In den geheimnisvollen Tiefen der Schweizer Sandsteinhöhle von Kaltbach entsteht ein wahrer Kaeseschatz. Das Raedli Cremig-Wuerzig verzaubert mit seinem zarten Schmelz und der charakteristischen dunklen Rinde, die ihm die mystische Hoehlenatmosphaere verleiht. Diese kleine Kostbarkeit vereint jahrhundertealte Handwerkskunst mit den natuerlichen Kraeften einer urzeitlichen Hoehle.
Das Raedli Cremig-Wuerzig besticht durch seine samtweiche, fast butterartige Textur, die auf der Zunge zergeht wie frische Alpensahne. Die Nase wird von einem komplexen Bouquet aus gerösteten Nuessen, feuchter Erde und einem Hauch von Pilzen begruesst – typische Merkmale der geheimnisvollen Hoehlenreifung. Am Gaumen entfaltet sich eine harmonische Balance aus milder Cremigkeit und einem angenehm wuerzigen Finale. Subtile Kraeuternoten erinnern an Bergweiden, waehrend eine leichte Fruchtigkeit an reife Birnen denken laesst. Der Abgang ist mittellang und hinterlaesst einen angenehm nussigen Nachklang, der zum naechsten Bissen einlaedt. Die charakteristische dunkle Rinde verraet sofort die besondere Herkunft aus der Kaltbacher Sandsteinhoehle.
Der cremig-wuerzige Charakter harmoniert perfekt mit einem trockenen Schweizer Weisswein wie Fendant aus dem Wallis oder einem halbtrockenen Pinot Noir aus der Ostschweiz. Die nussigen Aromen des Kaeses unterstreichen auch die malzigen Noten eines hellen Lagers oder eines unfiltriertes Zwickelbier. Fuer besondere Anlaesse empfiehlt sich ein gereifter Gewuerztraminer, dessen fruchtige Suessse die cremige Textur wunderbar ergaenzt.
Traditionell wird das Raedli auf frischem Berner Bauernbrot mit einem Tupfer Quittengele serviert. Walnuesse und getrocknete Birnen aus der Region Luzern bilden eine klassische Begleitung, die die nussigen Untertöne des Kaeses betont. Besonders reizvoll ist die Kombination mit Honig aus Alpenblueten, der die cremige Konsistenz und das wuerzige Finale perfekt ausbalanciert.
Fuer eine raffinierte Kaesespaetzle-Variation das Raedli grob reiben und mit gekochten Spaetzle aus Urdinkel vermischen. Mit gerösteten Zwiebeln aus der Region und einem Schuss Kirsch verfeinern. In einer ofenfesten Pfanne mit Butter anschwitzen, bis der Kaese cremig schmilzt. Mit frischen Kraeutern aus dem Klostergarten garnieren und heiss servieren. Diese rustikale Spezialitaet vereint die Cremigkeit des Hoehlenkaeses mit der herzhaften Tradition der Zentralschweiz.
