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Murtaler

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Murtaler trägt den Charakter von Steiermark in sich: Murauen, Almduft und ein Käse, der Jause und Käseplatte gleichermaßen versteht. Er wirkt mild-würzig, freundlich und sauber und öffnet sich am Gaumen mit jener stillen Selbstverständlichkeit, die gute österreichische Käse so angenehm macht.

Der Sommelier empfiehlt

Murtaler zeigt sich im Anschnitt elastisch, großlochig und saftig und wirkt bereits in der Nase einladend. Sein Aroma erinnert an Rahm, Nuss, heller Frucht und warmer Butter, ohne schwer zu werden. Am Gaumen verbindet er feine Würze, süßliche Milchnoten und mildes Umami mit einer klaren, sauberen Milchigkeit. Die Textur trägt den Geschmack ruhig und lässt ihn nicht abrupt abbrechen. Im Nachhall bleibt ein klarer, leicht fruchtiger und mittellanger Ausklang, sodass der Käse sowohl solo als auch in der Küche gut funktioniert. Gerade diese Balance macht ihn für Käseliebhaber interessant, die österreichische Spezialitäten differenziert entdecken möchten.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Zu diesem Käse passt besonders ein steirischer Morillon oder ein Welschriesling, weil deren Frische die süßliche Großlocharomatik balanciert. Wer lieber Bier serviert, wählt ein Märzen oder ein steirisches Zwicklbier und achtet auf moderaten Alkohol, damit die Milcharomen nicht überdeckt werden. Alkoholfrei funktioniert ein naturtrüber Apfelsaft oder Birnenmost sehr gut, vor allem wenn eine leichte Säure vorhanden ist. Entscheidend ist ein Getränk, das den Schmelz aufnimmt und das Finish sauber hält.

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Beilagen & Speisen

Regional wirkt der Käse besonders stimmig mit Kürbiskernbrot, Essiggurkerln und steirischem Kren. Apfelspalten oder Kürbischutney bringt Frucht, Säure und einen kleinen Kontrast zur Milchfülle. Sauerteigbrot mit kräftiger Kruste gibt Struktur, ohne den Käse zu dominieren. In der warmen Küche passt er zu Toast, Schinkenfleckerl und milden Aufläufen, solange die Würzung nicht zu laut wird.

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Rezeptidee

Für eine einfache Zubereitung schichtet man Murtaler mit dünnen Brotscheiben, Lauch und Rahm zu einem schnellen Käseauflauf. Murtaler wird erst am Ende oder nur kurz erhitzt, damit sein Charakter erhalten bleibt. Dazu passen Vogerlsalat, Kürbiskernöl und geröstete Kerne, weil sie Fett, Salz und Milcharomen ausbalancieren. Wer den Käse kalt serviert, schneidet ihn rechtzeitig an und lässt ihn vor dem Genuss temperieren. So entsteht eine unkomplizierte, aber deutlich regionale Käseidee.

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Wissenswertes

• Reifezeit: mindestens 8 Wochen • Fettgehalt: 45 % F.i.T. • Laibdurchmesser: ca. 30 cm • Laibgewicht: ca. 7 kg • Herstellerstandort: Knittelfeld • Auszeichnung: WCA Gold 2012

