Oxdjupet ist ein harter, ruhig gereifter Käse mit Schärengarten-Seele. In ihm treffen Nuss, Frucht, milde Salzigkeit und ein warmer Ton von Butterkaramell aufeinander.
Oxdjupet ist ein Hartkäse mit fester, schnittiger Textur und natürlicher Rinde. Der Duft ist nussig, leicht fruchtig und erinnert an warme Butter und helles Karamell. Am Gaumen wirkt er rund, trocken genug für klare Struktur, aber nicht spröde. Die Oberfläche wird mit kaltgepresstem Rapsöl von Säby Gård gepflegt, was den Laib vor zu starkem Austrocknen schützt. Die Reifung von 6 bis 12 Monaten gibt ihm Tiefe, ohne die Milchnote zu verlieren. Das Finish ist mittel bis lang, sauber, nussig und leicht süßlich.
Ein gereifter Chardonnay oder ein weißer Burgunder passt, weil er Nuss und Butterkaramell aufnimmt. Ein helles, malziges Bockbier kann die süßliche Reife betonen. Alkoholfrei eignet sich Apfelmost mit etwas Oxidation oder ein milder Birnensaft.
Oxdjupet harmoniert mit Walnüssen, Apfel, getrockneten Aprikosen und dunklem Brot. In einer regionalen Kombination passt er zu schwedischem Knäckebrot und leicht gesalzener Butter. Auch auf einer warmen Kartoffel mit Kräutern zeigt er seine nussige Tiefe.
Für ein einfaches Gratin gekochte Kartoffeln in Scheiben legen und mit etwas Sahne, Muskat und geriebenem Oxdjupet überbacken. Der Käse soll goldgelb werden, aber nicht verbrennen. Zum Schluss Schnittlauch darüberstreuen. Dazu passt ein grüner Salat mit Apfelessig.
Käserei: Ostmakeriet på Rindö Käsetyp: Hartkäse Reifezeit: 6 bis 12 Monate Laibgewicht: ca. 3,5 kg Fettgehalt: ca. 34 % Rindenpflege: kaltgepresstes Rapsöl
Oxdjupet gehört zu den handwerklichen Käsen von Ostmakeriet på Rindö, einem kleinen Mejeri im Schärengarten vor Stockholm. Die Käserei arbeitet auf der Insel Rindö in Vaxholm und versteht ihre Käse ausdrücklich als regionales Mathantverk: Milch aus der Umgebung, sorgfältige Handarbeit, kleine Chargen und Reifung mit Blick auf die Eigenheiten jedes Laibes. Die Milch wird laut Ostmakeriet von Öster Grytinge Gård in Södra Roslagen geholt, einem Hof der Familie Olsson mit etwa 60 melkenden Kühen der Rassen Holstein und Ayrshire. Für die Einordnung des Käses ist wichtig, dass Ostmakeriet nicht als anonyme Industriemolkerei auftritt, sondern als Schaumeierei, Hofladen und Genussort, in dem Käse, Glas, Ostkaka und Verkostungen zusammengehören. Oxdjupet ist ein Hartkäse von Ostmakeriet und zählt zu den Sorten, bei denen Reife, Rindenpflege und lokale Rohstoffbezüge besonders sichtbar werden. Die Geschichte dieses Käses ist deshalb weniger die Geschichte einer alten geschützten Herkunftsbezeichnung als die eines modernen schwedischen Hofkäses, der regionale Rohware mit europäischem Käsewissen verbindet. Ostmakeriet verweist bei mehreren Sorten auf klassische Käsefamilien, übersetzt diese aber in eine eigene Form: kleiner, persönlicher, stärker vom Reiferaum und vom handwerklichen Entscheiden geprägt. Der Käse ist nach einem Wasserweg im Schärengarten benannt und steht damit stärker als viele generische Hartkäse für seine Inselumgebung. Produktionszahlen in Tonnen, exakte Chargengrößen und Ysttemperaturen veröffentlicht Ostmakeriet für diesen Käse nicht; für eine öffentliche Wissensseite