In den sanften Huegeln von Xewkija auf Gozo erweckt eine jahrhundertealte maltesische Kaesetradition zu neuem Leben. Ġobon tan-Nar verkörpert die Seele der maltesischen Handwerkskunst, wo ueber offenen Flammen cremiger Geschmack geboren wird. Ein Kaese, der Vergangenheit und Zukunft auf der Zunge vereint.
Ġobon tan-Nar praesentiert sich als cremiger, halbfester Kaese mit goldgelber Farbe und natuerlicher Annatto-Toene. Die Textur ist geschmeidig und leicht koernig, mit einer angenehmen Festigkeit, die beim Schneiden deutlich wird. Das Aroma ist vielschichtig - nussige Noten der Kuhmilch verschmelzen mit der charakteristischen Würze der Ziegenmilch zu einem harmonischen Bouquet. Am Gaumen entfaltet sich ein ausgewogener Geschmack mit salzigen und leicht saeuerlichen Akzenten, der von einem warmen, erdigen Nachgeschmack begleitet wird. Die Salzigkeit aus dem maltesischen Meersalz verleiht dem Kaese seine typische mediterrane Note. Das Finish ist mittellang und hinterlaesst einen angenehm milchigen, leicht pikanten Eindruck, der zum naechsten Bissen einlaedt.
Ġobon tan-Nar harmoniert hervorragend mit lokalen gozitanischen Weinen oder kraftvollen Rotweinen aus dem Mittelmeerraum. Die salzigen Noten des Kaeeses finden perfekte Balance mit einem belgischen Witbier oder einem maltesischen Craft Beer von Lord Chambray. Auch ein fruchtiger Rosé aus Malta oder ein kräftiger Chardonnay mit mineralischen Noten unterstreichen den authentischen Charakter dieses Handwerkskaeeses. Fuer besondere Anlaesse empfiehlt sich ein Barolo oder ein gereifter Bordeaux.
Traditionell wird Ġobon tan-Nar auf maltesischem Ħobż-Brot mit einem Tropfen goldenem Olivenoel aus Malta serviert. Excellente Begleiter sind getrocknete Tomaten, schwarze Oliven und eingelegte Kapern. In der Gozitaner Kueche wird er gerne mit Ftira, dem lokalen Fladenbrot, und frischen Kraeutern wie Basilikum und Thymian kombiniert. Ein Stueckchen maltesischer Ħobż-Biskuttini dazu rundet das authentische Geschmackserlebnis ab.
Fuer ein traditionelles Ġobon tan-Nar Ftira vier Scheiben maltesisches Fladenbrot (Ftira) toasten. Den Kaese in dünne Scheiben schneiden und auf dem warmen Brot verteilen. Mit getrockneten Tomaten, Kapern und frischem Basilikum belegen. Mit maltesischem Olivenoel betraeufeln und mit schwarzem Pfeffer wuerzen. Einige Minuten unter dem Grill erhitzen, bis der Kaese leicht schmilzt. Mit einem Glas lokalem Wein servieren und die Aromen der maltesischen Tradition geniessen.
Produktion seit 2019 nach jahrelanger Forschung zu maltesischer Kaesetradition Herstellung in Xewkija Gozo im Magro Food Village Traditionelle Tan-Nar Methode ueber offenen Flammen vor den 1930er Jahren Reifung in modernen temperaturkontrollierten Anlagen Verschiedene Varianten: Original Pfeffer Kuemmel Fenchel Vertrieb durch M&Z Marketing in maltesischen Supermaerkten
Die Geschichte des Ġobon tan-Nar reicht tief in die maltesische Vergangenheit zurueck und verkörpert eine jahrhundertealte Kaesetradition, die fast verloren gegangen waere. Bis zur Wende des zwanzigsten Jahrhunderts besass Malta eine blühende eigene Kaesekultur, die in den meisten Doerfern und Staedten verwurzelt war. Fast jede Gemeinde verfügte über ihre eigenen "imħazen tan-nar", spezialisierte Lagerhauser, die für die Kaeseherstellung in grossen Bottichen über offenen Flammen ausgestattet waren. Der Name "tan-nar", was auf Maltesisch "über dem Feuer" bedeutet, verwies direkt auf diese traditionelle Herstellungsmethode. Diese handwerklichen Betriebe waren mit grossen Bottichen und Oefen ausgeruestet, in denen der Bruch auf praezise Temperaturen über offenem Feuer erhitzt wurde. Die Kaeseherstellung folgte geheimen Familienrezepten und bewaehrten Verfahren, die von Meister zu Lehrling weitergegeben wurden. Jeder Handwerker hatte seine eigenen, streng gehüteten