In den sanften Hügeln der südlichen Rhône, wo die Ziegen grasen und die Sonne den Boden küsst, entsteht der Picodon – ein kleiner, würziger Käse mit großer Geschichte.
Der Picodon präsentiert sich als kleiner, runder Käse mit einer feinen, weißen bis bläulichen Rinde. Sein Teig ist glatt und fest, mit einer leicht körnigen Struktur. Im Geschmack entfaltet er eine ausgewogene Mischung aus milden, leicht säuerlichen Noten und einer nussigen Tiefe, die mit zunehmender Reife intensiver wird. Ein dezenter Ziegengeruch begleitet das Geschmackserlebnis, das je nach Reifegrad von frisch und cremig bis hin zu würzig und komplex reicht.
Der Picodon harmoniert hervorragend mit einem trockenen Weißwein wie Saint-Joseph oder einem fruchtigen Rotwein. Auch ein Glas Cidre oder ein kräftiger Obstbrand ergänzen seinen Geschmack perfekt. Für eine besondere Note kann er mit einem Glas Roséwein genossen werden.
Picodon passt ausgezeichnet zu frischen Salaten, insbesondere mit Nüssen und Honig. Er kann auch in warmen Gerichten wie gegrilltem Gemüse oder auf einer Quiche verwendet werden. Für eine süße Kombination empfiehlt sich ein Apfelkompott oder frische Feigen.
Für eine einfache Ziegenkäse-Tarte den Picodon in Scheiben schneiden und auf einem Blätterteigboden verteilen. Mit Zwiebeln, Thymian und etwas Honig garnieren. Im Ofen backen, bis der Teig goldbraun ist. Vor dem Servieren mit frischen Kräutern bestreuen.
Durchmesser: 5 bis 8 cm Höhe: 1,8 bis 2,5 cm Gewicht: 40 bis 100 g Fettgehalt: mindestens 45% Fett i. Tr. Produktionsmenge: 584 Tonnen im Jahr 2005
Der Picodon blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 14. Jahrhundert reicht. Der Name "Picodon" leitet sich vom okzitanischen Wort "picaoudou" ab, was "kleiner würziger Käse" bedeutet. Im 16. Jahrhundert erwähnte der Dichter Pierre de Ronsard den Picodon in seinen Schriften, was auf seine Bedeutung in der Region hindeutet. Im 19. Jahrhundert wurde der Picodon in den Steuerdokumenten als Naturalabgabe aufgeführt, was seine wirtschaftliche Bedeutung unterstreicht. Die Herstellung des Picodon erfolgt aus Ziegenrohmilch, wobei eine minimale Menge Lab hinzugefügt wird, um die Milch zu gerinnen. Der Bruch wird in kleine, löchrige Formen geschöpft, abgetropft und anschließend zweimal trocken gesalzen. Nach der Salzung wird der Käse auf Rosten getrocknet und mindestens zwölf Tage gereift. Eine besondere Reifungsmethode ist die "Dieulefit-Affinage", bei der der Käse mindestens einen Monat lang gereift wird und während dieser Zeit mehrmals mit Salzlake gewaschen oder mit Wein oder Trester eingerieben wird. Diese Methode verleiht dem Picodon einen einzigartigen, kräftigen Geschmack. Geografisch wird der Picodon hauptsächlich in den Départements Ardèche und Drôme sowie in den Kantonen Barjac und Valréas produziert. Diese Regionen sind bekannt für ihre ariden Hügel und vielfältige Flora, die den Ziegen eine abwechslungsreiche Ernährung bieten. Der Picodon wurde 1983 in Frankreich als Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) geschützt und 1996 auf europäischer Ebene als Appellation d'Origine Protégée (AOP) anerkannt. Heute wird der Picodon von etwa 150 Bauern in Südostfrankreich produziert und hat sich als bedeutender Bestandteil der regionalen Kultur und Wirtschaft etabliert. Seine Vielseitigkeit und der charakteristische Geschmack machen ihn zu einem geschätzten Käse, der sowohl in der Region als auch international Anerkennung findet.
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