Blacksticks Blue leuchtet orangegolden und trägt blaue Adern wie feine Linien in warmer Butter. Er duftet mild, cremig und verspricht Blauschimmel ohne Härte.
Der Käse ist weich, cremig und leicht streichfähig, mit gleichmäßiger blauer Aderung und feuchter, dunkler Oberfläche. Im Aroma verbinden sich Butter, Sahne, Pilz und ein zurückhaltender Blauschimmelbiss. Am Gaumen ist er tangy, mild salzig und angenehm süßlich, ohne metallische Schärfe. Die Annatto-Farbe gibt ihm eine warme optische Präsenz, sensorisch bleibt er ausgewogen. Das Finish ist cremig, würzig und mittellang.
Ein roter Burgunder oder ein leichter Pinot Noir passt, weil die Frucht den milden Blauschimmel nicht überdeckt. Champagner oder englischer Sparkling Wine funktionieren durch Säure und Perlage besonders gut. Bierseitig bieten Brown Ale oder malziges Bitter einen runden Gegenpol zur salzigen Cremigkeit.
Blacksticks Blue passt zu warmem Brot, Feigenchutney, Birne und gerösteten Pekannüssen. Klassisch britisch wirkt er mit Oatcakes, Pickles und Schinken. Auch in Kombination mit Feldsalat und gebackener Roter Bete zeigt er seine milde, cremige Seite.
Für eine schnelle Sauce Blacksticks Blue mit etwas Sahne und einem Spritzer Weißwein langsam schmelzen. Mit schwarzem Pfeffer und wenig Zitronensaft abschmecken. Die Sauce passt zu Steak, gebackenem Blumenkohl oder Gnocchi. Wichtig ist niedrige Hitze, damit der Käse cremig bleibt und nicht ausfettet.
• Markteinführung: 2004 • Reifezeit: ca. 8 Wochen • Milchumkreis: etwa 10 km um die Dairy • Retailformate: 150 g, 500 g, 2,5 kg • Great Taste: 2 Sterne 2023 • Produzent: Butlers Farmhouse Cheeses
Blacksticks Blue ist einer der markantesten modernen Blauschimmelkäse Englands. Er wird von Butlers Farmhouse Cheeses in Lancashire hergestellt, einem Familienbetrieb, dessen Wurzeln bis in die 1930er Jahre zurückreichen und der heute als vierte Generation handwerkliche Farmhouse-Käse produziert. Blacksticks Blue kam 2004 auf den Markt und wurde schnell als „contemporary farmhouse blue“ bekannt. Seine orange-goldene Farbe, die durch Annatto entsteht, unterscheidet ihn optisch deutlich von weißen Stilton-Typen und macht ihn an der Theke sofort erkennbar. Die Herstellung kombiniert vertraute Blauschimmeltechnik mit einem weichen, zugänglichen Stil. Die Milch stammt laut Hersteller von Herden der Familie und befreundeter Betriebe in einem Umkreis von etwa 10 Kilometern um die Lancashire-Dairy. Sie wird vor Ort pasteurisiert, in offene Käsewannen gegeben und mit Kulturen sowie Penicillium roqueforti angesetzt. Der Bruch wird in Formen geschöpft, die Käse werden von Hand gewendet und anschließend gepierct, damit Sauerstoff die Entwicklung der blauen Adern ermöglicht. Die typische Reifezeit beträgt etwa acht Wochen. Diese relativ junge Reifung ist ein Grund für die Zugänglichkeit des Käses: Er besitzt Blauschimmelcharakter, bleibt aber cremig, süßlich und nicht scharf. Lancashire ist für verschiedene Käsetraditionen bekannt, darunter Crumbly Lancashire und Tasty Lancashire. Blacksticks Blue steht nicht für eine historische g.U.-Tradition, sondern für eine selbstbewusste Weiterentwicklung dieser Region. Der Käse ist weich genug, um auf Brot zu streichen, aber strukturiert genug, um in Scheiben oder Stücken serviert zu werden. Heute wird er in kleinen 150-Gramm-Wedges, 500-Gramm-Truckles und größeren Laiben vermarktet. Seine Bedeutung liegt darin, dass er viele Menschen an Blauschimmelkäse heranführt, die Stilton als zu kräftig empfinden. In der Gastronomie funktioniert er in Saucen, Toasties, Burgern und Gratins; im Fachhandel ist er ein gutes Beispiel für einen Käse, der moderne Markenführung mit echter Handarbeit verbindet. Für die britische Käselandschaft ist Blacksticks Blue damit ein Käse, der nicht nostalgisch auftreten muss, um als Klassiker wahrgenommen zu werden. Für eine Wissensseite ist bei Blacksticks Blue wichtig, ihn nicht nur als Produkt, sondern als Ausdruck einer bestimmten britischen Käsekultur zu lesen. In England sind viele moderne Hof- und Kleinmolkereien aus der Verbindung von Landwirtschaft, Direktvermarktung und anspruchsvollem Käsehandel entstanden. Butlers Farmhouse Cheeses steht in diesem Umfeld für eine Arbeitsweise, bei der kleine Chargen, sorgfältige Milchauswahl und ein klar erkennbares Geschmacksprofil wichtiger sind als industrielle Gleichförmigkeit. Das erklärt, warum dieser Käse in Fachtheken meist nicht über Lautstärke, sondern über seine Textur, seine Reifung und seine Herkunft verkauft wird. Herstellungstechnisch beginnt der Charakter von Blacksticks Blue mit der Milch und mit der Entscheidung, wie viel Frische im fertigen Käse sichtbar bleiben soll. Die Milch wird pasteurisiert und anschließend in die Käsewannen gegeben; Kulturen, Lab und Blauschimmelkultur prägen die Reifung. Danach bestimmen Säuerung, Schnitt oder Nicht-Schnitt der Gallerte, Abtropfzeit, Salzgabe und Reifeklima den späteren Eindruck. Die Käse werden in offene Wannen gearbeitet, handgewendet, gepierct und rund acht Wochen gereift. Bei einem Käse dieses Stils sind Temperatur und Zeit weniger als abstrakte Laborwerte zu verstehen, sondern als Steuerinstrumente: zu warme Reifung macht die Rinde schneller, zu kühle Reifung hält den Kern länger frisch; zu viel Salz nimmt Süße, zu wenig Salz lässt den Körper unpräzise wirken. Geografisch ist Inglewhite und Lancashire im Nordwesten Englands mehr als eine Herkunftsangabe. Die Landschaft liefert das erzählerische Gerüst: Weiden, Farmstrukturen, regionale Molkereien, kleine Käseläden und ein Markt, der bereit ist, britische Spezialitäten neben klassischen Vorbildern aus Frankreich, Italien oder den Niederlanden ernst zu nehmen. Gerade deshalb besitzt Blacksticks Blue seinen Reiz. Er zitiert bekannte Käsefamilien, bleibt aber durch Milch, Reifeführung und lokale Handschrift eigenständig. Heute eignet sich Blacksticks Blue besonders für Käseplatten, Schulungen und Verkostungen, weil sich an ihm gut erklären lässt, wie moderne britische Käse entstehen. Er ist besonders verkaufsstark, weil er Blauschimmelaroma mit cremiger Milde verbindet. Im Verkauf lässt er sich über konkrete Sinneseindrücke beschreiben: nicht nur mild oder kräftig, sondern cremig, bröckelig, hefig, nussig, grasig, pfeffrig, mineralisch oder süß-salzig. Für Käseliebhaber ist er dadurch ein Käse, der Herkunft und Handwerk sichtbar macht, ohne eine geschützte Herkunftsbezeichnung zu benötigen.
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