🧀

Bild folgt

Cacio di Pecora di Poggio Mirteto

ItalienLatiumSchafmilchSchaf
📖 Rezepte🗺️ Anbieter🎓 Workshops📰 Aus der Käsewelt🗓️ Saison🎧 Podcast

Dieser Cacio riecht nach frischer Schafmilch, warmer Rinde und den Hügeln der Sabina. Er ist kein schwerer Meditationskäse, sondern ein direkter, weicher Begleiter zu Brot, Öl und Kräutern.

Der Sommelier empfiehlt

Cacio di pecora di Poggio Mirteto zeigt sich am Gaumen mit weicher, elastischer Paste und zarter, leicht rauer Oberfläche. In der Nase wirken Milch, Joghurt, Wiesenkräuter und eine feine Schafnote, bevor sich am Gaumen milde Süße, dezente Säure und zurückhaltende Salzigkeit entfalten. Der Käse besitzt eine handwerkliche Direktheit, die nicht glattgebügelt wirkt, sondern kleine Nuancen von Weide, Keller und Milch bewahrt. Je nach Reifegrad kann er saftiger, bröckeliger oder kompakter erscheinen. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen milchiger Süße und würziger Tiefe. Im Finish bleibt er kurz bis mittellang, sauber und frisch, ohne die Herkunft zu überdecken.

Werbung
Ihr Käse-Shop oder Produkt hier
Erreichen Sie täglich Käse-Liebhaber · ab 49 €/Monat
Anfragen →

Alles über diesen Käse

🍷

Getränkeempfehlung

Ein trockener Frascati Superiore hält die milchige Süße leicht und betont die Frische. Zu der Kräutervariante passt ein helles Weizenbier, weil Kohlensäure und Hefenoten die weiche Paste lösen. Ein leichter Trebbiano aus Latium ist ebenfalls stimmig. Alkoholfrei passt Zitronenverbene-Tee kalt aufgegossen.

🍽️

Beilagen & Speisen

Traditionell wirkt er mit Olivenöl aus der Sabina, hellem Brot und frischen Tomaten besonders natürlich. Auch gegrillte Zucchini, Artischocken und junge Salate passen gut. Die milde Paste verträgt etwas schwarzen Pfeffer. Bei längerer Reife darf ein Klecks Feigen- oder Zwiebelconfit dazu.

🧑‍🍳

Rezeptidee

Für Cacio-Magno-Crostini Brotscheiben rösten, mit Knoblauch nur leicht einreiben und mit Cacio belegen. Kurz unter den Grill geben, bis der Käse weich wird. Mit Olivenöl, Thymian und etwas Zitronenschale abschließen. Dazu passen gegrillte Paprika oder ein Salat aus Puntarelle.

💡

Wissenswertes

["Bekannte Spezialität: Cacio Magno PAT", "Typische Reifezeit: 20–30 Tage", "Typisches Gewicht: ca. 1,2–1,5 kg", "Produktionsgebiet: Sabina, Latium", "Milchbasis: Schafmilch"]

Geschichte & Wissenswertes

Cacio di pecora di Poggio Mirteto gehört zu jener stillen Schicht der italienischen Käsekultur, die weniger von großen Marken als von Landschaft, Weidewegen und Werkstattwissen geprägt ist. In Latium entstand dieser Käse nicht als Luxusprodukt, sondern als praktische Antwort auf saisonale Milchmengen, kurze Wege und die Notwendigkeit, Milch haltbar zu machen. Die Spezialität ist eng mit dem Cacio Magno verbunden, einem weichen Schafkäse aus der Sabina, dessen Legende bis zu Karl dem Großen an der Abtei Farfa zurückgeführt wird. Seine Geschichte ist deshalb eng mit der Transhumanz, kleinen Hofkäsereien und den Märkten der umliegenden Orte verbunden. Schriftliche Nachweise sind bei solchen Spezialitäten oft jünger als die Praxis selbst: Viele Rezepte wurden bis weit ins 20. Jahrhundert mündlich weitergegeben, während kommunale Produktlisten, PAT-Verzeichnisse, Fachatlanten und heutige Erzeugerseiten erst später eine präzisere Beschreibung lieferten. Gerade das macht den Reiz aus, denn der Käse steht nicht für eine standardisierte Fabriklinie, sondern für ein regionales Gedächtnis, das über Milch, Gerätschaften und Reifekeller erhalten blieb.

Das geografische Gebiet lässt sich am besten über Poggio Mirteto, das Sabiner Gebiet und die Umgebung der Abtei Farfa fassen. Dort bestimmen Höhenlage, Trockenheit, Kalk- oder Tuffböden, Macchia, Bergwiesen und die Nähe alter Viehtriften das Rohmaterial. Die Sabina verbindet Olivenhaine, Hügelweiden und alte Klosterorte; diese bäuerliche Struktur machte kleine, rasch verzehrbare Schafkäse besonders sinnvoll. Der Käse war traditionell Teil einer Kreislaufwirtschaft: Molke wurde weiter genutzt, Formen wurden auf Holz, Schilfmatten, Körben oder einfachen Regalen entwässert, und die Reifung fand in kühlen Räumen statt, die nicht geplant, sondern aus der Architektur des Dorfes heraus entstanden. Für die Menschen vor Ort war er Vorrat, Tauschware und Alltagsnahrung zugleich. Im Jahreslauf spielte er besonders dann eine Rolle, wenn frische Milch reichlicher vorhanden war, etwa nach dem Frühjahrsaustrieb oder während der Bergweide. In dieser Bindung an Jahreszeit und Futter liegt ein wesentlicher Teil seines sensorischen Profils.

