Quicke’s ist Devon in Tuch gebunden: grasig, buttrig, lang und selbstbewusst. Der Käse spricht die Sprache eines Hofes, der Cheddar nicht beschleunigt, sondern reifen lässt.
Quicke’s Mature Clothbound Cheddar ist fest, schnittfähig und zugleich cremig im Abbau. Im Duft zeigen sich Butter, Gras, Brühe, Karamell und geröstete Nuss. Am Gaumen beginnt er reich und milchig, entwickelt dann Tiefe, Salz und eine brothy Note. Die Textur ist nicht glatt, sondern lebendig und leicht bröckelig. Seine Reifung bringt ein langes, warmes Finish mit süßer und herzhafter Balance. Er wirkt elegant, weniger wild als manche Rohmilch-Cheddars, aber deutlich handwerklich.
Ein englisches Pale Ale oder ein mildes Brown Ale greift Gras, Karamell und Malz auf. Bei Wein passt ein Chardonnay mit wenig Holz oder ein gereifter Chenin Blanc. Cider funktioniert ebenfalls, besonders wenn er trocken und nicht parfümiert ist. Alkoholfrei empfiehlt sich naturtrüber Apfelsaft mit etwas Zitronenfrische.
Quicke’s passt zu Oatcakes, Apfel, Birne, Quittenbrot und Pickled Onions. Sehr gut ist er mit Lauch, Kartoffeln, Pilzen und dunklem Brot. Auf der Platte harmoniert er mit Haselnüssen und einem dezenten Zwiebelchutney. Zu scharfe Beilagen würden seine grasig-brothige Tiefe überdecken.
Für Quicke’s-Lauch-Käse-Tarte Lauch in Butter langsam weich dünsten und mit Thymian würzen. Eier, Sahne und geriebenen Quicke’s verrühren und auf einen vorgebackenen Mürbeteig geben. Bei 180 °C stocken lassen, bis die Oberfläche goldgelb ist. Lauwarm servieren, damit die Broth- und Karamellnoten klar bleiben.
Herkunft: Devon, England Hersteller: Quicke’s Traditional Mature Clothbound: 12–15 Monate gereift Milch: von grasgefütterten Kühen Herstellung: clothbound, natürlich gereift Weltkäse-Auszeichnung 2023 für Mature Clothbound erwähnt
Cheddar (Quicke's) steht innerhalb der britischen Cheddar-Welt für eine ganz bestimmte Lesart dieses Käses: nicht nur für den bekannten Namen Cheddar, sondern für die Art, wie ein Betrieb, ein Ort und eine Reifeführung aus Milch Charakter formen. Der Ursprung des Cheddar-Stils liegt im Dorf Cheddar in Somerset; bereits im Mittelalter wurden in dieser Gegend Hartkäse hergestellt, und im 19. Jahrhundert setzte sich die Technik des „Cheddaring“ als prägende Methode durch. Bei Quicke’s Traditional in Newton St Cyres in Devon wird diese Tradition nicht als Museumstechnik verstanden, sondern als lebendiges Handwerk beziehungsweise als kontrollierter Markenstil, der den Erwartungen heutiger Käsefreunde entsprechen muss. Quicke’s ist ein traditionsreicher Hof in Devon, der für clothbound Cheddar bekannt ist und die Herstellung stark mit grasgefütterten Kühen und eigener Reifekompetenz verbindet. Entscheidend ist dabei immer die Verbindung zwischen Milchqualität, Säuerung, Bruchbehandlung, Salz und Zeit, denn Cheddar erhält seine Tiefe weniger durch äußere Rinde als durch langsame enzymatische Reifung im Inneren des Teiges. Die Herstellung folgt dem klassischen Cheddarprinzip, auch wenn einzelne Betriebe ihre Kulturen, die genaue Säuerung und die Reifeprofile nicht vollständig offenlegen. Üblicherweise wird die Milch im Bereich von etwa 30 bis 32 °C mit Milchsäurekulturen angesäuert und mit Lab dickgelegt; nach etwa 30 bis 50 Minuten entsteht ein schnittfester Bruch. Dieser Bruch wird mit vertikalen und horizontalen Messern in kleine Würfel geschnitten, häufig in einer Größenordnung von etwa 0,5 bis 1 cm, damit Molke austreten kann. Anschließend wird die Bruch-Molke-Mischung langsam auf etwa 38 bis 40 °C erhitzt und stetig bewegt, damit die Körner fester werden, aber nicht austrocknen. Nach dem Ablassen der Molke beginnt der eigentliche Cheddar-Moment: die Bruchmatten werden geschnitten, gestapelt, gewendet und verdichtet. Diese Phase kann je nach Betrieb, Säureverlauf und Feuchtigkeit deutlich variieren, doch sie entscheidet darüber, ob der spätere Käse bröckelig, saftig, kurz im Biss oder lang und schmelzend wirkt. Nach dem Mahlen des Bruchs wird trocken gesalzen, in Formen gefüllt und gepresst; traditionelle Laibe werden anschließend oft in Tuch gebunden, industrielle Blöcke dagegen luftdicht verpackt, um eine gleichmäßige Reifung zu erreichen. Für den Mature Clothbound Cheddar wird Milch von grasgefütterten Kühen verwendet; viele Handelsangaben nennen pasteurisierte Kuhmilch, während der Stil handwerklich und tuchgebunden bleibt. In der Region Newton St Cyres in Devon prägen kühle atlantische Luft, feuchte Weiden und lange Grünlandperioden die Milch anders als in trockeneren Teilen Europas. Besonders im Südwesten Englands ist Cheddar deshalb nie nur ein Rezept, sondern immer auch ein Ausdruck von Grasland, Silagequalität, jahreszeitlicher Fett- und Eiweißschwankung und den Entscheidungen des Käsers. Die Mature-Variante reift typischerweise 12 bis 15 Monate und wird dadurch deutlich komplexer als junger Blockcheddar. Während junger Cheddar vor allem milchig, elastisch und mild erscheint, entwickeln längere Reifezeiten fleischige Umami-Noten, Haselnuss, Brühe, gebackene Zwiebel, manchmal auch kleine knirschende Calciumlactat-Kristalle. Diese Kristalle sind kein Fehler, sondern ein Zeichen fortgeschrittener Reifung und geben vielen gereiften Cheddars ihren charakteristischen, fast mineralischen Biss. Besonders typisch sind die von der Marke beschriebenen Aromen von Broth, Gras und Karamell, die gut erklären, wie lang gereifter Cheddar über reine Schärfe hinausgeht. Heute hat Cheddar (Quicke's) eine Bedeutung, die über den reinen Verzehr hinausgeht. Er zeigt, wie breit der Begriff Cheddar geworden ist: von geschütztem Farmhouse-Käse über rohe, tuchgebundene Artisan-Laibe bis zu großen Marken, die Millionen von Haushalten erreichen. Heute steht Quicke’s für einen balancierten Devon-Cheddar zwischen Hofcharakter, internationaler Käsequalität und zuverlässiger Reife. Für eine Wissensseite ist dieser Käse deshalb besonders interessant, weil er erklärt, warum Cheddar gleichzeitig Alltagskäse, Kulturgut und sensorisches Studienobjekt sein kann. Ein sorgfältig gereifter Laib zeigt keine laute Aromatik, sondern eine Schichtung: zuerst Milch und Butter, dann Salz, Säure und Nuss, schließlich ein Nachhall aus Brühe, Heu, Frucht oder geröstetem Getreide. Für Käsefachkräfte ist Quicke’s ein guter Brückenkäse zwischen kundennaher Zugänglichkeit und echter Artisan-Struktur. Wer ihn verkostet, sollte ihn nicht eiskalt probieren, sondern ihm mindestens 30 Minuten Raumtemperatur geben. Erst dann wird sichtbar, ob die Textur trocken bricht oder cremig schmilzt, ob die Säure kantig bleibt oder sich mit Süße verbindet und ob das Finish kurz abbricht oder lange am Gaumen steht.
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