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Chevrette des Bauges

FrankreichBauges-MassivKuh- und ZiegenmilchKuh und Ziege
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Chevrette des Bauges ist ein fast verschwindender Alpkäse, der nach Salzlake, weißer Paste und Sommerweide duftet. Er verbindet Ziegenfrische mit der runderen Milde von Kuhmilch und trägt die stille Kraft des Bauges-Massivs.

Der Sommelier empfiehlt

Die Chevrette des Bauges ist ein ungekochter Presskäse, traditionell mit Ziegen- und Kuhmilch verbunden. Ihre Rinde ist dünn, hell und durch Salzlake gepflegt, die Paste sehr weiß, weich und geschmeidig. Im Duft finden sich leichte Caprinnoten, Heu, Keller und frische Butter. Am Gaumen ist sie mild, zart nussig und weniger streng, als der Name vermuten lässt. Die lange Pflege bringt eine feine rindige Tiefe. Das Finish bleibt delikat, sauber und leicht salzig.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Ein trockener Vin de Savoie, etwa Apremont, Crépy oder Roussette, betont die Frische und löst die Salzlake. Ein Sancerre Blanc passt, wenn die Ziegennote stärker hervortritt. Zu Bier eignet sich ein helles, kräuteriges Saison.

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Beilagen & Speisen

Traditionell passen Kartoffeln, dunkles Brot, Bergkräuter und milde Cornichons. Auch geröstete Haselnüsse und Apfel bringen eine schöne Balance. Auf einer Savoie-Platte kann sie zwischen Tome des Bauges und Chevrotin stehen.

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Rezeptidee

Für eine Bauges-Pfanne Kartoffeln, Lauch und etwas Speck anbraten. Chevrette des Bauges in Scheiben darauflegen und nur leicht anschmelzen lassen. Mit Petersilie und schwarzem Pfeffer servieren. Die Rinde gibt Würze, die Paste bleibt weich und milchig.

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Wissenswertes

Nachweis: seltene regionale Spezialität Gebiet: Bauges-Massiv, Savoie Gewicht: ca. 800 g–1,2 kg Durchmesser: ca. 10–16 cm Rindenpflege: etwa 3 Monate Salzlake Hersteller: nur wenige Höfe genannt

