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PGIPGI – Geschützte geografische Angabe

Cancoillotte

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Cancoillotte fließt wie warme Butter über Kartoffeln und trägt doch eine ganze Region in sich. Sie ist leicht, milchig, hefig und ein wenig klebrig – eine stille Spezialität mit großer Heimat.

Der Sommelier empfiehlt

Cancoillotte ist keine Scheibe, sondern eine geschmolzene Käsespezialität mit halbflüssiger bis cremiger Textur. Ihr Aroma erinnert an Milch, Butter, Hefe, frischen Teig und manchmal Knoblauch oder Schalotte, wenn sie aromatisiert ist. Am Gaumen wirkt sie mild, leicht säuerlich, wenig fett und sehr geschmeidig. Die Konsistenz ist zähfließend, aber nicht schwer. Natur-Cancoillotte besitzt ein helles, milchiges Finish mit feiner Butternote. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie viel Geschmack bei vergleichsweise wenig Fett liefert.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Ein Savagnin oder Chardonnay aus dem Jura passt hervorragend, weil er Butter, Hefe und leichte Säure aufnimmt. Zu Knoblauch-Cancoillotte ist ein helles, trockenes Bier aus der Region sehr stimmig. Alkoholfrei funktionieren Apfelsaftschorle oder Mineralwasser, da sie die cremige Textur auffrischen. Zu Saucisse de Morteau darf der Wein kräftiger sein.

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Beilagen & Speisen

Klassisch wird Cancoillotte warm zu Kartoffeln, Brot, Gemüse oder den Würsten der Franche-Comté gegessen. Sie passt auch zu Lauch, Blumenkohl, Schinken und einfachen Gratins. Kalt kann sie als Brotaufstrich dienen, warm wird sie zur Sauce. Mit zu süßen Beilagen wirkt sie weniger typisch.

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Rezeptidee

Koche kleine Kartoffeln in der Schale und erhitze Cancoillotte langsam im Topf oder Wasserbad. Gib sie über die heißen Kartoffeln und ergänze fein geschnittene Petersilie. Dazu passt Saucisse de Morteau oder eine vegetarische Variante mit geröstetem Lauch. Ein wenig Pfeffer reicht als Würze.

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Wissenswertes

EU-Registrierung PGI/IGP: 20. Mai 2022 Produktionsmenge 2021: ca. 5.730 t Produktionsstätten: 17 Cancoillotte-Ateliers Zugelassene Milcherzeuger: ca. 275 Fettgehalt: meist ca. 8 bis max. 15 % Basis: Metton aus entrahmter Kuhmilch

