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Persillé de la Tarentaise

FrankreichSavoyenKuh- und ZiegenmilchKuh und Ziege
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Persillé de la Tarentaise ist ein Bergkäse mit rauer Stimme: hell, brüchig und von blauen Spuren durchzogen. Er schmeckt nach Hochweide, Ziege, Keller und der kühlen Geduld alpiner Reifung.

Der Sommelier empfiehlt

Persillé de la Tarentaise besitzt eine bröckelige bis feste Paste, die mit zunehmender Reife trockener und würziger wird. Der Duft erinnert an Ziegenmilch, feuchte Höhle, Pilz und getrocknete Kräuter. Junge Stücke wirken noch frisch, säuerlich und leicht cremig. Reifere Laibe zeigen mehr Blauwürze, Keller, Salz und eine rustikale animalische Tiefe. Im Mund ist er nicht glatt, sondern körnig, lebendig und markant. Das Finish ist lang, würzig und leicht pfeffrig.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Ein Crépy de Savoie oder ein trockener Roussette bringt Säure gegen die dichte, bröckelige Paste. Zu reiferen Stücken passt auch ein leicht süßer Jurançon, weil Süße und Blauschimmelwürze harmonieren. Bierseitig funktioniert ein Saison-Bier mit Kräuter- und Hefenoten.

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Beilagen & Speisen

Dazu passen dunkles Brot, Walnüsse, Birne und etwas Honig. Regional stimmig sind Kartoffeln, Buchweizen-Crozets und Kräuter aus den Bergwiesen. Auf der Platte sollte der Käse in kleinen Stücken serviert werden, weil seine Würze intensiv ist.

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Rezeptidee

Für Crozets mit Persillé de la Tarentaise die Nudeln bissfest kochen und mit etwas Sahne, Pfeffer und Muskat mischen. Den Käse grob zerbröckeln und nur kurz unterheben, damit er aromatisch bleibt. Mit gerösteten Walnüssen bestreuen. Dazu passt ein bitterer Wintersalat.

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Wissenswertes

Historische Spur der Persillés: 18. Jahrhundert Mischung bei Tignes-Typen: ca. 75 bis 80 % Ziegenmilch Kuhmilchanteil bei Tignes-Typen: ca. 20 bis 25 % Gewicht Tignes-Typ: ca. 700 g bis 1 kg Reifezeit Handel Tarentaise: ca. 3 bis 4 Monate Regionale Tal-Länge Tarentaise: ca. 80 km

