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Lingenauer Emmentaler

ÖsterreichVorarlbergRohmilchKuh
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Lingenauer Emmentaler bringt die süßlich-nussige Seite des Bregenzerwaldes zur Geltung. Große Laibe, Rohmilch und sorgfältige Reife geben ihm Ruhe, Wärme und eine freundliche Tiefe.

Der Sommelier empfiehlt

Dieser Emmentaler ist ein Hartkäse aus Heumilch-Rohmilch mit nussigem Geschmacksprofil. Der Teig ist schnittfest, gelblich und von der typischen Emmentaler-Aromatik geprägt, die süßlich, milchig und leicht herb wirken kann. Im Duft zeigen sich warme Milch, Nuss, etwas Heu und eine dezente Fruchtigkeit. Am Gaumen bleibt er runder und zugänglicher als sehr alte Bergkäse, besitzt aber genügend Struktur für Jause und Küche. Die Textur ist elastisch und sauber, das Mundgefühl angenehm dicht. Das Finish ist mittellang, nussig und mild-würzig.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Ein trockener Riesling Kabinett oder ein fruchtiger Weißburgunder nimmt die nussige Süße schön auf. Ein Helles oder ein mildes Märzen passt, wenn der Käse zur Jause serviert wird. Alkoholfrei harmoniert Apfel-Birnen-Saftschorle.

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Beilagen & Speisen

Emmentaler liebt Bauernbrot, Butter, milde Gurken und junge Äpfel. In der warmen Küche passt er zu Schinken-Käse-Toast, Gratin, Käsesalat oder Spätzle. Haselnüsse und Trauben wirken auf einer Platte besonders stimmig.

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Rezeptidee

Für einen Lingenauer Käsesalat den Emmentaler in feine Stifte schneiden. Mit roten Zwiebeln, Apfelwürfeln, Essiggurkerln und Schnittlauch mischen. Aus Apfelessig, Rapsöl, Senf, Pfeffer und wenig Salz eine Marinade rühren. Vor dem Servieren 15 Minuten ziehen lassen.

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Wissenswertes

Reifezeit: ca. 75 Tage F.i.T.: mind. 45 % Laibgewicht: ca. 90 kg Sennerei Lingenau gegründet: 1907 Milchlieferanten: 83 Vermarktungszeitraum: ganzjährig

