In den steinigen Hoehen der Taurus-Berge, wo Ziegen auf thymianduftenden Weiden grasen, entsteht ein besonderer Schaetze der tuerkischen Kaesemachertradition. Çimi Peyniri, ein Kaese aus vollmilchiger Ziegenmilch, verkoepert die unverfaelschte Reinheit der mediterranen Bergwelt Antalyas. Seine cremige Textur und sein charakteristisches, von alpinen Kraeutern gepraegtes Aroma machen ihn zu einem wahren Geschenksvergnuegen fuer alle Sinne.
Çimi Peyniri praesentiert sich mit einer charakteristischen elfenbeinfarbenen Textur, die von seiner besonderen Herstellung aus ungekuehlter Ziegenmilch herrührt. Der erste Eindruck offenbart eine ueberraschend cremige, fast butterartige Konsistenz, die sanft auf der Zunge zergeht. Das Aromaprofil ist komplex und vielschichtig - es beginnt mit milden, nussigen Noten, die sich zu intensiven, von Bergkraeutern gepraegten Geschmackselementen entwickeln. Charakteristische Anklänge von wildem Thymian und mediterranen Gebirgspflanzen durchziehen den Gaumen, waehrend eine dezente, pikante Saeure für Frische sorgt. Der Abgang ist lang und rein, mit einem angenehmen, leicht salzigen Finish, das die natuerliche Mineralität der Bergweiden widerspiegelt. Die fettige Vollmilch-Basis verleiht dem Kaese eine reichhaltige Mundgefuehl ohne zu ueberladen.
Zu Çimi Peyniri harmoniert ein kraeftiger, mineralischer Weisswein aus der Aegaeis besonders gut - die Saeure des Weins balanciert die cremige Fettigkeit des Ziegenkaeses perfekt aus. Ein leichter tuerkischer Rotwein aus lokalen Rebsorten wie Kalecik Karasi unterstreicht die erdigen Noten des Kaeses. Alternativ passt ein hopfenbetontes Pilsner wunderbar, dessen Bitterkeit die reichhaltigen Aromen des Çimi aufgreift und verlaengert. Klassischer tuerkischer Çay bietet eine traditionelle Begleitung, die das Fett des Kaeses reinigt.
Traditionell wird Çimi Peyniri mit frischem, warmem Fladenbrot und wildem Berghonig serviert - eine Kombination, die die salzigen und suessen Geschmacksnoten perfekt ausbalanciert. Getrocknete Feigen oder frische Weintrauben ergaenzen die cremige Textur des Kaeses mit ihrer natuerlichen Suesse. In der mediterranen Kueche Antalyas wird er gerne mit Oliven, Tomaten und frischen Kraeutern wie Oregano oder wildem Thymian kombiniert. Als Meze mit geduensteten Paprika oder eingelegtem Gemuese entfaltet sich sein volles Aromaprofil.
Fuer eine authentische Vorspeise nehmen Sie 200 Gramm Çimi Peyniri und zerdruecken ihn leicht mit einer Gabel. Vermengen Sie ihn mit einem Esslöffel Olivenoel, gehacktem wildem Thymian und einer Prise schwarzem Pfeffer. Die Masse wird auf getoastete Brotscheiben gestrichen und mit dünnen Gurkenscheiben belegt. Als warme Variante koennen Sie den Kaese in dünne Scheiben schneiden und kurz in der Pfanne anbraeten, bis die Oberflaeche leicht goldbraun wird. Servieren Sie ihn sofort mit einem Spritzer Zitronensaft und frischen Kraeuter.