Geschichte & Wissenswertes

Persillé de la Tarentaise gehört zu jenen französischen Käsen, deren Geschichte weniger durch große Schutzsiegel als durch die Beharrlichkeit kleiner Regionen, einzelner Käser und lokaler Märkte geprägt wurde. Persillé de la Tarentaise gehört zu den seltenen persillé-Käsen der Savoie, die besonders mit der Haute Tarentaise, Tignes, Sainte-Foy und den umliegenden Bergtälern verbunden sind. Die Persillés der Savoie werden häufig bis in das 18. Jahrhundert zurückgeführt; beim Persillé de Tignes erzählt die regionale Überlieferung sogar von einer Begegnung Charlemagnes mit einem Käse dieser Art. Entscheidend ist die alte Methode, Milch mehrerer Melkungen und teils verschiedener Tierarten zu einem kräftigen, bröckeligen Bergkäse werden zu lassen. Gerade bei solchen Sorten ist die historische Spur oft nicht in einem einzigen offiziellen Dekret festgehalten, sondern verteilt sich auf bäuerliche Praxis, regionale Handelswege, mündlich weitergegebenes Wissen und die Arbeit von Affineuren, die aus einer vertrauten Milch eine wiedererkennbare Persönlichkeit formen. Für eine Wissensseite ist deshalb wichtig, den Käse nicht künstlich größer zu machen, als er ist: Seine Bedeutung liegt in der präzisen Herkunft, im handwerklichen Profil und in der Tatsache, dass er ein Stück regionaler Esskultur bewahrt, das neben den großen AOP-Namen leicht übersehen wird. In der Herstellung folgt Persillé de la Tarentaise dem Prinzip, die Eigenart der Milch möglichst klar in Textur und Reife zu übersetzen. Je nach lokaler Ausprägung kann Persillé de la Tarentaise aus Ziegenmilch oder aus einer Mischung von Ziegen- und Kuhmilch entstehen. Bei verwandten Tignes-Formen werden Mischungen wie 75 bis 80 % Ziegenmilch und 20 bis 25 % Kuhmilch genannt. Der Käse ist zylindrisch, oft um 700 g bis 1 kg schwer, bei Sainte-Foy-Formen auch 2 bis 2,5 kg. Die Reife dauert je nach Typ von mindestens 1 Monat bis 3 oder 4 Monate, wobei der Teig bröckelig, weiß bis bläulich und zunehmend rustikal wird. Die öffentlich belegbaren Angaben nennen bei dieser Sorte vor allem Format, Milch, Reifezeit oder Erzeugungsort; verbindliche Produktionszahlen oder standardisierte Temperaturkurven sind nicht in gleichem Umfang verfügbar wie bei geschützten AOP-Käsen. Das ist bei kleineren französischen Spezialitäten nicht ungewöhnlich: Während ein AOP-Lastenheft häufig genaue Vorschriften zu Fütterung, Rassen, Kesselgröße, Abtropfen, Salzung und Reifeklima enthält, arbeiten viele Marken- und Hofkäse mit betrieblichen Rezepturen, die zwar konstant gepflegt, aber nicht als öffentliches Pflichtenheft veröffentlicht werden. Sensorisch erklärt sich daraus die Bandbreite: je nach Milchqualität, Jahreszeit, Pflege der Rinde, Dauer der Reifung und Lagerfeuchte kann dieselbe Sorte milder, würziger, trockener oder deutlich cremiger erscheinen. Geografisch ist Persillé de la Tarentaise fest mit der Haute Tarentaise, einer langen inneralpinen Savoie-Region mit Isère-Tal, Hochalmen, Tignes, Villaroger und Sainte-Foy-Tarentaise verbunden. Diese Räume sind für Käse besonders interessant, weil Höhenlage, Grünland, Stall- und Alpperioden sowie die Nähe zu älteren Käsetypen eine Art kulinarisches Gedächtnis bilden. In den alpinen und auvergnatischen Landschaften Frankreichs war Käse historisch nicht nur Genussmittel, sondern auch Vorrat, Wertträger und Transportform von Milch. Wo frische Milch schwer zu verkaufen war, wurde sie durch Säuerung, Labgerinnung, Pressung, Trocknung, Wäsche oder Schimmelreifung haltbar gemacht. Die Formen, die daraus entstanden, sind selten zufällig: kleine Zylinder ließen sich auf Almen gut wenden, flache Laibe reiften schneller, große Meulen sparten Arbeit bei gemeinschaftlicher Milchverarbeitung, und mit Bändern aus Holz oder gewaschenen Rinden konnte man sehr weiche Teige stabilisieren. Heute steht Persillé de la Tarentaise für eine andere Art von französischer Käsekultur als die großen, international bekannten Klassiker. Persillé de la Tarentaise ist heute ein Käse für Kenner, weil nur wenige Produzenten und Affineure diese brüchige, eigenwillige Tradition sichtbar halten. Für Käseliebhaber liegt sein Wert gerade in dieser mittleren Zone zwischen bäuerlicher Tradition, regionaler Spezialität und moderner Vermarktung. Er eignet sich dazu, eine Käseplatte lebendiger zu machen, weil er nicht nur Geschmack, sondern auch Gesprächsstoff liefert: Warum ist die Rinde so beschaffen, weshalb reift der Käse so kurz oder so lang, welche Rolle spielt die Milch, und wie verändert sich das Aroma vom jungen zum reiferen Zustand? In der Gastronomie und an der Käsetheke sollte er deshalb nicht nur als „noch ein französischer Käse“ präsentiert werden, sondern als eigener Typ mit Herkunft, Textur und Verwendung. Sein heutiger Platz ist nicht die Massenware, sondern die bewusst gewählte Spezialität, die Kunden neugierig macht und regionale Vielfalt sichtbar hält.

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Persillé de la Tarentaise: Käse aus Frankreich