Sveti Roko verbindet die Wärme von Kuhmilch mit der würzigen Tiefe von Schafmilch. Der Käse wirkt wie ein heller Sommerabend im Livnoer Hochland: fest, duftend und mit einem Hauch mediterraner Nähe.
Sveti Roko ist ein regionaler Herstellerkäse mit schwächerem formalen Herkunftsnachweis, aber gut belegter Produktbeschreibung durch Eko Sir Puđa. Die Textur wird als halbelastisch beschrieben, mit vereinzelten kleinen Öffnungen und einer strohgelben Rinde. Aromatisch zeigt er warme Milch, leichte Schafsmilchwürze, Heu und eine feine pikante Kante. Im Geschmack ist er voll, salzig, rund und etwas herzhafter als ein reiner Kuhmilchkäse. Das Finish bleibt mittellang, würzig und sauber. Er eignet sich sowohl zum Aufschneiden als auch zum Reiben über warme Gemüse- und Ofengerichte.
Ein strukturierter Weißwein wie Žilavka oder ein frischer Pošip nimmt die Schafsmilchwürze auf, ohne den Käse zu beschweren. Zu kräftigeren Stücken passt ein helles, nicht zu bitteres Bier mit sauberem Malzkörper. Alkoholfrei funktionieren Birnensaftschorle oder Mineralwasser mit Zitrone, weil beides Salz und Fett auffrischt.
Sveti Roko passt zu dalmatinisch geprägten Beilagen: Oliven, getrockneten Feigen, Tomaten, Paprika und gutem Weißbrot. Auf einer Käseplatte sollte er neben milderen Kuhmilchkäsen liegen, damit seine Schafsmilchkomponente besser auffällt. Warm harmoniert er mit Kartoffeln, Zucchini, Mangold und ofengerösteten Auberginen.
Für Ofenkartoffeln mit Sveti Roko kleine Kartoffeln halbieren, mit Olivenöl, Rosmarin und Salz rösten. Kurz vor Ende der Garzeit geriebenen Sveti Roko darüberstreuen. Der Käse soll weich werden und leicht bräunen, aber nicht austrocknen. Mit Joghurt-Kräuter-Dip und Tomatensalat servieren.
Hersteller: Eko Sir Puđa Milchbasis: Kuh- und Schafmilch Laibgewicht: ca. 2,5 kg Lagerempfehlung: +4 bis +8 °C Haltbarkeit laut Hersteller: 1 Jahr EU-Schutzstatus: 0 belegte AOP/PGI/TSG-Einträge
Eko Sir Puđa ist für mehrere moderne und zugleich regional verwurzelte Käse aus dem Livno-Gebiet wichtig. Das Unternehmen wurde 2001 gegründet und verankert seine Arbeit in einer Familientradition, die nach eigenen Angaben bereits in der dritten Generation mit Käse verbunden ist. Die erste Molkerei wurde 2003 in Miši beziehungsweise Golinjevo im Gebiet Livno eröffnet, in einer Landschaft zwischen Tušnica, Buško-See, Livanjsko polje und dem Übergang nach Herzegowina. Die Milch stammt laut Hersteller von lokalen Bauern aus Livno und Tomislavgrad, deren Tiere in den milderen Jahreszeiten auf Weiden gehalten und im Winter mit Heu und Futter aus regionaler Erzeugung versorgt werden. Für die Puđa-Käse ist wichtig, dass der Hersteller ausdrücklich vollfette pasteurisierte Milch nennt; Rohmilch wird für diese Produkte daher nicht angegeben. Die offizielle Produktpalette umfasst neben Livanjski sir auch Trapist, Kozji und Ovčiji sir, Dalmatinski, Sveti Roko, Delminium, Delmato sowie frische und weiche Käse. Diese Käse sind keine AOP-, PGI- oder TSG-Käse, sondern markengebundene Hersteller- und regionale Spezialitäten aus dem weiteren Livno-Kontext. Sveti Roko wird offiziell als Käse aus vollfetter gemischter Schafs- und Kuhmilch beschrieben. Der Hersteller ordnet ihn als harten dalmatinischen Käse ein und nennt eine strohgelbe Rinde, eine halbelastische Struktur, sporadische Löcher und ein ausgeprägtes Aroma aus der gemischten Milch. Die Produktion ist an die Saison der Schafmilch gebunden, wodurch der Käse eine natürlich begrenzte Verfügbarkeit und einen engeren Bezug