Wird ausschliesslich zwischen Mai und September hergestellt Jaehrliche Produktionsmenge betraegt etwa 150 Tonnen Reifezeit von 15 bis 30 Tagen in kuehlen Berghoehlen Vorwiegend in den Bergregionen Antalyas und Serik produziert Nur aus Vollmilch-Ziegenmilch ohne Fettentnahme hergestellt Wird traditionell in grossen Bloecken von 2-5 Kilogramm geformt
Die Geschichte des Çimi Peyniri ist untrennbar mit den Wandertraditionen der Yoerük-Nomaden in der Mittelmeerregion der Tuerkei verbunden, die seit Jahrhunderten mit ihren Ziegenherden zwischen den Kuestenebenen und den Hochalmen der Taurus-Berge wandeln. Diese traditionelle Kaeseart entstand vermutlich bereits im 14. Jahrhundert, als turkmenische Staemme sich in den bergigen Regionen um Antalya niederliessen und ihre uralten Milchverarbeitungstechniken aus Zentralasien mitbrachten. Die nomadischen Viehhirten entwickelten spezielle Verfahren, um die kostbare Ziegenmilch waehrend ihrer monatelangen Wanderungen haltbar zu machen und gleichzeitig den naehrhafte Wert zu erhalten. Der Name Çimi leitet sich vom tuerkischen Wort für "Rasen" oder "Wiese" ab und verweist auf die besonderen Weidegründe in 800 bis 1200 Meter Hoehe, wo die Ziegen auf kraeuterreichen Almwiesen grasen. Die Herstellung erfolgt nach einem jahrhundertealten, ueberlieferten Verfahren, das bis heute unveraendert praktiziert wird. Frisch gemolkene Ziegenmilch wird sofort in Eimer abgeseiht und muss noch warm verarbeitet werden, um die charakteristische Textur zu erreichen. Besondere Sorgfalt wird darauf verwendet, dass waehrend des gesamten Herstellungsprozesses kein Fett aus der Milch entfernt wird. Die Milch wird bei etwa 35 Grad Celsius erwaermt und mit natuerlichem Lab aus Ziegenmägen zum Gerinnen gebracht. Der Gerinnungsprozess dauert etwa eine Stunde, waehrend der die Milch vollstaendig zu Bruchwuerde und Molke separiert. Der entstandene Quark wird vorsichtig mit speziellen Messern in kleine Wuerfel geschnitten, wodurch die Molke optimal ablaufen kann. Die Temperatur wird waehrend des gesamten Prozesses konstant gehalten. Anschliessend wird der Quark in gereinigte, befeuchtete Hanftucher eingeschlagen und acht Stunden zum Abtropfen und Reifen aufgehaengt. Danach werden die Quarkpaeckchen in Holzformen mit Abdeckungen gepresst und mit Gewichten beschwert, um noch mehr Molke herauszupressen. Die geografische Region um Antalya und die Distrikte Serik, Manavgat und Akseki bietet ideale Bedingungen fuer die Çimi-Produktion. Die mediterranen Berghaenge mit ihren kalkreichen Boeden und dem milden, feuchten Klima foerdern das Wachstum aromatischer Wildkraeuter wie Thymian, Oregano und wilder Minze, die den charakteristischen Geschmack der Ziegenmilch praegen. Die Ziegen der Region, meist lokale Rassen, die optimal an das Bergklima angepasst sind, produzieren eine besonders fettreiche Milch mit intensivem Geschmack. Die traditionellen Reifehoehlen in den Kalksteinformationen der Taurus-Berge bieten konstante Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die fuer die optimale Reifung unabdingbar sind. Heute wird Çimi Peyniri hauptsaechlich in kleinen, familiaeren Betrieben produziert, wobei etwa 80 Prozent der Herstellung von Dorffrau übernommen wird. Trotz seiner langen Tradition und seines ausgezeichneten Geschmacks bleibt Çimi Peyniri weitgehend ein regionaler Schaetze, der selten in anderen Teilen der Tuerkei zu finden ist. Die jaehrliche Produktionszeit beschränkt sich auf die Monate Mai bis September, wenn die Nomaden mit ihren Herden zu den Hochalmen ziehen und die Ziegen auf den bergigen Weidegründen die naehrhafte Alpenflora grasen koennen.
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