Geschichte & Wissenswertes

Lingenauer Emmentaler stammt aus der Sennerei Lingenau im Bregenzerwald, einer Genossenschaft, deren Geschichte 1907 begann. Damals gründete eine Gruppe von Lingenauer Milchlieferanten die Sennerei, weil der Transport der Milch in der bergigen Landschaft mühsam war und mehrere kleine Sennereien in Lingenau und Großdorf die Wege für die Bauern verkürzten. Diese Entstehung erklärt den Kern der heutigen Qualität: Die Milch wird nicht anonym über große Strecken bewegt, sondern täglich aus einem regionalen Umfeld gesammelt und noch am selben Tag verarbeitet. Die Sennerei beschreibt sich als kleiner Betrieb mit 83 Milchlieferanten, silofreier und gentechnikfreier Rohmilch sowie Kühen, die mit frischem Gras, Heu und Getreide gefüttert werden. Hergestellt werden Bergkäse g.U., Emmentaler und Butter; unterschiedliche Reifungszeiten prägen dabei den Charakter der Käse. Die Produktdaten nennen ihn als Hartkäse aus Heumilch-Rohmilch, mit mindestens 45 % Fett in der Trockenmasse, rund 75 Tagen Reifezeit und einem Laibgewicht von etwa 90 kg. Bei Lingenauer Emmentaler ist die Rohmilchangabe besonders wichtig, weil sie sensorisch eine größere Tiefe erlaubt: Die Milch trägt die Kräuter- und Heunoten der Region stärker in den Teig, während die Reifung das Aromenspektrum von mild und milchig bis nussig, würzig oder pikant verschiebt. Als Emmentaler ist er nicht identisch mit Vorarlberger Bergkäse g.U.; deshalb werden die geschützten Bergkäse-Prozesswerte nicht als technische Herstellungsangaben für diesen Käse ausgegeben. Für den Lingenauer Bergkäse lässt sich die Herstellungslogik zusätzlich über die Spezifikation des Vorarlberger Bergkäse g.U. einordnen: Rohmilch aus Vorarlberg, Silageverzicht, teilweise Entrahmung, Dicklegung mit Kälbermagenlab und Milchsäurekulturen, Bruchbereitung, Brennen des Bruch-Molke-Gemisches auf 51 bis 54 °C, Salzbad von 2 bis 3 Tagen und Reifung bei 10 bis 15 °C sowie über 80 % relativer Luftfeuchtigkeit. Diese Werte gelten für den geschützten Vorarlberger Bergkäse und werden hier nur dort herangezogen, wo der Käse als Bergkäse g.U. beschrieben wird; für Emmentaler werden keine nicht belegten Kesseltemperaturen übertragen. Das geografische Gebiet ist der Bregenzerwald in Vorarlberg, eine Landschaft, in der Käse seit Jahrhunderten Teil der Alltagsökonomie ist. Für den geschützten Bergkäse ist das Herstellungsgebiet amtlich auf Vorarlberger Regionen wie Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Großwalsertal, Leiblachtal, Walgau und Rheintal begrenzt. Die Spezifikation betont, dass im 14. Jahrhundert die Besiedelung durch die Walser und Mitte des 18. Jahrhunderts die Entwicklung des Fettkäsens wichtige Impulse gaben. Um 1890 bündelten Vereine das Käsewissen stärker, später übernahmen Genossenschaften diese Funktion. In Lingenau lebt dieses Prinzip in moderner Form weiter: regional gebundene Milch, spezialisierte Sennen, handwerkliche Pflege und ein Laden bzw. Vertrieb, der den Käse direkt mit seinem Ort verbindet. Heute bedeutet Lingenauer Emmentaler daher mehr als eine Sortenbezeichnung. Er zeigt, wie eine kleine Sennerei mit 83 Lieferanten eine zugleich traditionelle und marktfähige Qualität erzeugt, die für Käseplatten, Jause, Fachhandel und regionale Gastronomie gleichermaßen Bedeutung hat. Für eine Wissensseite sollte Lingenauer Emmentaler deshalb nicht nur als einzelnes Produkt, sondern als Ausdruck einer bestimmten Käsekultur gelesen werden: kleine Milchlieferwege, regionale Futtermuster, handwerkliche Pflege und eine Vermarktung, die stark über Herkunft, Jahreszeit und Verwendungsanlass erzählt. Wo Hersteller keine kesselspezifischen Temperaturen, Tagesmengen oder Produktionschargen veröffentlichen, bleiben diese Punkte bewusst offen; belastbar genannt werden nur Werte, die aus Herstellerangaben, amtlichen Spezifikationen oder nachvollziehbaren Produktinformationen hervorgehen. Gerade diese Zurückhaltung ist für Käseliebhaber wertvoll, weil sie zwischen gesichertem Fachwissen und bloßer Ausschmückung unterscheidet. Sensorisch entsteht daraus ein Bild, das nicht auf Superlative angewiesen ist: Der Käse zeigt seinen Charakter im Anschnitt, in der Pflege der Rinde, in der Art der Milch und in der Frage, ob er für Jause, Küche, Käseplatte oder regionale Gerichte gedacht ist. Heute steht die Sorte exemplarisch für jene österreichische Käselandschaft, in der Genossenschaften, Hofkäsereien und regionale Marken nebeneinander bestehen und gemeinsam eine erstaunlich feine Vielfalt bilden. Diese Verbindung von Alltagstauglichkeit, regionaler Identität und präziser Reifung macht den Käse für Theke, Gastronomie und private Verkostung gleichermaßen interessant.

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