Geschichte & Wissenswertes

Die Chevrette des Bauges gehört zu den seltenen Spezialitäten Savoyens, deren Existenz heute eher über Fachportale und regionale Erinnerung als über große Vermarktung sichtbar ist. Sie stammt aus dem Bauges-Massiv, insbesondere aus Orten wie Aillon-le-Vieux und Le Châtelard in Savoie. Quellen beschreiben sie als Käse, der im Sommer hergestellt wird, teils aus Ziegenmilch, teils als gemischter Käse aus Ziegen- und Kuhmilch. In Savoie unterscheidet man sprachlich oft zwischen chevrotin für reinen Ziegenkäse und chevrette für Mischmilchkäse. Diese Unterscheidung erklärt, warum Angaben zur Milchzusammensetzung variieren. Manche Beschreibungen nennen drei Viertel Ziegenmilch und ein Viertel Kuhmilch, andere sprechen von halb Kuh und halb Ziege, wieder andere von reinem Sommer-Ziegenkäse und winterlicher Mischmilch während der Trächtigkeit. Für eine Wissensseite ist daher die transparente Kennzeichnung als regionale Spezialität mit schwächerem Nachweis nötig. Technisch wird sie als pâte pressée non cuite beschrieben, also als ungekochter Presskäse. Sie besitzt eine runde Form, etwa zehn bis sechzehn Zentimeter Durchmesser und rund fünf Zentimeter Höhe, mit Gewichten von etwa 800 Gramm bis 1,2 Kilogramm. Die Rinde wird über ungefähr drei Monate mit Salzwasser gepflegt, bis sie die gewünschte Reife erreicht. Diese lange Pflege ist bemerkenswert, weil viele Ziegenkäse kleiner und deutlich kürzer gereift sind. Die Chevrette entwickelt dadurch eine glatte, helle, dünne Rinde und eine sehr weiße, flexible Paste. Historisch passt sie in die bäuerliche Alpkäsewirtschaft des Bauges-Massivs. Milch musste in einer Gebirgslandschaft haltbar gemacht werden; kleine Herden, saisonale Weiden und unterschiedliche Tierarten führten zu Käsen, die weniger standardisiert waren als heutige AOP-Produkte. Die Chevrette gilt als bedrohte Spezialität; Quellen sprechen davon, dass nur noch zwei oder drei savoyische Höfe sie herstellen. Diese Seltenheit macht sie kulturhistorisch wichtig. Sie zeigt, dass nicht nur geschützte Sorten wie Tome des Bauges AOP, Beaufort oder Reblochon das kulinarische Gedächtnis Savoyens bilden, sondern auch kleine Mischmilchkäse. Heute ist sie eher ein Käse für Entdecker und regionale Märkte. Sensorisch bietet sie einen ungewöhnlichen Mittelweg: caprine Frische ohne Schärfe, Kuhmilchrundung ohne Schwere, und eine Salzwasserrinde, die dem Ganzen alpine Tiefe gibt. In der alpinen Käsewirtschaft war Käse immer auch eine Antwort auf Landschaft. Steile Wege, kurze Sommer, verstreute Herden und wechselnde Wetterlagen verlangten Produkte, die sich transportieren, pflegen und verkaufen ließen. Kleine Ziegen- und Mischmilchkäse erfüllten diese Rolle anders als große Laibe: Sie reiften schneller, konnten hofweise hergestellt werden und machten auch geringe Milchmengen wertvoll. Die Pflege mit Salzlake oder das Reifen auf Holz war dabei kein Luxus, sondern Kontrolle über Feuchte, Rinde und Haltbarkeit. Heute lesen wir diese Techniken als Geschmack: salzige Rinde, feine Kellerwürze, Kräuterheu, manchmal ein Hauch Stall. Für die moderne Käseplatte sind solche Käse besonders spannend, weil sie zwischen Frische und Bergwürze stehen. Sie brauchen keine lauten Begleiter; ein gutes Brot, ein klarer Weißwein und etwas Nuss reichen oft aus, um ihren Charakter zu zeigen. Für die redaktionelle Darstellung ist vor allem die Trennung zwischen belegtem Kern und kulinarischer Deutung wichtig. Der belegte Kern umfasst Name, ungefähre Herkunft, Milchtyp und Käsefamilie; die Deutung betrifft Geschmack, Pairing und heutige Verwendung. Bei solchen Spezialitäten ist es sinnvoll, keine absolute Jahresproduktion zu nennen, solange sie nicht von Hersteller, Verband oder öffentlicher Stelle veröffentlicht wurde. Auch Temperaturen der Herstellung sollten nicht aus allgemeinen Käseprozessen abgeleitet werden. Stattdessen kann erklärt werden, warum die handwerkliche Arbeitsweise wahrscheinlich zu bestimmten Texturen führt: langsame Säuerung schafft feine Körnung, behutsames Schöpfen erhält Feuchte, Rindenpflege oder Pflanzenkohle beeinflussen Oberfläche und Aroma. In der Käsetheke sollte ein solcher Käse eher nach Reifezustand als nur nach Namen beschrieben werden. Ein junges Stück wirkt frisch und zitronig, ein reiferes Stück bekommt mehr Keller, Nuss und trockene Länge. Für Besucher einer Wissensseite ist genau diese Ehrlichkeit wertvoll. Sie lernen, dass Käsekultur nicht nur aus lückenlosen Spezifikationen besteht, sondern auch aus kleinen lokalen Produkten, die sorgfältig, aber mit Quellenbewusstsein erzählt werden müssen.

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Chevrette des Bauges aus Frankreich