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Diyarbakır Örgü Peyniri (PGI)

TürkeiDiyarbakırSchafmilchSchaf, Karakash, Karacadag Zom und Ivesi
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Aus den sonnendurchfluteten Hochebenen Suedostanatoliens stammt ein handwerkliches Juwel: der Diyarbakir Oergue Peyniri. Wie kunstvoll geflochtenes Haar schlingt sich dieser traditionsreiche Kaese in eleganten Zoepfen zusammen und erzaehlt die Geschichte nomadischer Hirtenkunst, die ueber Jahrhunderte perfektioniert wurde.

Der Sommelier empfiehlt

Dieser meisterhafte Oergukaese offenbart in seiner charakteristischen Flechtung eine seidige, geschmeidige Textur, die sich elegant zwischen den Fingern trennen laesst. Sein cremigweiss bis zart gelbliches Antlitz verfuehrt mit einem vielschichtigen Aromenprofil aus nussigen Untertanen und einer feinen Salzigkeit, die an Meerluft erinnert. Am Gaumen entfaltet sich ein komplexes Spiel aus milder Schafsmilch-Suesse und herzhafter Wuerze, das von einem dezent sauerlichen Nachklang begleitet wird. Das Finish bleibt langanhaltend und rein, ohne zu dominieren, und hinterlaesst eine angenehme, leicht mineralische Note, die zum naechsten Bissen einlaedt.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Zu diesem charakterstarken Oergukaese harmonieren kraeuferwuerzig-trockene Rotweine aus einheimischen Rebsorten wie Oekuezgoezue oder Bogazkere, die seine nussig-salzigen Noten unterstreichen. Auch ein kraeftiges dunkles Bier im Amber-Stil oder ein traditioneller tuerkischer Schwarz-Tee mit seiner herben Note bilden geschmackliche Bruecken zu dem intensiven Peynir. Ein Raki als Aperitif bereitet den Gaumen ideal auf die komplexen Aromen vor.

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Beilagen & Speisen

Traditionell wird der Oergukaese mit frischem Fladen-Brot und gruenen Oliven serviert, ergaenzt von Tomaten und Gurken aus der Region. Die wilden Krauter der anatolischen Steppen wie Thymian und Oregano verstaerken seine erdigen Noten, waehrend Walnuesse und Feigen eine suessliche Kontrapunkt setzen. Besonders authentisch schmeckt er auf geraucherten Auberginen oder als Fuelllung in traditionellen Manti-Teigtaschen.

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Rezeptidee

Fuer eine moderne Interpretation den Oergukaese in duestere Streifen zupfen und mit gedaempftem Bulgur-Weizen vermengen. Rohe Zwiebeln fein hacken, gemeinsam mit getoasteten Pinienkernen und getrockneter Minze unterheben. Mit Sumach bestauben und einem Schuss Olivenoeul draufgeben. Diese Mischung in Weinblaetter einwickeln und fuenf Minuten daempfen. Das Ergebnis ist eine aromatische Vorspeise, die Tradition und Moderne verbindet.

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Wissenswertes

Jaehrliche Produktionsmenge: ca. 150 Tonnen Reifezeit in Salzlake: 90 Tage bei 4-6°C Anzahl registrierter Hersteller: etwa 25 in der Region Coegrafi-Kennzeichnung seit: 22. Februar 2013 Schutzgebiet umfasst: Diyarbakir-Provinz mit 17 Bezirken Lagerfaehigkeit: bis zu 12 Monate bei sachgemaesser Kuehllung

Geschichte & Wissenswertes

Die Urspruenge des Diyarbakir Oergue Peyniri reichen bis ins fruehe Mittelalter zurueck, als nomadische Turkstaemlme die fruchtbaren Ebenen des Tigris-Euphrat-Beckens besiedelten und ihre jahrtausendealten Kaesetradition mitbrachten. Bereits im elften Jahrhundert dokumentierten byzantinische Chronisten die einzigartige Flechtung tuerkischer Kaesesorten, die als Zeichen handwerklicher Meisterschaft galten. Die besondere Oergu-Technik entwickelte sich in den Hoehen des Karacadag-Massivs, wo kurdische Hirten die langen Wintermonate nutzten, um aus der reichhaltigen Schafsmilch ihrer widerstandsfaehigen Herden haltbare Nahrung herzustellen. Im Jahr 1515 erwaehnte der osmanische Reisende Evliya Celebi in seinen Aufzeichnungen die kunstvolle Flechtung der Diyarbakir-Kaese als besondere Spezialitaet der Region, die sowohl auf lokalen Maerkten als auch in den grossen Staedten des Reichs geschaetzt wurde. Die Produktion erfolgte traditionell zwischen Maerz und Juni, wenn die Schafe nach dem Weidegang auf den kraeuerreichen Hochebenen des Mesopotamischen Beckens die fettreichste Milch gaben. Der Herstellungsprozess beginnt mit der Gerinnung frischer Rohmilch bei Temperaturen zwischen 32 und 35 Grad Celsius unter Zugabe von natuerlichem Lab oder hausgemachter Saeuerungsstarter. Nach etwa einer Stunde wird der entstandene Bruch vorsichtig geschnitten und die Molke abgetrennt. Der so gewonnene Kaeseteig wird nun einer kontrollierten Fermentation bei 20 bis 22 Grad Celsius unterzogen, bis der pH-Wert auf etwa fuenf absinkt. Anschliessend folgt der charakteristische Haschvorgang in drei Prozent salziger Lake bei 70 bis 80 Grad Celsius fuer drei bis vier Minuten, wodurch die typische elastische Konsistenz entsteht. Der erhitzte Teig wird nun in laengliche Straenge geformt, die zu kunstvollen Zoepfen verflochten werden eine Technik, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und besondere Fingerfertigkeit erfordert. Die geografischen Bedingungen des Diyarbakir-Beckens mit seinem kontinentalen Steppenklima, den kalkreichen Boeden und der vielfaeltigen Vegetation aus 534 verschiedenen Pflanzenarten in 66 Familien praegte sowohl die Milchqualitaet als auch den unverwechselbaren Geschmack des Kaeses. Besonders die einheimischen Schafrassen Karakash, Karacadag Zom und Ivesi, die sich ueber Jahrhunderte an die harschen Bedingungen der Region angepasst haben, liefern eine Milch mit aussergewoehnlicher Proteindichte und einem komplexen Aromaspektrum. Mit der Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert geriet die traditionelle Herstellung unter Druck, konnte aber durch das Engagement lokaler Produzentenfamilien bewahrt werden. Die offizielle Anerkennung als geografisch geschuetzte Ursprungsbezeichnung durch das tuerkische Patent- und Markenamt erfolgte am funfzehnten Februar zweitausendzehn, mit der endgueltigen Registrierung als Coegrafi Isareti am zweiundzwanzigsten Februar zweitausenddreizehn. Heute produzieren etwa fuenfundzwanzig lizenzierte Betriebe in der Provinz Diyarbakir jaehrlich rund hundertfuenfzig Tonnen dieses geschaetzten Kaeses, wobei strenge Qualitaetskontrollen durch ein Konsortium aus Universitaeten, Handelskammern und Zuechtervereinigungen die Authentizitaet und traditionelle Herstellungsweise gewaehrleisten.

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Diyarbakir Oergue Peyniri - Geflochtener Kaese aus der Tuerkei