In den gruenen Huegeln rund um den majestaetischen Saentis entsteht ein besonderes Geschmackserlebnis: der Appenzeller Rahmkaese. Mit seiner Extraportion Sahne und der geheimnisvollen Kraeutersulz vereint er jahrhundertealte Handwerkskunst mit cremiger Vollendung.
Der Appenzeller Rahmkaese praaesentiert sich als elegante Variation des klassischen Appenzellers mit einer besonders cremigen, fast butterartigen Textur. Im Mund entfaltet sich eine angenehme Geschmeidigkeit, die von einem mild-wuerzigen Grundton getragen wird. Die charakteristische Kraeutersulz verleiht ihm subtile pflanzliche Nuancen, ohne die sanfte Sahnigkeit zu ueberlagern. Am Gaumen zeigen sich feine Noten von Haselnuss und leicht suesslicher Milch, waehrend das Finish kurz und rein ausklint. Die hellgelbe Farbe mit wenigen kleinen Loechern unterstreicht seinen handwerklichen Charakter und macht ihn zum idealen Einsteiger-Kaese fuer alle, die die Appenzeller Tradition in milder Form entdecken moechten.
Der milde Charakter des Appenzeller Rahmkaeses harmoniert wunderbar mit leichten Weissweinen wie einem eleganten Chasselas aus der Westschweiz oder einem fruchtigen Muller-Thurgau. Bierliebhaber waehlen ein malzbetontes Lager oder ein mildes Weissbier. Ein feiner Champagner unterstreicht die cremige Textur und macht aus jeder Verkostung einen besonderen Moment.
Als traditioneller Begleiter empfehlen sich warmes Appenzeller Birnenbrot oder knuspriges Bauernbrot mit Butter. Suesse Traeublebirnen oder saftige Aepfel der Sorte Gravensteiner setzen einen fruchtigen Kontrast zur Sahnigkeit. Auch zu rohen Ruebli oder Radieschen mit grobem Salz zeigt sich der Rahmkaese von seiner besten Seite.
Fuer ein cremiges Appenzeller Rahmkaese-Risotto den geschaelten Reis in Butter anschwitzen und nach und nach warme Gemuesebouillon zugeben. Nach 18 Minuten Kochzeit 150 Gramm fein geriebenen Appenzeller Rahmkaese und ein Stueck Butter unterruehren. Mit frischem Schnittlauch und gebratenem Speck garniert wird dieses Gericht zu einem wahren Gaumenschmaus, der die zartschmelzende Eigenschaft des Kaeses perfekt zur Geltung bringt.
Mindestens 3 Monate Reifezeit in traditionellen Kaesakellern Jaehrliche Produktion von etwa 300-400 Tonnen Rahmkaese 49 Dorfkaesereien in Appenzell Ausserrhoden St. Gallen und Thurgau 817 Milchbauern liefern die Rohmilch Exportanteil von 56 Prozent der Gesamtproduktion Erhaltung der traditionellen Kraeutersulz seit ueber 700 Jahren
Die Geschichte des Appenzeller Kaeses reicht bis ins Jahr 1282 zurueck, als die erste schriftliche Erwaehnung in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erfolgte. Bereits im Mittelalter wurde der Kaese von den Alpbauern der Region als Zehntabgabe an das Kloster gezahlt. Vermutlich handelte es sich bei den damaligen Bergkaeselein um handgepresste kleine Weichkaese, bei denen die Milch durch natuerlich enthaltene Milchsaeurebakterien gerinnen gelassen wurde. Das Verfahren der Labkaeserei, auf dessen Herstellungstechnik der heutige Appenzeller Kaese beruht, setzte sich im Appenzellerland Mitte des 16. Jahrhunderts durch. Die Entwicklung von einer lokalen Spezialitaet zu einem schweizweiten Erfolgsprodukt begann waehrend des Zweiten Weltkriegs. 1942 wurde die Geschaeftsstelle fuer Appenzeller Kaese gegruendet. Wenige Jahre spaeter entstand eine Marktordnung, die alle Hersteller verpflichtete, ihren Kaese bei der Geschaeftsstelle abzuliefern. Eine Mitgliedschaft bei dieser Vereinigung ist bis heute fuer alle Produzenten Pflicht. Der Appenzeller Rahmkaese als eigenstaendige Variante entwickelte sich als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach milderen Kaesesorten. Diese Sorte zeichnet sich durch eine Extraportion Sahne und eine Reifezeit von 3 Monaten aus. Die Herstellung erfolgt nach dem traditionellen Verfahren mit teilentrahmter Rohmilch. Frische Morgenmilch wird mit gekuehlter Abendmilch gemischt und auf eine Einlabungstemperatur von 30 bis 31 Grad Celsius gebracht. Nach der Versetzung mit Saeuerungskulturen und Labferment wird die Milch etwa eine halbe Stunde dick gelegt und anschliessend zu Kaesebruch geschnitten. Der Kaesebruch wird unter Ruehren auf 42 bis 46 Grad Celsius erwaermt, dann aus der Molke gezogen, in Formen gefuellt und gepresst. Das Besondere am Appenzeller Rahmkaese ist die zusaetzliche Sahne, die dem klassischen Rezept beigefuegt wird und ihm seine charakteristische Cremigkeit verleiht. Waehrend der Reifung wird der Kaese regelmaessig mit der geheimnisvollen Kraeutersulz eingerieben, deren Inhaltsstoffe ein streng gehuetetes Geheimnis sind. Nur gerade zwei Menschen kennen das Rezept dieser Kraeutersulz, das seit ueber 700 Jahren gehueetet wird wie ein wertvoller Schatz. Waehrend der gesamten Produktion wird der Kaese in natuerlichen Kaesekellern vergoren und gereift. Heute wird der Appenzeller Rahmkaese wie alle Appenzeller-Varianten von der Sortenorganisation Appenzeller Kaese GmbH vermarktet. 42 Dorfkaesereien, die Mehrheit in den Kantonen St. Gallen und Thurgau sowie einige wenige in Appenzell Ausserrhoden, stellten im Jahr 2018 insgesamt 8696 Tonnen Appenzeller Kaese her. Das Produktionsgebiet ist streng begrenzt und umfasst neben Appenzell Ausserrhoden auch Teile der angrenzenden Kantone St. Gallen und Thurgau. Die Landwirtschaft um den Saentis liefert die Rohmilch, mit der der Kaese hergestellt wird. Der Appenzeller Rahmkaese stellt heute eine wichtige Ergaenzung im Sortiment der Sortenorganisation dar und spricht besonders Konsumenten an, die einen milderen Geschmack bevorzugen, aber dennoch die traditionelle Appenzeller Qualitaet schaetzen. Nach traditionellen Methoden handwerklich hergestellt und mindestens 3 Monate gereift, ist er ein Kaese fuer die ganze Familie.
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