Die Herstellung folgt dem klassischen italienischen Handwerk, wird aber je nach Betrieb leicht angepasst. Verarbeitet wird Schafmilch; in handwerklichen Varianten wird die Milch häufig möglichst frisch eingesetzt, teils roh, teils thermisiert oder pasteurisiert, wenn die Vermarktung es verlangt. Üblich ist eine Erwärmung in Kupfer- oder Stahlkesseln auf etwa 36 bis 39 °C, bei manchen halbfesten Pecorino-Varianten auch eine kurze Nachwärmung des Bruchs auf 42 bis 45 °C. Danach wird tierisches Lab, seltener betriebseigener oder pflanzlicher Gerinnungshelfer, zugegeben. Die Gerinnung dauert meist 20 bis 40 Minuten. Anschließend wird die Gallerte je nach gewünschter Textur haselnuss-, maiskorn- oder walnussgroß geschnitten. Ein kleiner, feuchter Bruch führt zu dichterer, elastischer Paste; ein feinerer Bruch ergibt eine kompaktere und später körnigere Struktur. Die Masse wird nicht zu einem hohen Laib gepresst, sondern in eine flache, quadratische oder parallelepipedische Form gebracht, wodurch sie schneller reift und jung gegessen werden kann.

Nach dem Formen wird die Masse abtropfen gelassen, gewendet und gesalzen. Bei frischen oder weichen Formen geschieht dies oft nur sehr zurückhaltend, bei Hartkäsen entweder trocken oder in Salzlake mit ungefähr 16 bis 20 Prozent Salzgehalt. Die Reifezeit liegt bei 20 bis 30 Tagen; Temperatur und Feuchtigkeit bewegen sich in handwerklichen Reiferäumen häufig um 8 bis 14 °C und 75 bis 90 Prozent relative Luftfeuchte. Während dieser Phase verändert sich die Paste deutlich: Milchsüße weicht nussigen, tierischen, grasigen oder pikanten Noten; Feuchtigkeit wandert nach außen; die Rinde wird fester und schützt den Teig. Bei einigen Varianten werden die Formen mit Öl, Essig, Ruß, Kräutern, Farn oder Tüchern behandelt. Solche Eingriffe sind keine Dekoration, sondern historische Techniken zur Kontrolle von Austrocknung, Schimmel und Aromabildung.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden diese Käse vor allem lokal verkauft. Mit der Modernisierung der Molkereien nach 1950 verschwanden viele Kleinstproduktionen, weil Hygieneauflagen, Kühlketten und Großhandel einheitlichere Produkte bevorzugten. Gleichzeitig blieb in abgelegenen Tälern, Bergorten und Familienbetrieben ein erstaunlich stabiles Wissen erhalten. Seit den 1990er-Jahren wuchs das Interesse an regionalen Spezialitäten wieder, getragen von Agriturismi, Slow-Food-Initiativen, regionalen Produktregistern und einer neuen Wertschätzung für Milch von Weidetieren. Heute wird er als regionale PAT-Spezialität wahrgenommen und lokal von Betrieben rund um Poggio Mirteto und Farfa gepflegt. Heute ist Cacio di pecora di Poggio Mirteto deshalb weniger ein Massenkäse als ein Identitätsprodukt: Er erzählt vom Verhältnis zwischen Tierhaltung, Landschaftspflege und kulinarischer Erinnerung. Für Käseliebhaber ist genau diese Begrenztheit wertvoll, denn sie macht jede Charge etwas anders.

Typisch sind Formen von etwa 1,2 bis 1,5 Kilogramm und eine blassgelbe bis leicht graue Außenfläche, teils durch Kartoffelstärke auf der Rinde. In der Gegenwart sollte man ihn nicht allein nach industriellen Maßstäben bewerten. Ein kleiner Laib kann unregelmäßiger aussehen, eine Rinde kann trockener sein, eine Paste kann je nach Saison heller, gelber, mürber oder elastischer wirken. Solche Unterschiede sind bei regionalen Käsen keine Schwäche, sondern ein Hinweis auf lebendige Herstellung. Wichtig ist eine saubere, klare Aromatik: frische Milch, Kräuter, Nuss, Stallwärme, Mineralität oder dezente Säure sollen erkennbar bleiben, ohne muffig zu werden. Wird Cacio di pecora di Poggio Mirteto am Tisch richtig temperiert, öffnet er sein Profil deutlich: frische Varianten wirken milchig und saftig, gereifte Versionen konzentriert, salziger und länger im Nachhall. So bleibt er ein Käse, der nicht laut auftreten muss, um Herkunft zu zeigen.

Werbung
Ihr Käse-Shop oder Produkt hier
Erreichen Sie täglich Käse-Liebhaber · ab 49 €/Monat
Anfragen →
Diesen Käse teilen
(0)
Bewerten:
🤖 KI-generierter Inhalt: Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Bei Fehlern freuen wir uns über eine kurze Nachricht.
Käse nach Ländern
BelgienBosnien und HerzegowinaBulgarienDänemarkDeutschlandFinnlandFrankreichGriechenlandIrlandItalienKroatienLitauenMaltaNiederlandeÖsterreichPolenPortugalRumänienSchwedenSchweizSlowakeiSlowenienSpanienTschechienTürkeiUngarnVereinigtes KönigreichZypern
🧀 Käsekunde.de
Das europäische Käse-Wissensportal – von geschützten Spezialitäten bis hin zu regionalen Käsesorten aus ganz Europa und der Welt.
Entdecken
Alle LänderFrankreichItalienDeutschlandSpanien
Informationen
ImpressumDatenschutzÜber unsKontakt
Werbung
Werbeplatz anfragenPartner werden

© 2026 Käsekunde.de · Alle Rechte vorbehalten · Alle Angaben ohne Gewähr

* Affiliate-Links · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen