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AOPAOP – Geschützte Ursprungsbezeichnung

Paški sir raw milk

KroatienZadar CountySchafmilch (Rohmilch)Schaf, Paška ovca
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Paški sir raw milk trägt die salzige Brise der Insel Pag im Kern. Zwischen karger Steinlandschaft, Bora-Wind und aromatischen Kräutern entsteht ein Käse, der ruhig wirkt und am Gaumen doch weit erzählt.

Der Sommelier empfiehlt

Paški sir raw milk ist ein harter Rohmilch-Schafskäse, dessen Textur fest, leicht offen, lebendig wirkt. Im Duft zeigen sich Noten von wildkräuterig, tierisch-fein, salzig, je nach Reife, Schnittstärke und Serviertemperatur unterschiedlich deutlich. Am Gaumen beginnt er meist mit einer klaren Milchsüße, bevor Salz, Fett und Reifearomen Struktur geben. Die Rinde beziehungsweise Oberfläche sollte sauber wirken; bei jungen Varianten steht Frische im Vordergrund, bei gereiften Varianten mehr Dichte und Umami. Seine Aromatik bleibt kroatisch-mediterran geprägt, ohne dass sie künstlich oder überwürzt erscheint. Bei Raumtemperatur wird der Käse offener, die Textur geschmeidiger und die Würze verständlicher. Das Finish ist lang, bäuerlich und aromatisch, wodurch er sich sowohl für die Käseplatte als auch für warme Küche eignet.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Zu Paški sir raw milk passt ein trockener kroatischer Weißwein wie Pošip oder ein frischer Gegić von Pag, weil Säure und Salzigkeit die Schafmilchwürze klarer zeichnen. Bei sehr gereiften Varianten funktioniert auch Plavac Mali, dessen dunkle Frucht und Gerbstoffe gegen Fett und Umami halten. Als alkoholfreie Begleitung eignen sich Traubensaftschorle mit wenig Süße oder kalter Salbeitee.

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Beilagen & Speisen

Paški sir raw milk liebt einfache, regionale Begleiter: Lunjer Olivenöl, warme Brotstücke, rote Zwiebeln und Feigen- oder Traubenmost. Auf einer Platte passt er zu luftgetrocknetem Schinken, eingelegten Oliven und Mandeln. Gereifte Stücke können dünn gehobelt über Polenta, Pasta oder Kartoffelgerichte gegeben werden.

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Rezeptidee

Für eine Pag-Insel-Pasta Paški sir raw milk fein reiben oder hobeln und mit Olivenöl, etwas Nudelwasser, schwarzem Pfeffer und Zitronenzeste zu einer glänzenden Sauce verbinden. Die Pasta nur kurz darin schwenken, damit der Käse nicht körnig wird. Zum Schluss mit gerösteten Mandeln und wenigen Thymianblättchen bestreuen. Sehr gereifte Stücke sparsam einsetzen, weil Salz und Umami schnell dominant werden.

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Wissenswertes

Reifezeit: 3-12 Monate EU-Registrierung: 2019 als PDO/AOP Milch: unbehandelte Rohmilch der Paška ovca Mindest-Reife laut Spezifikation: 60 Tage Schutzzone: Insel Pag, Maun und Škrda Lagerung Hersteller: 8-16°C, 75-80% Feuchte