Gewicht pro Raedli: etwa 4 5 kg Reifezeit in der Hoehle: 4 Monate Lagertemperatur konstant: 10-12 5 Grad Celsius Luftfeuchtigkeit in der Hoehle: 94 Prozent Hoehlennutzung seit: 1953 Fett in der Trockenmasse: mindestens 56 Prozent
Die Geschichte des Raedli Cremig-Wuerzig ist untrennbar mit der Entdeckung der aussergewoehnlichen Reifeeigenschaften der Kaltbacher Sandsteinhoehle im Jahr 1953 verbunden. Käser aus der Region um Sempach im Kanton Luzern entdeckten durch gluecklichen Zufall, dass die speziellen klimatischen Bedingungen dieser urzeitlichen Hoehle den Kaese auf weltweit einzigartige Weise reifen lassen. Die Hoehle selbst entstand vor ueber 22 Millionen Jahren waehrend der letzten Eiszeit, als Wasser und Eis den Sandstein des Santenbergs formten und ein kilometerlanges Labyrinth schufen, das heute bis zu 60 Meter unter der Erdoberfläche reicht. Die Emmi AG, der grösste milchverarbeitende Betrieb der Schweiz, erkannte schnell das Potential dieses Naturwunders und entwickelte ab 1953 systematisch die Kunst der Höhlenveredelung. Das Raedli als kleinste Form der traditionellen Schweizer Sennkaese – neben dem Grosslaib mit 35 Kilogramm und dem Rad mit 6-7 Kilogramm – war von Anfang an Teil dieses innovativen Konzepts. Der Name Raedli, diminutive Form von Rad, spiegelt die traditionelle Schweizer Käsekultur wider, in der die Groesse des Käses oft den Verwendungszweck bestimmt. Mit seinem Gewicht von etwa 4,5 Kilogramm eignet sich das Raedli perfekt fuer kleinere Haushalte und Gastronomiebetriebe. Die Produktion beginnt mit der strengen Selektion der Käselaibe durch die Höhlenmeister, die mindestens 19 von 20 moeglichen Punkten erreichen muessen. Diese werden aus feinster Schweizer Kuhmilch hergestellt, oft thermisiert um die natuerlichen Aromen zu bewahren waehrend schaedliche Bakterien eliminiert werden. Die ausgewaehlten Laibe werden dann in die geheimnisvolle Hoehlenatmosphaere gebracht, wo konstante klimatische Bedingungen herrschen: eine Luftfeuchtigkeit von etwa 94 Prozent und gleichbleibende Temperaturen zwischen 10 und 12,5 Grad Celsius. Diese natuerlichen Gegebenheiten erfordern keine kuenstliche Klimatisierung und schaffen ideale Voraussetzungen fuer die Entwicklung der charakteristischen dunklen Rinde. Diese entsteht durch spezielle Bakterien, die nur in dieser besonderen Hoehlenatmosphäre existieren und Teil des geheimen Veredelungsprozesses sind. Die Höhlenmeister, auch Maîtres-Kaltbach genannt, hueten ein traditionsreiches Wissen, das ausschliesslich muendlich weitergegeben wird. Ihre Kunst besteht im sorgfaeltigen Buersten der Laibe mit der geheimen Kaltbach-Höhlensulz, regelmaessigem Wenden und der prazisen Bestimmung des optimalen Reifezeitpunkts. Waehrend der viermonatigen Reifezeit in den verwinkelten Höhlengaengen, wo ueber 150.000 Käselaibe auf hohen Regalen lagern, entwickelt das Raedli seine unverwechselbaren Geschmacksnuancen. Die Emmi AG investierte kontinuierlich in die Erweiterung der Höhlenkapazitäten und erweiterte das urspruenglich 970 Meter lange Höhlensystem bis 2024 auf 2.130 Meter fuer 15 Millionen Schweizer Franken. Heute beschäftigt das Unternehmen in Kaltbach 50 Angestellte, davon 12 spezialisierte Käser und Höhlenmeister. Die jaehrliche Produktion umfasst 1800 Tonnen verschiedener Kaltbach-Spezialitaeten, wobei das Raedli Cremig-Wuerzig als einer der beliebtesten Vertreter gilt. Das moderne Besucherzentrum mit Shop und Verkostungsmoeglichkeiten, das 2024 eroffnet wurde, zeugt von der touristischen Bedeutung dieser einzigartigen Käsetradition. Die Kaltbach-Kaese, einschliesslich des Raedli Cremig-Wuerzig, wurden mehrfach international ausgezeichnet, unter anderem bei den renommierten World Cheese Awards, wo 2025 sieben Kaltbach-Spezialitaeten praemiert wurden. Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie traditionelle Schweizer Käsekunst durch innovative Veredelungsmethoden zu kulinarischen Meisterwerken von Weltrang entwickelt werden kann.
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