sollte das nicht ergänzt oder geschätzt werden. Sicher dokumentiert sind dagegen Reifezeit, ungefähres Gewicht, Milchbasis, Fettgehalt und die sensorische Richtung. Die dokumentierte Reifezeit liegt bei 6 bis 12 Monaten; ein ganzer Laib wiegt etwa 3,5 Kilogramm und der Fettgehalt beträgt etwa 34 Prozent. Die Herstellung folgt dem Grundgedanken klassischer Käsebereitung: frische Vollmilch, Säuerung durch Kulturen, Gerinnung, Bruchbearbeitung, Formen, Salzen und eine Reifephase, in der Oberfläche und Inneres getrennt, aber zugleich miteinander arbeiten. Die Oberfläche wird mit kaltgepresstem Rapsöl von Säby Gård behandelt, damit die Rinde natürlich bleibt und der Käse nicht zu stark austrocknet; außerdem wird er während der Reifephase regelmäßig getrocknet und gebürstet. Gerade bei den Rindö-Käsen ist auffällig, dass die Oberfläche oft nicht nur Schutzschicht ist, sondern ein aktiver Geschmacksträger. Manche Laibe werden gebürstet, andere gewaschen, andere entwickeln eine weiße oder blaue Flora. Dadurch entstehen Käse, die nicht bloß nach Fettgehalt oder Lochung beschrieben werden können, sondern nach Entwicklung: jung, reifer, kräftiger, manchmal sogar deutlich herausfordernd. Ostmakeriet betont selbst, dass handwerkliche Käse aus lebendiger Milch in Farbe, Form und Geschmacksstärke schwanken können. Geografisch steht Oxdjupet für eine sehr heutige Form schwedischer Regionalkäsekultur. Stockholm ist keine klassische Alm- oder Bergkäse-Landschaft, doch der Schärengarten liefert eine eigene Erzählung: Inseln, Wasserwege, alte Festungsarchitektur und eine Nähe zur Stadt, die handwerkliche Lebensmittel sichtbar macht. Einzelne Käse von Ostmakeriet reifen in Verbindung mit Oskar Fredriksborgs fästning oder werden im Hofladen auf Rindö verkauft; dadurch bekommt die Käserei einen deutlich lokalen Charakter. So verbindet Oxdjupet den Charakter eines lagerfähigen Hartkäses mit einer sehr lokalen Materialgeschichte. Für Käseliebhaber ist dieser Kontext wertvoll, weil er zeigt, wie schwedische Käseidentität heute entsteht: nicht nur über historische Großsorten wie Präst, Grevé oder Herrgård, sondern auch über kleine Betriebe, die ihre Käse mit Ortsnamen, Mikroklima und konkreten Rohstoffbeziehungen verbinden. Sensorisch lässt sich Oxdjupet am besten als Käse beschreiben, der seine Reifung nicht versteckt. Sein Profil ist nussig, fruchtig, mild salzig und erinnert an Smörkola, also eine schwedisch verständliche Butterkaramellnote. Die Textur, der Duft und das Finish verändern sich mit dem Alter; genau darin liegt der Unterschied zu stark standardisierten Schnittkäsen. Bei jüngeren Stücken wirken Säure, Milch und Oberfläche noch sauber getrennt, bei gereifter Ware verschmelzen sie zu mehr Tiefe, längerer Würze und deutlicherem Nachhall. Heute hat Oxdjupet seine Bedeutung vor allem als Spezialität für Käsetheken, Verkostungen und regionale Sortimente. Eine geschützte EU-Bezeichnung wie PDO, PGI oder TSG ist für diesen Namen nicht dokumentiert. Seine Glaubwürdigkeit kommt stattdessen aus der nachvollziehbaren Herkunft, aus der kleinen handwerklichen Produktion und aus dem erkennbaren Stil von Ostmakeriet på Rindö.
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