In den sanften Huegeln Suedboehmenss entsteht ein Kaese, der die Grenze zwischen Orient und Okzident ueberbrueckt. Akawi, urspruenglich aus dem Nahen Osten stammend, hat in den tschechischen Molkereien eine neue Heimat gefunden und vereint jahrhundertealte Handwerkskunst mit moderner europaeischer Technologie.
Akawi praesentiert sich als schneeweisser, halbfester Käse mit einer bemerkenswert geschmeidigen, fast samtigen Textur. Beim ersten Bissen entfaltet sich eine dezent salzige Note, die von einer angenehmen, milchig-süssen Grundlage getragen wird. Seine cremige Konsistenz erinnert an frischen Mozzarella, jedoch mit einer festeren Struktur, die sich leicht schneiden lässt ohne zu bröckeln. Das Aroma ist überraschend zurückhaltend und frisch, mit subtilen Noten von frischer Butter und einem Hauch von Meersalz. Am Gaumen entwickelt der Kaese eine wunderbare Elastizität, die charakteristisch für in Lake gereifte Käse ist. Das Finish ist rein und erfrischend, mit einer leichten Säure, die den Gaumen für weitere Kostproben vorbereitet. Seine besondere Eigenschaft liegt in der Fähigkeit, auch bei Erwärmung seine Form zu behalten, was ihn zum idealen Partner für warme Gerichte macht.
Der milde, leicht salzige Charakter des Akawi harmoniert wunderbar mit einem trockenen tschechischen Pilsner Urquell oder einem fruchtigen Mährischen Riesling. Die dezente Salznote des Kaeses ergänzt sich perfekt mit dem hopfigen Charakter des Bieres, während der Wein die cremige Textur unterstreicht. Auch ein leichter Grüner Veltliner aus den suedböhmischen Weinbergen bildet eine gelungene Kombination, da seine Frische die milchige Süsse des Kaeses ausbalanciert.
Traditionell wird Akawi in der Levante-Kueche verwendet, doch in Tschechien hat er neue kulinarische Partner gefunden. Hervorragend passt er zu frischem tschechischen Bauernbrot mit Kuemmel, zu eingelegten Gurken oder zu Zwiebelkonfituere. Seine weiche Konsistenz macht ihn ideal als Brotaufstrich oder in Kombination mit regionalen Honig-Sorten. Auch zu gerösteten Walnuessen und getrockneten Früchten entwickelt er sein volles Aroma.
Für ein authentisches tschechisches Akawi-Rezept den Kaese in dünne Scheiben schneiden und mit gehackten frischen Kräutern wie Dill und Schnittlauch in einer Pfanne bei mittlerer Hitze leicht erwärmen. Mit einem Schuss Weisswein ablöschen und mit frischem schwarzem Pfeffer würzen. Die geschmolzene Masse auf geröstete Brotscheiben streichen und mit gehackten Tomaten und Gurken garnieren. Diese moderne Interpretation des orientalischen Klassikers verbindet die Cremigkeit des Akawi mit der bodenständigen tschechischen Kueche zu einem unwiderstehlichen Genusserlebnis.
Jaehrliche Produktion in Tschechien: 1700 Tonnen handgefertigte Akawi-Laibe Gröster Hersteller: Madeta mit Fabrik in Plana nad Luznici seit 1968 Verarbeitungskapazität: 400.000 Liter Milch pro Tag in der Hauptproduktionsstätte Exportanteil: 25% der Gesamtproduktion wird ins Ausland exportiert Salzgehalt: 1% für die Dessert-Variante höher für traditionelle Verwendung Mitarbeiterzahl im Hauptwerk: 150 Personen in der Kaeseproduktion
Die Geschichte des Akawi in Tschechien beginnt paradoxerweise nicht in Böhmen oder Mähren, sondern in den Laboratorien und Küchen der großen tschechischen Molkereien, die in den 1960er Jahren begannen, ihre Produktpalette zu internationalisieren. Die Inspiration kam von tschechischen Ingenieuren und Käsemeistern, die in den Nahen Osten reisten und dort die traditionelle Herstellung des Akawi studierten. Der ursprünglich aus der Levante-Region stammende Käse, dessen Name sich vom arabischen Wort für "stark" ableitet, fand seinen Weg nach Europa durch die wachsende Nachfrage orientalischer Gemeinden und die Neugier europäischer Käsemeister. In Tschechien etablierte sich die Produktion erstmals 1968 in der südböhmischen Stadt Planá nad Lužnicí, wo die