Geheimnisse bezüglich Temperaturführung, Reifezeit und Gewürzzugaben. Wenn Hirten Überschussmengen an frischer Milch hatten, brachten sie diese zu den imħazen tan-nar, wo sie zu haltbarem Kaese verarbeitet wurde. Der Ġobon tan-Nar wurde traditionell aus einer Kombination von zwei oder drei Milchquellen hergestellt, normalerweise Kuh- und Ziegenmilch oder Schaf- und Ziegenmilch, abhaengig von der Zusammensetzung der Herde des jeweiligen Bauern. Diese Vielfalt der Milchquellen fuehrte dazu, dass jeder Kaese seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Geschmack hatte, der von der Zusammensetzung der Herde, den Weidegründen und der Fuetterung der Tiere abhing. Diese Individualitaet schuf einen aeusserst wettbewerbsintensiven Markt zwischen den Handwerkern und Hirten, die alle um den besten Kaese der Insel konkurrierten. Mit fortschreitender Entwicklung dieser Kaesekultur wurden die Handwerker immer experimentierfreudiger mit ihren Rezepten. In spaeteren Jahren konnte man Kaese mit zugesetztem Pfeffer oder typischen maltesischen Kraeutern der Zeit finden, wie Kuemmel und Fenchel. Die Hitzebehandlung war in jenen Tagen keineswegs eine leichte Aufgabe, da Haushalte weder über Strom noch über Gasversorgung verfügten und das Kochen noch über Steinoefen erfolgte, die mit Holz oder bei wohlhabenderen Familien mit Kohle befeuert wurden. Das Entfachen und Aufrechterhalten einer grossen offenen Flamme war eine muehsame und zeitaufwaendige Arbeit, die viel Geschick und Erfahrung erforderte. Diese weitverbreitete Kaeseproduktion kam in den frühen dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts abrupt zum Stillstand, als Malta noch unter britischer Herrschaft stand. In einem Versuch, die Ausbreitung des Malta-Fiebers einzudaemmen, wurde jeglicher Handel mit frischer Milch ploetzlich illegal, was zur sofortigen Schliessung aller Kaese-Lagerhauser fuehrte und die meiste Kaeseherstellungskultur, die sich über die vorangegangenen Jahrhunderte so üppig entwickelt hatte, ausloeschte. Diese drastische Massnahme beendete eine Tradition, die Generationen von maltesischen Familien ihre Lebensgrundlage geboten hatte und tief in der kulturellen Identitaet der Inseln verwurzelt war. Waehrend dieser Zeit konnte überschüssige Milch nur noch zu Ġbejniet verarbeitet werden, da deren Herstellungsverfahren keinerlei Erhitzung erforderte. Dadurch wurde die Ġbejna bis heute zu Maltas beliebtestem Kaese. Die Wiedergeburt des Ġobon tan-Nar begann durch die intensive Forschungsarbeit von John Magro, dem Vorsitzenden der Magro Brothers Group of Companies. Nach jahrelanger Recherche in maltesischen Archiven und historischen Dokumenten gelang es ihm, die verlorenen Rezepte und Techniken zu rekonstruieren. Die neue Ġobon tan-Nar-Reihe wurde im Jahr 2019 offiziell lanciert, nachdem umfangreiche Forschungen zu dem in Auftrag gegeben wurden, was die Vorfahren mit überschüssiger Milchproduktion getan hatten. Die Markteinführung des neuen "Ġobon Malti tal-Milord" fand am 30. Mai 2019 im Restaurant Ta' Frenc in Gozo statt, wo ausgewaehlte Gaeste, Feinschmecker und Historiker zu einer Kaeseverkostung und Weinpairing-Veranstaltung eingeladen waren. Heute folgen alle Kaese, die unter der "Tan-Nar"-Reihe hergestellt werden, denselben traditionellen Rezepten und Methoden, verwenden jedoch moderne Technologie, um die Lebensmittelsicherheit für den Endverbraucher zu gewaehrleisten. Die Produktion findet im Magro Food Village in Xewkija, Gozo statt, wo modernste Technologie mit traditionellen Verfahren kombiniert wird. Unter der Marke Savina Creations wird der Kaese heute mit pasteurisierter Kuh- und Ziegenmilch hergestellt, wobei die historischen Rezepte respektiert und gleichzeitig hoechste Qualitaets- und Sicherheitsstandards eingehalten werden.
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