zum Jahreslauf erhält. Als Laibgröße werden etwa 2,5 Kilogramm genannt; die Haltbarkeit wird mit einem Jahr angegeben, wenn der Käse kühl gelagert wird. Der Name Sveti Roko verweist zugleich auf eine regionale, katholisch geprägte Namenswelt, ist aber vor allem als Puđa-Produkt zu verstehen und nicht als geschützt definierte Herkunftsbezeichnung. Die Produktionsgeschichte dieser Käse muss immer im Schatten und zugleich im Licht des berühmteren Livanjski sir gelesen werden. Livanjski sir wird in der Region seit 1886 mit organisierter Käseherstellung verbunden; daraus entstand eine regionale Käsekultur, die später Raum für weitere Hart-, Halb- und Frischkäse gab. Puđa nutzt diese Herkunft nicht nur als Marketingbild, sondern als reale Rohstofflogik: Bergmilch, Weideperioden, lokale Erfassung und eine Molkerei im traditionellen Viehzuchtgebiet. Bei den Einzelprodukten sind einige technische Eckdaten veröffentlicht, etwa Reifezeiten von 60 oder 90 Tagen, Laibgewichte, Verpackungsgrößen und Lagerhinweise zwischen +4 und +8 Grad Celsius. Nicht veröffentlicht sind für viele Produkte jedoch genaue Kesseltemperaturen, Labmengen, Bruchkorngrößen oder pH-Ziele. Diese Zahlen werden deshalb nicht ergänzt. Für eine Käse-Datenbank ist es fachlich sauberer, die vorhandenen Angaben zu nennen und den Stil sensorisch aus Käsefamilie, Milchart und Reifung abzuleiten. Heute sind die Puđa-Produkte für Bosnien und Herzegowina interessant, weil sie zeigen, dass regionale Käsekultur nicht nur aus alten Hofkäsen besteht. Sie übersetzt Livnoer Milch in marktfähige, wiedererkennbare Sorten, die in Handel, Gastronomie und Exportumfeld leichter kommuniziert werden können als lose Marktware. Zugleich bleiben sie kulinarisch eng an die Landschaft gebunden, denn Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch aus dem Berg- und Karstgebiet geben ihnen ein anderes Profil als anonyme Industrieware. Wer sie beschreibt, sollte daher beides sichtbar machen: den Herstellercharakter und die regionale Herkunft. Für eine öffentliche Wissensdatenbank ist bei diesem Käse besonders wichtig, zwischen gesicherter Tradition, Herstellerangaben und nicht veröffentlichten technischen Details zu trennen. Wo keine belastbaren Gradwerte für Labzugabe, Bruchbereitung oder Nachwärmen veröffentlicht sind, werden sie bewusst nicht ergänzt, weil erfundene Temperaturen die fachliche Qualität schwächen würden. Stattdessen lässt sich die Herstellungslogik aus der belegten Käsefamilie, der genannten Milchart, den dokumentierten Reifezeiten, Packungsgrößen, Lagerhinweisen und der geografischen Herkunft einordnen. Die sensorische Beschreibung folgt deshalb nicht einer Laboranalyse, sondern der Art des Käsetyps: frische, salzlakegereifte, halbfeste oder harte Käse entwickeln jeweils andere Feuchtigkeitsbindung, Schnittbilder, Säureprofile und Reifearomen. Gerade bei bosnisch-herzegowinischen Käsesorten ist diese Vorsicht sinnvoll, weil viele Erzeugnisse weiterhin stark über lokale Praxis, Familienbetriebe und regionale Vermarktung überliefert werden. Der Käse wird daher als dokumentierte regionale Spezialität beschrieben, bei markengebundenen Produkten zusätzlich als Herstellerkäse, und nicht als europäisch geschützter Herkunftskäse. Für die Nutzung im Handel oder in einer Käse-Wissensdatenbank sollte diese Unterscheidung sichtbar bleiben: Herkunft und Stil sind wertvoll, auch wenn sie nicht automatisch einem AOP-, PGI- oder TSG-Register entsprechen.
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