reduziertem Fettgehalt von nur 20 Prozent in der Trockenmasse. Diese Innovation machte den Käse nicht nur für gesundheitsbewusste Verbraucher attraktiver, sondern erhielt auch die charakteristischen geschmacklichen Eigenschaften bei. Heute ist Šumavský eidam ein integraler Bestandteil der tschechischen Küche und wird besonders für das beliebte Gericht Smažený sýr geschätzt, den panierten und gebratenen Käse, der zu einem der bekanntesten tschechischen Nationalgerichte geworden ist. Die Bedeutung des Käses für die tschechische Kultur zeigt sich auch darin, dass Eidam-Käse generell der am häufigsten konsumierte Käse in der Tschechischen Republik ist. Die Qualitätskontrolle erfolgt nach strengen tschechischen Vorschriften, die sogar restriktiver sind als in anderen EU-Ländern, mit einem erlaubten Grenzwert von nur 30 Milligramm Benzoesäure pro Kilogramm Produkt im Vergleich zu 50 Milligramm in anderen europäischen Ländern.
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