Geschichte & Wissenswertes

Die Geschichte von Cancoillotte lässt sich am besten als Geschichte eines Landschaftskäses lesen: nicht als glatte Industrienorm, sondern als Antwort auf Milch, Klima und Vorräte in der Franche-Comté und angrenzenden Gebieten. Cancoillotte ist eine alte Franche-Comté-Spezialität, die aus dem Umgang mit entrahmter Milch, Butter und Metton entstanden ist. Der Käse steht in einer französischen Tradition, in der Namen oft älter sind als moderne Markenregister und in der ein Dorf, ein Hof oder eine Mikroregion lange genügte, um ein Produkt wiederzuerkennen. Gerade deshalb ist die historische Überlieferung nicht bei allen Sorten gleich dicht. Einige Details stammen aus Fach- und Regionalquellen, andere aus heutigen Produzentenangaben; fehlende Zahlen wurden nicht ergänzt. Herstellungsgeschichtlich gehört Cancoillotte zum Umfeld der geschmolzenen Käsespezialitäten. Die Grundlage bildet entrahmte Kuhmilch, die zunächst zu Metton verarbeitet wird; die Qualität entscheidet sich deshalb zuerst an Fütterung, Saison und Frische des Rohstoffs. Zuerst wird entrahmte Kuhmilch zu Metton verarbeitet und dieser gereift; anschließend wird der Metton mit Wasser und Butter geschmolzen, bis eine halbflüssige bis cremige, leicht klebrige Spezialität entsteht. Bei frischen oder lactischen Ziegen- und Schafkäsen ist die Säuerung langsam, die Gerinnung zurückhaltend und der Bruch wird nur behutsam bewegt; bei gepressten Tommen oder geschmolzenen Spezialitäten ist dagegen die spätere Textur das Ziel der Arbeit. Wo Quellen konkrete Werte nennen, werden sie hier verwendet: belegt sind PGI/IGP-EU-Registrierung am 20. Mai 2022, Herstellung aus Metton, 2021 rund 5.730 t, 17 Produktionsstätten und 275 zugelassene Milcherzeuger Nicht veröffentlichte Parameter wie exakte Kesseltemperaturen, Tagesmengen oder Starterkulturen bleiben bewusst offen. Das ist fachlich sauberer, als aus ähnlichen Käsen Werte zu übernehmen. Das geografische Gebiet prägt den Charakter stärker, als man bei einem kleinen Käse vermuten würde. Kalkige Causses begünstigen karge Kräuterweiden und eine schlanke, manchmal nussige Milch; die Alpen und Voralpen liefern kühlere Reifebedingungen, dichtere Grasnoten und mehr Feuchtigkeit in den Kellern; Korsika bringt Maquis, Meerluft und den Wechsel von Schaf- und Ziegenhaltung ins Spiel. In der Franche-Comté und angrenzenden Gebieten spielte Käse zudem eine praktische Rolle: Milch musste haltbar gemacht, Molke verwertet oder ein zu trockener Restkäse in eine neue, aromatische Form überführt werden. Diese Logik erklärt, warum viele regionale Sorten nicht als Prestigekäse entstanden, sondern als Alltagskunst. Sensorisch ist Cancoillotte deshalb kein isoliertes Produkt, sondern ein Stück regionaler Küche. Junge Varianten zeigen mehr Milch, Joghurt, Mandelschale und frische Säure; gereiftere Formen werden dichter, salziger, erdiger und manchmal pilziger. Bei gewaschenen oder cendrierten Rinden kommen feuchte Kelleraromen, Asche, Hefe oder ein sanft rauchiger Eindruck hinzu. Bei fromage-fort-Zubereitungen stehen Fermentation, Öl, Alkohol, Knoblauch oder Pfeffer im Vordergrund. Entscheidend ist, den Käse nicht zu kalt zu servieren: Nach 30 bis 60 Minuten bei Raumtemperatur öffnet sich die Struktur, und die Aromen wirken weniger spitz. Heute liegt die Bedeutung von Cancoillotte vor allem in seiner kulinarischen Identität. Er erzählt von kleinen Formaten, regionalen Märkten, saisonaler Milch und einer Käsekultur, die nicht nur von großen AOP-Namen lebt. Für eine Wissensseite ist er deshalb wertvoll, auch wenn die Quellenlage unterschiedlich stark ist. Wo Schutzzeichen vorhanden sind, werden sie genannt; wo sie fehlen, wird der Käse als regionale Spezialität eingeordnet. So bleibt die Darstellung transparent: Heute ist Cancoillotte die geschützte, leichte und alltagstaugliche Käseidentität der Franche-Comté. Der moderne Wert solcher Käse liegt nicht in hohen Produktionszahlen, sondern in ihrer Fähigkeit, ein Gebiet geschmacklich lesbar zu machen. Für Käseliebhaber bedeutet das: Cancoillotte sollte nicht nur nach Intensität beurteilt werden. Man sollte auf Schnittbild, Randzone, Säure, Salz, Tiernote und Abgang achten. Ein sehr junger Käse wirkt oft hell, kühl und direkt; nach einigen Tagen oder Wochen bekommt er mehr Tiefe und eine cremigere Linie unter der Rinde. Kleine Formate reagieren besonders schnell auf Lagerung, weshalb schon wenige Tage Unterschied den Charakter verändern können. Gerade diese Wandelbarkeit macht regionale französische Spezialitäten so spannend: Sie sind weniger starre Produkte als Momentaufnahmen eines Ortes, einer Milch und einer Handwerksroutine.

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Cancoillotte aus Frankreich: PGI-Käse Franche-Comté