Ticklemore ist weiß, klar und leicht zitronig – ein Ziegenkäse mit eleganter Rinde und ruhiger Kraft. Seine Form wirkt eigenwillig, sein Geschmack präzise und hell.
Ticklemore ist ein halbfester Ziegenkäse mit weißer Edelschimmelrinde, fester bis kreidiger Mitte und weicherem Rand. Er duftet nach Ziegenmilch, Zitrone, Kräutern und frischem Heu. Die Textur ist feucht, leicht bröckelig und zugleich cremig im Mund. Geschmacklich bleibt er sauber und hell, mit feiner Säure und herbaceous notes. Mit Reife wird er tiefer, ohne die frische Linie zu verlieren. Das Finish ist mittellang, zitronig und kräuterig.
Ein Pinot Gris mit etwas Körper passt sehr gut, weil er die Zitrusnote trägt und die Kreidigkeit abrundet. Auch Sauvignon Blanc, trockener Cider oder ein Saison sind geeignet. Zu viel Holz oder Tannin würde die helle Ziegenmilcharomatik stören.
Ticklemore passt zu Feigen, Roter Bete, Honig, jungen Kräutern und Walnüssen. In Salaten wirkt er sehr gut mit Spargel, Chicorée oder Fenchel. Auf einer Käseplatte bringt er Helligkeit zwischen Kuhmilch-Weichkäsen und Blauschimmel.
Für einen warmen Ticklemore-Salat Rote Bete rösten und mit Linsen, Petersilie und Walnüssen mischen. Ticklemore in Stücke brechen und kurz vor dem Servieren darübergeben. Ein Dressing aus Honig, Apfelessig und Senf verbindet Säure und Süße. Lauwarm servieren.
Hersteller: Sharpham Cheese Milch: pasteurisierte Devon-Ziegenmilch Kleiner Truckle: ca. 280 g Großer Laib: ca. 1,7 kg Großer Laib: ca. 18,5 × 8,5 cm Lagerung: 0–5 °C
Die Geschichte von Ticklemore lässt sich am besten verstehen, wenn man ihn nicht nur als Produkt, sondern als Ausdruck eines Ortes betrachtet. Ticklemore ist eng mit Sharpham Cheese in Devon verbunden und gehört zu den bekanntesten englischen Ziegenkäsen. Der Hersteller beschreibt ihn als handgemachten Käse aus pasteurisierter Devon-Ziegenmilch mit vegetarischem Lab. Seine besondere Form geht darauf zurück, dass er in einer Kunststoffkolanderform geprägt wird, was ihn optisch von vielen zylindrischen Ziegenkäsen unterscheidet. Gerade in Großbritannien, wo sich seit den 1970er- und 1980er-Jahren eine neue handwerkliche Käsekultur neben den großen Traditionsnamen entwickelt hat, steht dieser Käse für die Rückkehr zu kleineren Chargen, genauerer Milchbeobachtung und einer engeren Verbindung zwischen Hof, Landschaft und Reiferaum. Entscheidend ist nicht die romantische Legende, sondern die praktische Kontinuität: gute Milch, sorgfältige Säuerung, behutsames Formen und eine Reifung, die dem Käse Zeit gibt, seinen eigenen Ton zu finden. In der Herstellung zeigt sich, wie stark britische Hofkäse heute von klaren handwerklichen Routinen geprägt sind. Die aktuellen Herstellerangaben nennen zwei Größen: einen kleinen Truckle von etwa 280 Gramm und einen großen ganzen Käse von ungefähr 1,7 Kilogramm mit rund 18,5 Zentimetern Durchmesser und 8,5 Zentimetern Höhe. Die Rinde ist essbar und weißschimmelig; die Lagerempfehlung des Herstellers liegt bei 0 bis 5 Grad Celsius. Sensorisch beschreibt Sharpham Ticklemore als semi-hard goat’s cheese mit leicht zitronigem Geschmack, Kräuternoten und crumbly texture. Exakte Reifezeiten nennt der Hersteller nicht in der Produktbeschreibung; spezialisierte Händler geben häufig zwei bis drei Monate durchschnittliches Alter an, was zum kreidigen, aber nicht trockenen Profil passt. Wo belastbare Herstellerangaben konkrete Zeiten nennen, sind sie für den Charakter des Käses wichtiger