Geschichte & Wissenswertes

Murtaler steht in einer österreichischen Käselandschaft, die nicht nur von großen Molkereien, sondern auch von Sennereien, Hofkäsereien und regionalen Rezepturen geprägt ist. Der Käse wird mit Obersteirische Molkerei eGen verbunden; als Produktions- oder Herkunftsort ist Knittelfeld, Steiermark dokumentiert. Diese geografische Verankerung ist mehr als eine Adresse: Sie erzählt von Milchräumen, Transportwegen, Reifekellern und einer Käsekultur, die zwischen bäuerlicher Rohstoffbasis und moderner Qualitätssicherung vermittelt. In der Vermarktung tritt der Käse heute als eigenständige Spezialität auf, nicht bloß als anonymer Schnitt eines großen Sortiments. Seine Herkunft aus Steiermark prägt die Sprache, in der er beschrieben wird: klar, regional, milchbetont und mit jenem Anspruch, den österreichische Thekenkundinnen und Thekenkunden bei bekannten Marken ebenso erwarten wie bei kleinen Produzenten. Historisch ist bei diesem Käse vor allem die Verbindung von lokaler Milchwirtschaft und heutiger Marken- beziehungsweise Hofkäserei wichtig. Wo konkrete Jahreszahlen öffentlich gesichert sind, werden sie genannt; wo sie fehlen, bleibt die Darstellung bewusst vorsichtig. Der Name Murtaler verweist auf das Murtal und damit auf eine steirische Region, in der Milchwirtschaft und bodenständige Jausenkultur eng verbunden sind. In der Herstellung gehört Murtaler zur Gruppe Großlochkäse beziehungsweise Schnittkäse. Die dokumentierten Produktdaten nennen als Milchbasis Kuhmilch; die Obersteirische Molkerei nennt Silo-, Bio-Silo- und Bio-Heu-Varianten und als Fettgehalt 45 % Fett i. Tr.; Laibgröße etwa 30 cm Durchmesser und etwa 7 kg Gewicht. Für die Reifung beziehungsweise Verarbeitung ist belegt: mindestens 8 Wochen Reifung. Der Käse wird damit nicht allein durch seine Zutaten definiert, sondern durch die Art, wie Feuchtigkeit, Säure, Salz, Mikroflora und Zeit miteinander arbeiten. Bei foliengereiften Großlochkäsen entsteht ein anderer Ausdruck als bei Rotschmierkäsen auf Brettern, bei Weißschimmelkäsen ein anderer als bei Sauermilchkäse aus gereiftem Topfen. Die Großlochung und die fruchtig-süßliche Aromatik deuten auf eine Reifung hin, bei der Gasbildung und Milchsäureabbau die Textur mitgestalten. Die Angaben zu Laib, Block, Stange oder Stück sind wichtig, weil Form und Größe beeinflussen, wie schnell ein Käse reift, wie stark die Oberfläche mitarbeitet und wie gleichmäßig die Textur im Inneren bleibt. Öffentlich belastbare Angaben zu Kesseltemperaturen, Bruchkorngröße oder pH-Werten sind für diesen konkreten Handelskäse nicht veröffentlicht; deshalb werden solche Werte hier nicht ergänzt. Diese Zurückhaltung ist fachlich notwendig, denn gerade bei Marken- und Hofkäsen sind Rezepturdetails oft Betriebswissen. Geografisch steht der Käse in einem österreichischen Raum, in dem Milchproduktion, Grünlandwirtschaft und regionale Esskultur eng verbunden sind. Das Murtal steht zwischen alpiner Landwirtschaft, Industrieregion und bäuerlicher Jausenkultur; Käse aus Knittelfeld vermittelt diese Mischung aus Handwerk und Molkereistandard. Diese Umgebung liefert nicht automatisch einen Geschmack, aber sie schafft die Bedingungen, unter denen Milch, Handwerk und Vermarktung zusammenfinden. Bei Käsen aus dem Alpen- und Voralpenraum spielen Futterqualität, kurze Wege, saisonale Schwankungen und die Erfahrung der Käserinnen und Käser eine sichtbare Rolle. Bei großen Molkereien kommt hinzu, dass konstante Qualität und nachvollziehbare Standards entscheidend sind; bei kleineren Betrieben wird die Persönlichkeit des Hauses stärker spürbar. Heute erfüllt Murtaler deshalb mehrere Aufgaben zugleich: Er ist Genussprodukt, regionaler Botschafter und ein leicht erklärbarer Einstieg in österreichische Käsekultur. Für eine Wissensseite ist er besonders interessant, weil er exemplarisch zeigt, wie unterschiedlich österreichischer Käse sein kann: mild oder kräftig, frisch oder gereift, industriell zuverlässig oder handwerklich pointiert. Sensorisch lässt sich seine Bedeutung vor allem am Zusammenspiel von Textur und Aroma erklären. Der Murtaler wird fein-würzig, fruchtig-süßlich und reintönig beschrieben; sein Teig wirkt elastisch und zugänglich. Diese Eigenschaften machen ihn an der Käsetheke gut vermittelbar: Kundinnen und Kunden können ihn über konkrete Bilder verstehen, etwa über Nuss, Rahm, Kräuterwiese, Rotkultur, Schimmelreife, Frische oder würzigen Nachhall. Der Käse verlangt keine übertriebene Inszenierung; er gewinnt, wenn man ihn sauber schneidet, korrekt temperiert und mit einfachen Begleitern zeigt. In der Küche sollte man seine Reife respektieren: milde Sorten vertragen Wärme, kräftigere Sorten wirken oft besser sparsam dosiert. Auf einer Käseplatte lohnt sich die Reihenfolge von mild nach würzig, damit seine Nuancen nicht verloren gehen. So wird aus einem Produktdatensatz ein kleines Stück kulinarischer Orientierung: Woher kommt der Käse, welche Milch steht dahinter, wie lange arbeitet die Reifung, welche Textur ist zu erwarten und welche Rolle kann er in einer modernen Käsekultur spielen? Erwähnenswert sind die dokumentierten Auszeichnungen: World Cheese Awards Gold 2012 laut Herstellerangabe.

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