Molkerei Madeta ihre erste Akawi-Produktionslinie installierte. Diese Molkerei, die ihre Wurzeln bis ins Jahr 1902 zurückverfolgen kann, hatte bereits eine lange Tradition in der Käseherstellung und verfügte über die notwendige Expertise, um die komplexen Fermentationsprozesse des Akawi zu meistern. Die Region Südböhmen erwies sich als idealer Standort für die Produktion: Das gemäßigte Kontinentalklima mit seinen warmen Sommern und milden Wintern schafft optimale Bedingungen für die Reifung der Käsemasse. Die hier beheimateten Milchkühe, vorwiegend der Rassen Holstein-Friesian und Simmentaler, produzieren eine Milch von außergewöhnlicher Qualität mit einem hohen Fettgehalt von durchschnittlich 3,8 Prozent und einem Proteingehalt von 3,4 Prozent. Die Herstellung des tschechischen Akawi folgt einem präzisen Verfahren, das traditionelle orientalische Methoden mit moderner europäischer Technologie verbindet. Die frische Kuhmilch wird zunächst auf exakt 32 Grad Celsius erwärmt und mit speziellen Milchsäurekulturen versetzt, die eine kontrollierte Fermentation einleiten. Nach einer Reifezeit von vier bis sechs Stunden wird Lab zugesetzt, wodurch die Milch binnen 45 Minuten zu einer festen Gallerte gerinnt. Diese wird anschließend in gleichmäßige Würfel von etwa zwei Zentimeter Kantenlänge geschnitten, ein Prozess, der in der Fachsprache als "Käsebruch" bezeichnet wird. Der entscheidende Schritt folgt beim Erhitzen des Käsebruchs auf 42 Grad Celsius über einen Zeitraum von 30 Minuten, wobei die Molke langsam austritt. Nach dem Abtrennen der Molke wird der Käsebruch in spezielle Formen gepresst, wo er unter einem Druck von 0,8 bar für zwölf Stunden seine charakteristische Form erhält. Der eigentliche Reifungsprozess beginnt mit dem Einlegen in eine Salzlake mit einer Konzentration von 18 bis 20 Prozent, je nach gewünschtem Endprodukt. In dieser Lake verbringt der Käse mindestens 14 Tage bei einer konstanten Temperatur von 8 bis 12 Grad Celsius. Die Böhmische Tiefebene um Planá nad Lužnicí bietet durch ihre geologischen Gegebenheiten ideale Voraussetzungen für die Käseherstellung. Die fruchtbaren Lössböden, die sich über Jahrtausende aus Windablagerungen gebildet haben, speichern Wasser optimal und bieten den Weidegräsern eine mineralreiche Grundlage. Die hier wachsenden Gräser, darunter Wiesenschwingel, Wiesenschwingel und Deutsches Weidelgras, verleihen der Milch eine besondere Geschmacksnote mit floralen Nuancen. Das kontinentale Klima mit durchschnittlich 550 Millimetern Niederschlag pro Jahr und 1800 Sonnenstunden schafft optimale Wachstumsbedingungen für diese Gräser. Die moderne Produktion in der Madeta-Anlage hat sich zu einer beeindruckenden industriellen Operation entwickelt. Täglich verarbeitet das Werk bis zu 400.000 Liter Milch, wobei rund 1700 Tonnen Akawi pro Jahr produziert werden. Jeder einzelne Käselaib wird nach wie vor von Hand in Leinentücher eingeschlagen, bevor er in die Presse kommt - eine Tradition, die dem Käse sein charakteristisches Textilmuster verleiht. Diese handwerkliche Komponente in einem ansonsten hochmodernen Betrieb spiegelt die tschechische Philosophie wider, Tradition und Innovation zu verbinden. Heute hat sich der tschechische Akawi zu einem geschätzten Exportprodukt entwickelt, das in über 15 Länder ausgeführt wird, von den Vereinigten Arabischen Emiraten bis nach Südamerika. Seine Bedeutung für die tschechische Wirtschaft zeigt sich darin, dass etwa 25 Prozent der Gesamtproduktion exportiert werden und dabei wichtige Deviseneinnahmen generieren. Der Erfolg des tschechischen Akawi basiert nicht nur auf seiner authentischen Qualität, sondern auch auf den strengen Qualitätskontrollen nach EU-Standards und internationalen Zertifizierungen wie IFS Food und HACCP, die dem Produkt weltweite Anerkennung verschafft haben.
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