Aus den mystischen Waeldern der tuerkischen Schwarzmeerkueste stammt ein Kaese von bemerkenswerter Tradition: Cerkez Peyniri. Dieser einzigartige Laib entfuehrt die Sinne mit seinem sanft raeucherigen Charakter und seiner geschmeidigen Textur, die Jahrhunderte alter tscherkessischer Handwerkskunst widerspiegelt.
Cerkez Peyniri praesentiert sich als halbfester Kaese mit einer zarten, cremig-bruechigen Textur, die sanft auf der Zunge zergeht. Seine charakteristische blassgelbliche Farbe zeugt von der sorgfaeltigen Reifung in den kühlen Kellern der Schwarzmeerkueste. Das Aroma offenbart sich zunaechst mild und buttrig, entwickelt dann jedoch eine dezente Rauchigkeit, die an die traditionellen Raeucherverfahren der tscherkessischen Kaesemeister erinnert. Am Gaumen entfaltet sich ein ausgewogenes Spektrum von salzigen und nussigen Noten, begleitet von einer feinen Suesse, die dem Kaese eine besondere Tiefe verleiht. Das Finish ist mittellang und rein, mit einem angenehmen Nachklang, der zum naechsten Bissen einlaedt. Die elastische Konsistenz macht ihn ideal zum Schmelzen, waehrend er bei Raumtemperatur seine komplexe Aromatik voll entfaltet.
Cerkez Peyniri harmoniert wunderbar mit kraftvollem tuerkischen Schwarztee oder einem milden weissen Wein wie Narince aus der Region Tokat. Die rauchigen Noten des Kaeses verbinden sich perfekt mit einem fruchtigen Riesling oder einem leichten Rosé. Fuer Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles Lager oder ein Weissbier, deren Frische die salzigen Aspekte des Kaeses ausbalanciert.
Traditionell wird Cerkez Peyniri mit frischem tuerkischen Fladenbrot und eingelegten Oliven serviert. Besonders köstlich ist er mit reifen Tomaten, Gurken und frischen Kraeutern wie Dill oder Petersilie. Die Kombination mit Walnuessen und Honig aus der Schwarzmeerregion schafft einen perfekten Kontrast zwischen salzig und suess. Als Meze zusammen mit Çilingir salatası (Hirten-Salat) entfaltet er sein volles Aroma.
Fuer eine authentische Cerkez Manti Fuellung 200g Cerkez Peyniri zerkruemeln und mit gehackten Walnuessen, frischer Petersilie und einer Prise schwarzem Pfeffer vermengen. Diese Mischung in hausgemachte Teigtaschen fuellen und in gesalzenem Wasser kochen. Mit Joghurt, Knoblauch und einem Spritzer Olivenöl servieren. Optional mit gerösteten Kiefernkernen bestreuen fuer zusaetzliche Textur.
Herstellung erfolgt in den Hochebenen der Schwarzmeerkueste bei 800-1200m Höhe Reifung dauert typisch 2-4 Monate in natuerlichen Kellern Jaehrliche Produktion betraegt etwa 150-200 Tonnen Name stammt von tscherkessischen Einwanderern im 19. Jahrhundert Regionale Variante wird traditionell in Buchenblaetter gehuellt Fettgehalt liegt bei etwa 45-50% in der Trockenmasse
Die Geschichte des Cerkez Peyniri ist untrennbar mit der Migration der tscherkessischen Volksgruppe aus dem Kaukasus in die tuerkische Schwarzmeerregion verbunden. Nach den Kaukasischen Kriegen des 19. Jahrhunderts siedelten sich zwischen 1860 und 1880 tausende Tscherkessen in den Hochebenen der tuerkischen Schwarzmeerkueste an und brachten ihre jahrhundertealten Kaesemacher-Traditionen mit. Die ersten Aufzeichnungen ueber Cerkez Peyniri datieren auf das Jahr 1875, als russische Reisende in ihren Tagebüchern von einem besonderen geräucherten Kaese aus der Region Sinop berichteten. Die tscherkessischen Familien entwickelten ihre Rezepte weiter und passten sie an die lokalen Gegebenheiten an, wobei sie die reichhaltige Kuhmilch der anatolischen Rinder nutzten, die auf den salzhaltigen Weiden der Küstenebene grasten. Traditionell wurde der Kaese in kleinen Bergdoerfern wie Gerze, Boyabat und Ayancık hergestellt, wo die klimatischen Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und milden Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad Celsius ideale Reifebedingungen schufen. Die Herstellung beginnt mit der sorgfaeltigen Auswahl der Milch, die ausschliesslich von Kühern stammt, die auf den mineralreichen Hochweiden der pontischen Berge grasen. Die Milch wird bei exakt 32 Grad Celsius mit Lab versetzt und nach einer Dicklegungszeit von 45 Minuten vorsichtig geschnitten. Der Bruch wird langsam auf 42 Grad erhitzt und anschliessend in speziellen Leinentuechern abgetropft. Nach einer 24-stündigen Pressung bei konstantem Druck von etwa 2 Kilogramm pro Quadratzentimeter wird der junge Kaese in eine 18-prozentige Salzlake eingelegt. Die Salzung dauert je nach gewünschter Intensitaet zwischen 3 und 7 Tagen. Anschliessend beginnt die charakteristische Reifephase in natuerlichen Kaesekellern, die in die Berghänge gegraben wurden und eine konstante Temperatur von 10 bis 12 Grad Celsius aufweisen. Waehrend der 2 bis 4 Monate dauernden Reifung entwickelt der Kaese seine typische Rinde und das charakteristische Aroma durch die natürliche Mikroflora der Region. Einige traditionelle Hersteller praktizieren noch heute das alte Verfahren der Räucherung mit Buchenholz aus den lokalen Waeldern, wodurch dem Kaese seine dezente rauchige Note verliehen wird. Der gesamte Reifeprozess wird von erfahrenen Kaesemeistern überwacht, die den Laiben regelmaessig wenden und die Oberflaechen pflegen. Die geografische Herkunftsregion erstreckt sich hauptsaechlich über die Provinzen Sinop, Kastamonu und Samsun, wobei die besten Qualitaeten aus den Höhenlagen zwischen 600 und 1200 Metern stammen. Heute wird Cerkez Peyniri sowohl von kleinen Familienbetrieben als auch von mittelstaendischen Molkereien produziert, wobei etwa 15 bis 20 aktive Hersteller den Markt beliefern. Der Kaese hat sich zu einem wichtigen Kulturgut der Region entwickelt und wird bei traditionellen Festen und Hochzeiten als Delikatesse gereicht. Moderne Produktionsmethoden haben die Qualitaet standardisiert, ohne die traditionellen Herstellungsverfahren grundlegend zu veraendern.
© 2026 Käsekunde.de · Alle Rechte vorbehalten · Alle Angaben ohne Gewähr
* Affiliate-Links · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen