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AOPAOP – Geschützte Ursprungsbezeichnung

Allgäuer Weißlacker

DeutschlandAllgäuKuhmilchKuh, Rasse nicht spezifiziert
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In den sanften Hügeln des Allgäus, wo die Alpenflora die Kühe nährt, reift ein Käse von unverwechselbarem Charakter heran. Der Allgäuer Weißlacker, ein würfelförmiger Schnittkäse ohne Rinde, besticht durch seine weißliche, lackartige Oberfläche und seinen intensiven Geschmack.

Der Sommelier empfiehlt

Der Allgäuer Weißlacker präsentiert sich als würfelförmiger, halbfester Schnittkäse ohne Rinde, dessen Oberfläche von einer weißlichen, lackartigen Schmiere überzogen ist. Mit einem Gewicht von 1 bis 2 Kilogramm und einer Kantenlänge von 11 bis 13 cm ist er ein imposanter Vertreter seiner Art. Der Teig ist hell und weist wenige, kleine Bruchlöcher auf, was auf eine gleichmäßige Reifung hindeutet. Im Geschmack überzeugt der Weißlacker mit einer pikanten bis scharfen Note, begleitet von einer salzigen Würze, die den Gaumen kitzelt. Der Fettgehalt in der Trockenmasse liegt bei etwa 45%, während der Salzgehalt um die 5% beträgt. Die Reifung erfolgt über 12 bis 15 Monate bei Temperaturen von 6 bis 8 Grad Celsius, wobei die charakteristische Schmiere durch spezielle, kälteliebende Bakterien entsteht. Die Milch für diesen Käse stammt von Kühen, die in der alpinen Flora des Allgäus weiden, was dem Weißlacker sein unverwechselbares Aroma verleiht.

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Alles über diesen Käse

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Getränkeempfehlung

Der Allgäuer Weißlacker harmoniert hervorragend mit einem kühlen, hellen Weißbier, das seine pikante Schärfe unterstreicht. Auch ein kräftiger Rotwein, wie ein Spätburgunder, kann die Aromen des Käses ergänzen. Für Liebhaber von Spirituosen empfiehlt sich ein milder Obstbrand, der den intensiven Geschmack des Weißlackers ausbalanciert.

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Beilagen & Speisen

Traditionell wird der Weißlacker in kleinen Würfeln auf gebuttertem Brot serviert, begleitet von frischen Radieschen und einer Prise Pfeffer. In der Allgäuer Küche findet er Verwendung in Käsespätzle, wo er durch Schmelzen eine aromatische Tiefe verleiht. Auch zu deftigen Wurstwaren wie dem Allgäuer Schübling passt der Weißlacker ausgezeichnet.

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Rezeptidee

Für eine herzhafte Weißlacker-Quiche vermengen Sie 200 g Mehl, 100 g Butter und 50 ml Wasser zu einem Teig, den Sie in einer Quicheform auslegen. Füllen Sie die Form mit einer Mischung aus 200 g geriebenem Weißlacker, 3 Eiern, 200 ml Sahne und Gewürzen nach Geschmack. Backen Sie die Quiche bei 180°C für etwa 40 Minuten, bis sie goldbraun ist. Servieren Sie sie warm oder kalt als köstlichen Snack oder Hauptgericht.

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Wissenswertes

Gewicht pro Laib: 1 bis 2 kg Fettgehalt in der Trockenmasse: 45% Salzgehalt: 5% Reifezeit: 12 bis 15 Monate Produktionsmenge: ca. 50–60 Tonnen jährlich Zertifizierung: Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) seit 2015

Geschichte & Wissenswertes

Der Allgäuer Weißlacker blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1874 reicht. In diesem Jahr experimentierten die Brüder Josef und Anton Kramer in Wertach, einer Gemeinde im Oberallgäu, mit der Herstellung von Käse. Angesichts der gesunkenen Käseabsätze nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 suchten sie nach Möglichkeiten, den Käse haltbarer zu machen. Durch die Erhöhung des Salzgehalts wollten sie die Haltbarkeit verlängern. Dabei entstand zufällig der Weißlacker, ein Käse mit einer weißlichen, lackartigen Oberfläche und einem intensiven, pikanten Geschmack. 1876 erhielten die Brüder für ihre Erfindung ein königlich-bayerisches Patent, was den Weißlacker zum ersten patentierten Käse der Welt machte. Dieses Patent war auf 15 Jahre befristet und verlieh dem Käse internationale Anerkennung. Die Herstellung des Weißlackers war von Anfang an an das geografische Gebiet des Allgäus gebunden. Die Kühe, deren Milch für die Käseherstellung verwendet wurde, grasten in der alpinen Flora des Allgäus, was dem Käse sein unverwechselbares Aroma verlieh. Die spezielle Bakterienkultur, die für die charakteristische Schmiere verantwortlich ist, wurde ebenfalls im Allgäu entwickelt und trug maßgeblich zum einzigartigen Geschmack des Weißlackers bei. Im Laufe der Jahre erlangte der Weißlacker nicht nur in Deutschland, sondern auch international Bekanntheit. 2015 wurde er von der Europäischen Union als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) anerkannt, was den Schutz des Namens und der Herstellungsweise sicherstellte. Heute wird der Weißlacker von verschiedenen Herstellern im Allgäu produziert, wobei die genaue Anzahl der Hersteller variieren kann. Die Produktionsmenge liegt jährlich bei etwa 50 bis 60 Tonnen, wobei die genaue Zahl je nach Jahr und Hersteller schwanken kann. Der Weißlacker ist nicht nur ein kulinarisches Erbe des Allgäus, sondern auch ein Symbol für die Innovationskraft und die traditionsreiche Käseherstellung der Region. Seine Geschichte spiegelt die Anpassungsfähigkeit und den Erfindungsgeist der Allgäuer Käser wider, die es verstanden, aus einer Notlage heraus eine weltweit geschätzte Spezialität zu schaffen. Heute wird der Weißlacker nicht nur in der traditionellen Küche verwendet, sondern findet auch in modernen Rezepten Anwendung. Ob pur auf Brot, in Käsespätzle oder als Zutat in verschiedenen Gerichten – der Weißlacker bereichert die kulinarische Landschaft und bleibt ein unverwechselbares Aushängeschild des Allgäus.

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