Geschichte & Wissenswertes

Paški sir raw milk gehört zur Familie des Paški sir, des berühmtesten Schafskäses der Insel Pag. Die belegte Geschichte dieses Käses reicht weiter zurück, als viele heutige Marken vermuten lassen: Schriftliche Erwähnungen von Paški sir werden für das Jahr 1831 genannt, eine modernere Form der Käseherstellung entwickelte sich um 1870, und 1912 wurde die Produktion bereits beschrieben. In der Mitte des 20. Jahrhunderts, besonders durch die Arbeiten von Stjepan Zdanovski im Jahr 1947, wurde der Käse auch wissenschaftlich und technologisch stärker greifbar. Die EU-geschützte Spezifikation fasst diese Geschichte heute in klare Regeln: Paški sir ist ein harter Schafskäse aus Vollmilch der einheimischen Paška-ovca-Schafe, hergestellt im Gebiet der Insel Pag sowie der kleinen Inseln Maun und Škrda. Die karge Landschaft ist entscheidend, denn Pag ist reich an salzgeprägtem Weideland, niedriger Vegetation und aromatischen Kräutern, die durch Bora-Wind und Meeresnähe geprägt werden. Die Milchbasis ist streng an die Insel gebunden. Die Herden nutzen ein Vegetationsmosaik aus Gräsern, Kräutern und salztoleranten Pflanzen; die Spezifikation nennt eine große Zahl lokaler Pflanzenarten und erklärt, warum der Käse trotz scheinbar karger Umgebung so duftig und mineralisch wirkt. Die Melkperiode dauert ungefähr 130 Tage, was die Milchmenge natürlich begrenzt und den saisonalen Charakter verstärkt. Wenn die Milch nicht innerhalb von sechs Stunden verarbeitet wird, muss sie unter 6°C gekühlt werden; spätestens innerhalb von achtundvierzig Stunden ist sie zu verarbeiten. Zugelassen sind Vollschafmilch, Labenzyme, Milchsäurekulturen, Lysozym und Meersalz, während alle wesentlichen Produktionsstufen im definierten Gebiet stattfinden müssen. Die Mindestlagerung beträgt sechzig Tage, viele Laibe reifen deutlich länger, und geriebener Käse darf erst nach mehr als zwölf Monaten Reife vermarktet werden. Technologisch entsteht ein dichter, relativ kleiner Laib mit trockener, fester Struktur. Die offiziellen Beschreibungen nennen einen kompakten Schnitt, gelbliche Farbe, ausgeprägte Schafmilcharomatik, Salzigkeit und eine würzige Kräuternote. Junge Laibe von etwa zwei Monaten sind noch elastischer und milder; ab ungefähr sechs Monaten werden sie brüchiger, trockener, intensiver und entwickeln bei längerer Reife kleine Kristalle. In der Praxis bewegen sich die Gligora-Versionen je nach Artikel zwischen drei und zwölf Monaten, bei besonderen Selektionen auch weit darüber. Die Lagerangaben des Herstellers liegen für viele Varianten bei 8 bis 16°C und etwa 75 bis 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit, also in einem Bereich, der langsame Abtrocknung und gleichmäßige Aromabildung unterstützt. Die Rohmilchvariante knüpft bewusst an ältere Herstellungsweisen an, bevor moderne Molkereien und thermische Behandlung die Produktion stärker standardisierten. Gligora beschreibt sie als Teilmenge der Paški-sir-Produktion aus vollständig thermisch unbehandelter Milch, hergestellt unter kontrollierten Bedingungen und mit ausgewählten Schäfern. Sensorisch erklärt das die offenere Struktur, die intensivere, wildere Nase und den bäuerlicheren Eindruck. Für die heutige Bedeutung ist wichtig, dass Paški sir nicht nur ein romantisches Inselprodukt ist, sondern ein wirtschaftliches Rückgrat für Schäferfamilien, Molkereien und den kulinarischen Tourismus auf Pag. Sirana Gligora in Kolan steht beispielhaft für diese Verbindung von Familiengeschichte, moderner Technologie und Herkunftsprofil. Der Betrieb beschreibt, dass Milch von zahlreichen Familien der Insel angekauft wird und dass die Saison von Januar bis Ende Juni eine besondere Rolle spielt. Zugleich ist Paški sir ein Export- und Wettbewerbsprodukt, das Kroatien auf internationalen Käseveranstaltungen sichtbar gemacht hat. Für eine Wissensseite ist deshalb entscheidend: Dieser Käse sollte nicht als beliebiger Hartkäse beschrieben werden. Sein Profil entsteht aus geschützter Herkunft, begrenzter Milch, rauer Insellandschaft, kontrollierter Reife und einer historischen Linie, die von bäuerlicher Selbstversorgung bis zur EU-Anerkennung reicht. Für die redaktionelle Verwendung sollte Paški sir raw milk deshalb mit behutsamer Sprache beschrieben werden: Die sichere Ebene sind Herkunftsraum, Milchart, Reifeangabe und belegter Hersteller; die unsichere Ebene wären nicht veröffentlichte Mengen, genaue Kesseltemperaturen oder vermeintliche alte Rezepte. Wo solche Details fehlen, ist Zurückhaltung fachlich besser als Ausschmückung. Gerade in einer Käse-Datenbank entsteht Vertrauen dadurch, dass regionale Identität, sensorische Erfahrung und Nachweisgrad klar voneinander getrennt werden. So bleibt der Käse kulinarisch attraktiv, ohne dass er in die Nähe einer nicht belegten Schutzbehauptung rückt.

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