In den Tiefen der anatolischen Erde reift ein Kaese, dessen Geheimnis in der Dunkelheit verborgen liegt. Divle Obruk Peyniri entsteht durch die geheimnisvolle Kraft unterirdischer Hoehlen, wo Zeit und Natur ein Geschmackswunder erschaffen. Ein tuerkischer Schatz, der die Seele Anatoliens in jeder koernigen Textur offenbart.
Divle Obruk offenbart sich als faszinierender Hoehlenkaese mit einer charakteristischen ziegelroten Rinde, die durch die einzigartige Mikroflora der unterirdischen Reifung entsteht. Im Anschnitt zeigt sich eine weisse bis blassgelbe Paste mit koerniger, leicht bruechiger Textur, die an der Zunge klebt. Das Aroma ist intensiv erdig mit mineralischen Noten, die an feuchte Hoehlenluft erinnern, durchzogen von nussigen Haselnuss-Toenen und einem Hauch von karamellisiertem Knoblauch. Am Gaumen entfaltet sich ein komplexes Spiel aus salzigen, umami-reichen Aromen mit schaerferen Kanten, die an reifes Ziegenfell und wilde Kraeuter erinnern. Der Abgang ist lang und rein, mit einem mineralishen Finish, das die geheimnisvolle Herkunft aus den Tiefen der Erde widerspiegelt. Die Intensitaet steigert sich mit zunehmender Reifezeit und entwickelt animalische, leicht moschusartige Nuancen.
Zu diesem intensiven Hoehlenkaese harmoniert ein kraeftiger tuerkischer Rotwein aus der Region Cappadocia perfekt, dessen erdige Noten die mineralischen Aromen des Kaeses unterstreichen. Traditionell wird er mit Raki serviert, dessen Anisgeschmack die schaerferen Nuancen des Kaeses mildert und die nussigen Toene hervorhebt. Auch ein dunkles tuerkisches Bier oder ein mittelschwerer Bordeaux ergaenzen die komplexen Geschmacksschichten harmonisch.
Authentisch wird Divle Obruk auf duennen Scheiben frischen Dorfbrotes serviert, begleitet von Honig aus der Region und frischen Walnuessen aus dem Taurusgebirge. Die traditionelle Kombination mit suessen Trauben oder getrockneten Feigen mildert die Schaerfe und betont die fruchtigen Unternoten. Als Meze passt er hervorragend zu eingelegten Oliven, Tomaten und frischen Krueutern aus den anatolischen Bergwiesen.
Fuer eine authentische tuerkische Vorspeise das Divle Obruk in kleine Wuerfel schneiden und mit gehackten Walnuessen, frischer Petersilie und einem Spritzer Zitronensaft mischen. Die Masse auf getoastete Fladenbrotscheiben streichen und mit einem Tropfen tuerkischem Olivenoel betraeufeln. Alternativ kann der Kaese ueber warme Bulgur-Pilze gestreut werden, wo er leicht schmilzt und dem Gericht eine unverwechselbare Tiefe verleiht. Mit frischen Granatapfelkernen garniert entsteht ein Geschmackserlebnis zwischen Tradition und Moderne.
Reift 90 bis 120 Tage in der Divle-Hoehle Jaehrliche Produktion von etwa 60 Tonnen EU-Schutzstatus PGI seit 8. Dezember 2017 Hoehle ist 36 Meter tief und 233 Meter lang Konstante Hoehlentemperatur von 4 Grad Celsius 300 Hirten mit 3.500 Tieren in der Region
Die Geschichte des Divle Obruk Peyniri reicht tief in die Traditionen der anatolischen Nomaden zurueck, die seit Jahrhunderten die halbtrockenen Steppen Zentralanatoliens beweideten. Im Dorf Divle, heute offiziell Uecharmona genannt, im Bezirk Ayraranci der Provinz Karaman, entwickelten tuerkische Hirten eine einzigartige Methode der Kaesereifung, die sich die natuerlichen geologischen Gegebenheiten der Region zunutze machte. Die Divle-Hoehle, ein natuerlicher Kalksteinabgrund von beeindruckenden 36 Metern Tiefe und 233 Metern Laenge, bot ideale Bedingungen fuer die Kaesereifung bei konstanten 4 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Die Herstellung beginnt traditionell im April, wenn die Weiden der halbtrockenen Steppe, die von den Einheimischen als gelbe Weide bezeichnet wird, ihre nahrhaftesten Kraeuter bieten. Urspruenglich wurde ausschliesslich die Milch der reinrassigen Karaman-Schafe verwendet, einer robusten lokalen Rasse, die jedoch in der Region stark zurueckgegangen ist. Heute verwenden die etwa 300 verbliebenen Hirten mit ihren 3500 Tieren eine Mischung aus Ziegen- und Schafmilch ihrer freilaufenden Herden. Die Milch wird bei 32 bis 34 Grad erhitzt und mit Kaelberlab versetzt, wobei auf 100 Kilogramm Milch 10 Milliliter Starterkultur kommen. Nach 80 bis 90 Minuten Gerinnungszeit wird der Bruch zerteilt und kurz auf 55 Grad erhitzt, um die Molkenabsonderung zu foerdern. Der Kaese wird anschliessend fest in Tulums gepresst, traditionelle Beutel aus gereinigten und ein Jahr alten Ziegen- oder Lammfellen. Diese werden aufgeblasen, um ueberschuessige Feuchtigkeit zu entfernen und stehen acht bis zehn Tage an einem kuehlen Ort auf sandigem Boden. Der entscheidende Schritt erfolgt dann mit dem Hinablassen der Tulums in die Divle-Hoehle mittels eines einfachen Aufzugs. Die einzigartige Pilzflora der Hoehle verleiht dem Kaese seine charakteristischen Eigenschaften. Nach etwa einem Monat beginnen sich Schimmelkulturen auf der Oberflaeche zu bilden, zunaechst blau, dann weiss und schliesslich ziegelrot, was die Reife anzeigt. Die Reifezeit variiert zwischen 90 und 120 Tagen, abhaengig vom Gewicht der Tulums, wobei die Kaese normalerweise fuenf bis sechs Monate in der Hoehle verweilen. Die Ernte erfolgt traditionell zwischen Oktober und November. Der fertige Kaese weist einen Fettgehalt von 29,80 bis 37,20 Prozent in der Trockenmasse auf, einen Salzgehalt von 2,90 bis 3,80 Prozent und einen pH-Wert zwischen 4,54 und 5,14. Die Hoehle kann theoretisch 70 Tonnen Kaese pro Produktionszyklus lagern, wird jedoch heute nur noch mit 13 bis 14 Tonnen befuellt. Am 8. Dezember 2017 erhielt der Divle Obruk Peyniri offiziell den PGI-Schutzstatus der Europaeischen Union unter dem Namen Karaman Divle Obrugu Tulum Peyniri. Die Ueberwachung der Einhaltung der geografischen Herkunftsangabe erfolgt jaehrlich durch eine Kommission der Karamanoelu Mehmetbey Universitaet, der Provinzdirektion fuer Landwirtschaft und Forstwirtschaft Karaman, der landwirtschaftlichen Entwicklungsgenossenschaft Uecharmona und der Gemeinde Ayraranci. Heute gilt Divle Obruk als einer der fuenf besten Kaese der Welt und wird sowohl lokal konsumiert als auch in tuerkische Grossstaedte wie Istanbul und Ankara exportiert, wo er in Spezialitaetengeschaeften und Restaurants angeboten wird.
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