als jede bloße Stilbezeichnung: Stunden der Säuerung, Tage des Abtropfens, Wochen der Reifung oder eine genau definierte Größe entscheiden darüber, ob ein Käse feucht und lactic-frisch, mürbe und nussig oder cremig und würzig erscheint. Bei kleinen Produzenten werden Temperaturen, Chargengrößen und Jahresmengen nicht immer öffentlich angegeben; für eine Wissensseite ist deshalb wichtiger, diese Lücken sauber zu benennen, als sie mit scheinbar präzisen Zahlen zu füllen. Die dokumentierten Werte genügen dennoch, um den Käse zuverlässig einzuordnen und von industriellen Standardprodukten zu unterscheiden. Geografisch gehört Ticklemore in ein Gebiet, in dem Klima, Weidewirtschaft und lokale Vermarktung eine sichtbare Rolle spielen. Geografisch gehört Ticklemore nach Devon im Südwesten Englands. Die Region ist durch Weiden, Hofkäsereien und eine starke Feinkostkultur geprägt, die Ziegenkäse erfolgreich neben Kuhmilchkäsen etabliert hat. In solchen Regionen entstehen Käse nicht zufällig: Die Verfügbarkeit von Milch, kurze Transportwege, lokale Bauernmärkte, Delikatessengeschäfte und die Nähe zu Restaurants bestimmen, welche Formen überleben. Gerade im Vereinigten Königreich ist diese Wiederbelebung der regionalen Käserei eng mit Bauernfamilien, kleinen Molkereien und spezialisierten Affineuren verbunden. Viele dieser Käse werden nicht in riesigen Mengen exportiert, sondern in überschaubaren Partien verkauft; dadurch bleibt ihr Profil deutlicher, aber ihre Verfügbarkeit schwankt auch stärker als bei großen Marken. Sensorisch erklärt sich die Bedeutung des Käses aus dieser Verbindung von Ort und Technik. Die Reifung verändert nicht nur Festigkeit und Aroma, sondern auch die Art, wie Salz, Säure, Milchfett und Rinde miteinander wirken. Ein junger Laib kann hell, milchig und kurz im Nachhall sein; mit zunehmendem Alter treten Noten von Butter, Heu, Nuss, Pilz, Erde, Rauch, Kräutern oder Frucht stärker hervor. Das macht Ticklemore für Käsetheken und Verkostungen interessant, weil er nicht nur als Einzelkäse beschrieben werden kann, sondern als Beispiel für eine britische Käsekultur, die Herkunft und moderne Handwerksarbeit verbindet. Heute steht Ticklemore für eine Käsekategorie, die bewusst gegen Austauschbarkeit arbeitet. Heute ist Ticklemore ein wichtiger Referenzkäse für englischen Ziegenkäse, weil er nicht nur frisch und lactic wirkt, sondern eine echte Reifestruktur besitzt. Auszeichnungen wie Gold bei den British Cheese Awards und regionale Preise unterstreichen seine Reputation. Für Verbraucher ist er vor allem dann spannend, wenn man ihn nicht eiskalt serviert, sondern ihm Zeit gibt, sich bei Raumtemperatur zu öffnen. Für die Gastronomie eignet er sich als Akzent: auf einer Käseplatte, in kleinen warmen Gerichten oder als Kontrast zu Obst, Nüssen, Chutneys, dunklem Brot und passenden Getränken. Für eine Wissensseite sollte Ticklemore als Sharpham Ticklemore geführt werden, wenn die Herstellerbindung betont werden soll; der Kurzname Ticklemore ist jedoch im Handel sehr geläufig. Seine Bedeutung liegt daher nicht allein in geschützten Namen oder Auszeichnungen, sondern in der nachvollziehbaren handwerklichen Herkunft: Wer ihn probiert, schmeckt eine konkrete Landschaft, eine konkrete Molkerei und eine Entscheidung für mehr Charakter im Käse.
© 2026 Käsekunde.de · Alle Rechte vorbehalten · Alle Angaben ohne Gewähr
* Affiliate-Links · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen