Templegall Extra Mature trägt den Geschmack irischer Weiden in einer ruhigen, handwerklichen Form. Mit seiner alpinen Tiefe und der Wärme langer Reifung wirkt er wie ein Käse, der nicht laut sein muss, um im Gedächtnis zu bleiben.
Die Textur zeigt sich fest, schnittig und fein kristallin und gibt dem Käse ein klares Mundgefühl. In der Nase öffnen sich geröstete Nuss, Heu, warme Butter und ein Hauch Erdigkeit, ohne den Milchcharakter zu verdecken. Am Gaumen wirkt er konzentriert, fruchtig-nussig und angenehm umami und bleibt dabei ausgewogen. Die Reifung beziehungsweise Frische führt nicht zu Schwere, sondern zu einer sauberen, gut lesbaren Struktur. Kleine Nuancen von Gras, Butter, Nuss oder Kräuterwürze treten je nach Stück und Alter deutlicher hervor. Das Finish ist lang, würzig und trocken genug für den nächsten Bissen und macht den Käse sowohl solo als auch in der Küche gut einsetzbar.
Als Wein passt ein Chardonnay aus Burgund oder ein gereifter Chenin Blanc, weil Säure und Frucht den Milchschmelz aufnehmen. Beim Bier funktioniert ein malziges Irish Red Ale oder ein nicht zu bitteres Brown Ale, das Malz, Bittere oder Röstnoten als Gegengewicht setzt. Alkoholfrei empfiehlt sich leicht gekühlter Apfelmost ohne Alkohol, da es Frische und Länge bringt. Die Kombination funktioniert, weil Nuss, Säure und Malz die lange Reifung auffangen.
Auf der Käseplatte passt Walnüsse, Sauerteigbrot und Birnen besonders gut, weil es den Käse nicht überdeckt. Regional gedacht funktionieren irische Hafercracker, Apfelchutney und luftgetrockneter Schinken als bodenständige Begleiter. Für Kontrast sorgen Cornichons, eingelegte Schalotten oder ein nicht zu süßer Quittenkäse, die Süße, Säure oder Knusper in die Kombination bringen. Warm eingesetzt sollte der Käse eher behutsam behandelt werden, damit seine Milch- und Reifearomen erhalten bleiben.
Für einen irisch-alpinen Kartoffelgratin wird Templegall Extra Mature in grobe Stücke geschnitten oder gerieben. Dünne Kartoffelscheiben werden mit etwas Sahne, Muskat, schwarzem Pfeffer und Lauch in eine Form geschichtet. Zum Schluss den Käse erst spät zugeben, damit er schmilzt oder warm wird, ohne seine Struktur komplett zu verlieren. Serviert wird das Gericht mit etwas frischer Säure, etwa Kräutern, Apfel, Zitrone oder einem kleinen Löffel Chutney. So bleibt der Käse Hauptdarsteller und wird nicht zum bloßen Fettlieferanten – das wäre kulinarisch unnötig grob.
Reifezeit Extra Mature: mindestens 18 Monate Laibgröße: ca. 40 kg Rindenpflege: 3-mal pro Woche gebürstet Hersteller: 1 Hofkäserei in Whitechurch, County Cork Auszeichnung: Supreme Champion CÁIS 2024 Jahresproduktion: keine öffentliche Tonnenzahl
Templegall Extra Mature gehört zur kleinen, aber bemerkenswert präzise arbeitenden Rohmilchlinie von Hegarty’s Cheese in Whitechurch im County Cork. Der Name Templegall leitet sich vom irischen Ortsnamen „An Teampall Geal“ ab, also vom „weißen Kirchort“, und verbindet die lokale Verankerung mit einer Käseidee, die klar nach Mitteleuropa blickt: große, gekochte und gepresste Laibe, lange Reifung, gepflegte Naturrinde und ein Aromaprofil, das an Gruyère, Comté und andere alpine Hartkäse erinnert. Hegarty’s Farmhouse Cheese begann 2001 mit Käse auf der Familienfarm; 2016 kam der französische Käser Jean-Baptiste Enjelvin hinzu, der die Entwicklung des alpinen Templegall maßgeblich mitprägte. Für Templegall wird Rohmilch von der eigenen grasgefütterten Friesian-Herde verwendet; damit bleibt die Herkunft der Milch unmittelbar mit dem Betrieb verbunden. Die öffentlich dokumentierten Angaben sprechen von schweren Laiben um etwa 35 bis 42 Kilogramm, bei Hegarty selbst von 40-Kilogramm-Rädern. Diese Dimension ist nicht romantische Übertreibung, sondern technisch bedeutsam: Große Laibe reifen langsamer, speichern Feuchtigkeit anders und entwickeln über Monate eine ruhige, tiefe Aromatik. Der Käse wird nach Herstellerangaben mindestens neun Monate gereift; die Version Extra Mature wird in aktuellen Preis- und Award-Berichten mit mindestens achtzehn Monaten Reife beschrieben. Während der Reifung wird die Rinde regelmäßig gepflegt, nach mehreren Quellen dreimal pro Woche gebürstet, damit sie stabil bleibt und zugleich die typisch würzige Außenzone ausbilden kann. Konkrete Kesseltemperaturen, Bruchgrößen oder Presszeiten werden vom Hersteller nicht öffentlich beziffert; sicher dokumentiert ist jedoch der Stil als Swiss beziehungsweise Alpine style, die Rohmilchbasis und die lange Reifung. Geografisch steht der Käse für Munster, genauer für den Norden des County Cork, eine Landschaft, in der feuchtes Klima, lange Weidesaison und milchbetonte Landwirtschaft zusammenkommen. Templegall ist auch deshalb interessant, weil er zeigt, wie die irische Farmhouse-Cheese-Bewegung über klassische Cheddar- und Weichkäsestile hinausgewachsen ist. Statt nur ein irisches Pendant zu einem bekannten Alpenkäse zu sein, übersetzt er die alpine Idee in eine irische Hofrealität: Sommermilch, grasbasierte Fütterung, große Räder, geduldige Pflege und eine deutliche, aber nie aggressive Rohmilcharomatik. Seine Bedeutung heute ist durch Auszeichnungen gut belegt. Bei den CÁIS Irish Cheese Awards 2024 wurde Templegall Extra Mature Supreme Champion und zugleich in der Kategorie Raw Milk Cheese hervorgehoben; bereits 2021 hatte Templegall den Supreme-Champion-Titel erhalten. Für Käseliebhaber ist er damit nicht nur ein guter Käse, sondern ein Signal: Irland kann Hartkäse mit Tiefe, Struktur und Reifewürde erzeugen, ohne seine eigene Herkunft zu verstecken. Für die öffentliche Käsebeschreibung ist wichtig, Templegall Extra Mature nicht mit industriellen Standarddaten zu überfrachten. Die verfügbaren Quellen nennen für diesen Käse belastbare Eckpunkte wie Milchbasis, Stil, Herkunftsraum, Reifezeit oder Auszeichnungen, veröffentlichen aber keine vollständigen Kesselprotokolle mit exakten Bruchgrößen, Rührzeiten und Kesseltemperaturen. Deshalb werden in diesem Datensatz nur jene Zahlen verwendet, die als Hersteller- oder Branchenangaben nachvollziehbar sind; fehlende Temperaturwerte werden bewusst nicht geschätzt. Das ist gerade bei kleinen irischen Hofkäsereien relevant, weil viele Rezepturen Teil des handwerklichen Wissens der Käserei bleiben und nicht als technische Spezifikation veröffentlicht werden. Sensorisch lässt sich der Käse dennoch präzise einordnen: Rohmilch von grasgefütterten Friesian-Kühen trägt die Grundaromatik, ein alpiner, gekochter und gepresster Hartkäse beschreibt die Richtung der Textur, und Munster und der Norden von County Cork liefert die landschaftliche Klammer. Heute steht der Käse damit für eine jüngere, selbstbewusste irische Käsekultur, die nicht nur alte Vorbilder nachahmt, sondern lokale Milch, Grasland, Hofstruktur und Reifepraxis zu einem eigenständigen Profil verbindet. Für die öffentliche Käsebeschreibung ist wichtig, Templegall Extra Mature nicht mit industriellen Standarddaten zu überfrachten. Die verfügbaren Quellen nennen für diesen Käse belastbare Eckpunkte wie Milchbasis, Stil, Herkunftsraum, Reifezeit oder Auszeichnungen, veröffentlichen aber keine vollständigen Kesselprotokolle mit exakten Bruchgrößen, Rührzeiten und Kesseltemperaturen. Deshalb werden in diesem Datensatz nur jene Zahlen verwendet, die als Hersteller- oder Branchenangaben nachvollziehbar sind; fehlende Temperaturwerte werden bewusst nicht geschätzt. Das ist gerade bei kleinen irischen Hofkäsereien relevant, weil viele Rezepturen Teil des handwerklichen Wissens der Käserei bleiben und nicht als technische Spezifikation veröffentlicht werden. Sensorisch lässt sich der Käse dennoch präzise einordnen: Rohmilch von grasgefütterten Friesian-Kühen trägt die Grundaromatik, ein alpiner, gekochter und gepresster Hartkäse beschreibt die Richtung der Textur, und Munster und der Norden von County Cork liefert die landschaftliche Klammer. Heute steht der Käse damit für eine jüngere, selbstbewusste irische Käsekultur, die nicht nur alte Vorbilder nachahmt, sondern lokale Milch, Grasland, Hofstruktur und Reifepraxis zu einem eigenständigen Profil verbindet.
© 2026 Käsekunde.de · Alle Rechte vorbehalten · Alle Angaben ohne Gewähr
* Affiliate-Links · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen